Fußball-Regionalliga FC Homburg muss zerbrochenes Porzellan kitten

Homburg · Fußball-Regionalligist empfängt nach der Blamage beim FC Astoria Walldorf an diesem Mittwoch die SGV Freiberg.

Nach dem Debakel beim FC Astoria Walldorf am vergangenen Spieltag mussten die Spieler des FC Homburg zum Rapport zu den Fans.

Nach dem Debakel beim FC Astoria Walldorf am vergangenen Spieltag mussten die Spieler des FC Homburg zum Rapport zu den Fans.

Foto: Markus Hagen

Schlechter geht es kaum mehr. Da waren Spieler, Trainer, Vorstand und Anhänger des Fußball-Regionalligisten FC Homburg nach der 0:2-Niederlage am Gründonnerstag beim vom Abstieg bedrohten FC Astoria Walldorf mal einer Meinung. Zwar verlor auch Spitzenreiter Stuttgarter Kickers das Top-Spiel gegen Verfolger TSG Hoffenheim II klar mit 0:5, sodass der Rückstand der Grün-Weißen auf die Tabellenspitze vor den Partien am Dienstag „nur“ sieben Punkte betrug. Mit Rechenspielen doch noch eine Aufstiegschance der Homburger herbeifabulieren zu wollen, scheint aktuell aber albern. Der FCH präsentiert sich seit Wochen in keiner guten Form. Seine beste Leistung im neuen Jahr zeigte er bei der 1:2-Heimniederlage am vorletzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart II.

An diesem Mittwoch um 19 Uhr geht es für die Grün-Weißen im Heimspiel gegen die SGV Freiberg denn auch weniger darum, noch einmal oben anzugreifen, als vielmehr darum, zerbrochenes Porzellan zu kitten. „Wir haben viel aufgearbeitet. Viel geredet, auch die Spieler untereinander. Jetzt müssen aber auch Taten folgen“, sagt FCH-Trainer Danny Schwarz. Er hatte das Thema Aufstieg nach der 0:2-Heimpleite gegen den Bahlinger SC Mitte März schon zu den Akten gelegt. Im Vorfeld der Partie gegen Walldorf sah der Übungsleiter dann doch wieder eine Chance. Nun gibt er zu Protokoll: „Solange wir unsere Hausaufgaben nicht machen, müssen wir auch nicht auf die Tabelle schauen.“

Der FCH-Vorsitzende Hans Gassert hat das Rechnen dagegen noch nicht ganz aufgegeben: „Nach dem Heimspiel gegen Freiberg folgt am Sonntag gegen die TSG Balingen direkt das nächste Spiel im Waldstadion. Sechs Punkte und ein Blick auf die Tabelle könnte sich wieder lohnen“, meint er.

Ein Selbstläufer wird die Partie gegen die Freiberger, die in der Tabelle als Sechster mittlerweile einen Rang vor Homburg stehen, nicht. Der FCH hat seine vergangenen drei Partien im Waldstadion alle verloren. Gassert will „gar nicht nachrechnen, was in dieser Saison machbar wäre“, wenn die Heimschwäche (18 Punkte) nicht wäre. In der Auswärtstabelle sind die Saarpfälzer mit 25 Punkten Erster.

Mittelfeldspieler Patrick Weihrauch sagt: „Die Niederlage gegen Walldorf tat weh. Auch noch Tage danach. Schlimmer als das Ergebnis war aber, wie wir gespielt haben.“

Trainer Schwarz will angesichts der unbefriedigenden Lage weiter „nach vorne schauen – aber dabei auch die Lehren aus den bisherigen Spielen in diesem Jahr ziehen.“ Das Überraschungsteam aus Freiberg, das vor der Runde eher im unteren als im oberen Tabellendrittel erwartet worden war, beschreibt der Trainer als „gute Mannschaft“, was er in der Hinrunde schon am eigenen Leib erfuhr. Die SGV gewann gegen Homburg nach 0:1-Pausenrückstand dank eines Treffers in der Nachspielzeit noch mit 2:1.

Im Hinblick auf das Personal muss Schwarz am Mittwochabend auf Mittelfeldspieler Daniels Ontuzans verzichten, der sich im Training eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Apropos Diagnose: Schwarz hatte unmittelbar nach der Niederlage in Walldorf angekündigt, nun noch genauer hinschauen zu wollen, mit welchen Spielern er auch in der kommenden Saison noch plant. 13 Verträge laufen aus. Gespräche mit Spielern und deren Beratern waren bereits gestartet. Nach dem Walldorf-Debakel wurden diese aber erst einmal auf Eis gelegt. Nach den beiden anstehenden Heimspielen sollen die Gespräche Anfang kommender Woche womöglich fortgesetzt werden.

Am Rande der Spieltags-Pressekonferenz am Dienstag erklärte Hans Gassert zudem, dass das Thema Sportdirektor, auf den der FCH aktuell aus finanziellen Gründen verzichtet, nicht grundsätzlich tabu sei. „Es gibt Überlegungen“, erklärte Gassert. „Aber auch ein Sportdirektor ist keine Garantie für einen Aufstieg“, ergänzte der Vorsitzende.

Die Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest finden Sie heute auf Seite 22

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