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FC Kaiserslautern trennt sich Remis von Türkgücü München

FCK tritt auf der Stelle : Das „gefühlt 1000. Unentschieden“ des FCK

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf erneut verpasst. Gegen Türkgücü München trennten sich die Roten Teufel wie so oft in dieser Saison Remis. Am Samstag wartet der SV Wehen Wiesbaden.

Man wird dieser Tage nicht so recht schlau aus den Auftritten des 1. FC Kaiserslautern. Boten die Roten Teufel bei der 3:4-Niederlage am Samstag auswärts gegen Tabellenführer Dynamo Dresden noch eine ansprechende Offensivleistung – und standen dafür in der Abwehr offen wie ein Scheunentor – lief es am Dienstagabend im Heimspiel gegen Türkgücü München umgekehrt. Hinten präsentierte sich der FCK stabil, doch diesmal wollte der Offensivmotor der Pfälzer über weite Strecken der Partie der 3. Fußball-Liga nicht auf Touren kommen. Die Konsequenz: Ein torloses Remis, das den Roten Teufeln im Kampf um den Klassenerhalt kaum weiterhilft. Auch wenn Jeff Saibene es anders sah. „Am Ende zählt jeder Punkt“, prophezeite der FCK-Trainer am Mikrofon von Magenta Sport.

Doch seinen Spielern war der Frust über die erneute Punkteteilung deutlich anzumerken. „Das war jetzt gefühlt das 1000. Unentschieden“, ätzte Innenverteidiger Alexander Winkler, der den gesperrten Janik Bachmann (5. Gelbe) vertrat. Ganz so viele Remis wie Winkler in den Raum warf, sind es zwar nicht – doch in der Sache hatte er nicht Unrecht. Für die Pfälzer war es die zwölfte Punkteteilung (Ligarekord: 18) im 21. Saisonspiel. Zwar ist ein Zähler besser als keiner – um den Abstiegsplatz, den der FCK belegt, zu verlassen, taugen Teilerfolge aber nicht. Über seinen 29. Geburtstag, den Winkler am Dienstag feierte, könne er sich „deshalb auch überhaupt nicht freuen. Ich wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen“, meinte der Verteidiger. „Trotz allem müssen wir positiv bleiben und daran glauben, dass wir die nächste Partie gewinnen.“ Diese bestreitet Kaiserslautern am Samstag (14 Uhr) erneut zu Hause gegen Wehen Wiesbaden.

Vielleicht wäre die Begegnung gegen die Münchner anders gelaufen, hätte der FCK seine beiden dicken Gelegenheiten im ersten Durchgang genutzt. In der 5. Spielminute ließ Lauterns Rückkehrer Jean Zimmer im Mittelfeld zwei Gegner stehen und spielte einen punktgenauen Außenrist-Pass in den Lauf von Kenny Redondo. Aus ganz ähnlicher Position hatte dieser gegen Dresden noch einen Treffer markiert. Doch diesmal sauste sein Linksschuss knapp am Münchner Tor vorbei.

Kaiserslautern war fortan um Spielkontrolle bemüht, biss sich an der Defensive der Bayern, die zuvor schon vier Mal ohne Gegentor geblieben waren, aber die Zähne aus. Fernschüsse von Hikmet Ciftci (6. Minute) und Tim Rieder (19.) blieben lange die einzigen Torannäherungen der Pfälzer. Auf der Gegenseite machte es Türkgücü nicht besser. FCK-Torwart Avdo Spahic musste zunächst nur bei einem Schlenzer von Attakan Akkaynak eingreifen (15.).

Im Anschluss verflachte die Partie zuerst – nahm nach einer halben Stunde aber wieder Fahrt auf. In der 34. Minute gewann der FCK den Ball im Münchner Aufbauspiel. Marlon Ritter spielte steil auf Stürmer Marvin Pourié. Der passte den Ball durch die Beine von Gegenspieler Stefan Stangl in den Lauf von Zimmer. Dieser wollte das Leder gegen die Laufrichtung von Türkgücü-Torwart René Vollath in die lange Ecke schieben. Doch Vollaths Fußabwehr verhinderte den Einschlag. Es war die zweite Riesenchance für den FCK. „Wir haben vor der Halbzeit diese zwei klaren Möglichkeiten. Die einfach mal zu nutzen, ist das, was uns abgeht“, klagte Saibene. Doch auch die Gäste hatten kurz vor der Pause noch eine Gelegenheit. Nach einem Querschläger in der Hintermannschaft der Pfälzer fiel der Ball Lucas Röser – vom FCK an Türkgücü ausgeliehen – vor die Füße. Doch er scheiterte aus spitzem Winkel an Spahic (44.).

Nach dem Seitenwechsel tat sich Kaiserslautern auf dem immer tiefer werdenden Rasen im Fritz-Walter-Stadion im Spiel nach vorne noch schwerer als ohnehin schon. Die Gäste setzten zunächst die einzigen offensiven Akzente. Einen tückischen Fernschuss von Münchens Sebastian Maier klärte Spahic nur unter großen Problemen (52.). Und ein Freistoß von Sercan Sararer zischte knapp an Spahics Kasten vorbei (65.). Es dauerte bis zur 71. Minute ehe sich die Pfälzer mal wieder gefährlich in der Hälfte des Gegners blicken ließen. Ritter wurde von Pourié freigespielt und hätte aus halbrechter Position abschließen können, entschied sich aber dafür, nochmal quer zu legen. Ciftci und Redondo verpassten die Hereingabe. In der 79. Minute schließlich flankte Ritter aus dem linken Halbfeld. Der eingewechselte Daniel Hanslik rauschte im Zentrum heran, verpasste den Ball aber um eine Fußspitze. Es war die letzte Chance der Partie.

Die Situation im Tabellenkeller (Platz 17) sieht für den FCK trotz des Punktgewinns unverändert trübe aus. „Wenn man nach so vielen Spielen da steht, wo wir stehen, ist das kein Zufall. Da muss man der Realität ins Auge sehen. Und diese Realität heißt Abstiegskampf“, sagte Saibene. Der Luxemburger ergänzte: „Diesen Kampf werden wir aber in jedem Spiel annehmen. Vor allem zu dieser Zeit des Jahres, bei Platzverhältnissen wie heute, geht es nur noch über Einsatz und Willen.“