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FC Kaiserlsautern empfängt Unterhaching zum Kellerduell

3. Fußball-Liga : FCK: Corona-Alarm vor dem Kellerduell

Der dritte Corona-Fall binnen weniger Wochen hat beim 1. FC Kaiserslautern für eine turbulente Vorbereitung auf das wichtige Heimspiel gegen Schlusslicht Unterhaching gesorgt. Die Partie kann zwar Stand jetzt stattfinden – womöglich muss der FCK aber auf seinen Torjäger vom Dienst verzichten.

(mire/dpa) Ausgerechnet vor dem immens wichtigen Kellerduell am Samstag um 14 Uhr (live im SWR) gegen die SpVgg. Unterhaching geht es beim 1. FC Kaiserslautern drunter und drüber.

Nach dem dritten positiven Corona-Fall innerhalb von zwei Wochen schnaufte Trainer Marco Antwerpen bei der Pressekonferenz, die wegen der Turbulenzen erst am Freitagabend stattfand, kurz durch. Dann richtete er den Blick auf das brisante Spiel im heimischen Fritz-Walter-Stadion gegen Schlusslicht Unterhaching. „Der Tank ist nach dem Spiel am Dienstag in Duisburg wieder voll bis oben hin. Wir haben ein Heimspiel, das wir voller Elan angehen“, versprach Antwerpen.

Zuvor herrschte am Betzenberg aber einmal mehr Corona-Alarm. Wie schon in den beiden Wochen zuvor wurde ein Spieler positiv getestet und musste sich in häusliche Quarantäne begeben. Auch die Mannschaft blieb am Freitag zunächst zu Hause statt die Trainingseinheit am frühen Mittag zu bestreiten. Erst als das Gesundheitsamt grünes Licht gab – kein anderer Spieler hatte sich infiziert – ging es für die Roten Teufel auf den Platz. Die Partie gegen Unterhaching darf nach Rücksprache mit dem Amt stattfinden. Voraussetzung dafür ist jedoch ein weiterer negativer Test der kompletten FCK-Mannschaft am Samstagmorgen.

Mit einem Sieg könnten die seit fünf Spielen ungeschlagenen Roten Teufel die Abstiegsplätze zumindest bis zum Montagabend verlassen. Dann empfängt der momentan punktgleiche FC Bayern München II den 1. FC Saarbrücken. Die Münchner weisen im Vergleich zu den Pfälzern momentan nur das um einen Treffer bessere Torverhältnis auf.

Für Kaiserslautern ist es das sechste Spiel innerhalb von 21 Tagen. Antwerpen sieht darin aber kein Problem: „Wir werden versuchen, alles auf den Platz zu bringen“, kündigte der 49-Jährige an. Bezüglich des Ligaverbleibs äußerte sich der FCK-Trainer gewohnt zuversichtlich: „Wir sind in der entscheidenden Phase der Saison richtig gut drauf und haben zuletzt gute Leistungen gezeigt. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen – spätestens am 38. Spieltag.“

Dass sein Team am Dienstag beim MSV Duisburg (2:2) zum dritten Mal in den letzten sieben Spielen durch einen Treffer in der Nachspielzeit wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt liegen ließ, wollte der Coach nicht an einer mentalen Schwäche festmachen. „Das passiert auch anderen Mannschaften“, meinte er. Mittelfeldspieler Anas Ouahim hatte zuvor geklagt, die vielen Last-Minute-Gegentreffer seien „irgendwann kein Zufall mehr“. Dabei helfen, dass es am Samstag besser läuft, kann Ouahim nicht. Er fehlt wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Was die Anhänger der Roten Teufel gar nicht gerne hören werden: Neben Ouahim, Hendrick Zuck, Simon Skarlatidis (beide erkrankt) sowie den Langzeitverletzten steht auch noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Daniel Hanslik. Der 24-Jährige, der zu Saisonbeginn noch große Schwierigkeiten bei den Pfälzern hatte, avancierte zuletzt zum Torjäger vom Dienst. In den letzten drei Partien traf Hanslik vier Mal.

Gegner Unterhaching plagen weniger Personalprobleme als vielmehr die schwache Form. Gegen Türkgücü München (0:2) lieferten die Münchner Vorstädter am Mittwoch eine indiskutable Vorstellung ab. „Mit so einer Leistung brauchst du gar nicht nach Lautern zu fahren. Die geben dir zehn Stück, wenn es blöd läuft“, giftete Haching-Kapitän Manfred Schwabl. Doch Antwerpen ist gewarnt. Unterhaching steht mit dem Rücken zur Wand, düpierte außerdem am drittletzten Spieltag völlig überraschend Aufstiegsaspirant Dresden (2:0). Auch dass sein FCK, in der englischen Woche schon am Dienstag ran durfte und einen Tag (Antwerpen: „Den haben wir zur Regeneration genutzt“) länger Pause hatte, mag der Coach nicht überbewerten.

Er will sich lieber auf die eigenen Stärken besinnen. Und in der Hinsicht sieht er sein Team gut aufgestellt. Nach dem späten Ausgleichstor in Duisburg habe er „keine enttäuschten Gesichter gesehen – sondern frustrierte. Ich habe Spieler gesehen, die bereit sind, wieder aufzustehen. Wir bekommen immer wieder diese Nackenschläge – aber wir stehen wieder auf und kämpfen weiter“, lobte Antwerpen. „Der gesamte Verein denkt aktuell so, die Fans pushen uns unheimlich und geben uns Impulse. Wir lassen uns von Rückschlägen nicht beeindrucken.“