Novum für den FC Homburg Zuckerpass und Winkel-Knaller ringen Top-Team nieder

Homburg · Fußball-Regionalligist FC Homburg schlägt nach starker Leistung den TSV Steinbach-Haiger mit 3:1. Der Sieg stellt ein Novum in dieser Saison dar.

Marcel Carl lässt Steinbachs Torwart Johann Hipper keine Chance und bringt den FC Homburg mit dem 2:1-Führungstreffer auf die Siegerstraße.   Foto: Markus Hagen

Marcel Carl lässt Steinbachs Torwart Johann Hipper keine Chance und bringt den FC Homburg mit dem 2:1-Führungstreffer auf die Siegerstraße. Foto: Markus Hagen

Foto: Markus Hagen

Mit einem 3:1-Heimsieg gegen den Fünften der Regionalliga Südwest TSV Steinbach-Haiger holte sich der FC Homburg am Pfingstsamstag im Waldstadion den ersten Sieg gegen eine Mannschaft unter den Top sechs des Tableaus. Bisher hatte es für die Homburger in neun Partien gegen die Spitzenteams nur vier Unentschieden gegeben. Fünfmal hatte der FCH außerdem verloren.

Natürlich freute sich FCH-Trainer Timo Wenzel nach Spielschluss spürbar über den verdienten Triumph. Keineswegs selbstverständlich, nachdem seine Mannschaft am Dienstag das Halbfinale im Saarlandpokal gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken im Elfmeterschießen knapp mit 6:7 verloren hatte. „Gegen Steinbach zeigten meine Jungs genau das, zu was sie in der Lage sind: sowohl im spielerischen, kämpferischen als auch im taktischen Bereich“, fasste Wenzel hörbar stolz die Leistung seiner Jungs zusammen.

Dabei hatten die Gastgeber offensichtliche Probleme, in die Partie zu kommen. Gleich dreimal in der Anfangsviertelstunde besaßen die Gäste aus Hessen die Chance, in Führung zu gehen. Erst durch Leon Heinze (5.), dann durch Serhat Ilhan (9.) und etwas später hatte auch Saka Sturjic die Führung auf dem Fuß (14.). Die Saarländer hatten durchaus Glück, dass es bis dahin noch 0:0 stand. „In den ersten Minuten hatten wir schon die eine oder anderen Abstimmungsprobleme in der Defensive“, erkannte auch Wenzel nach dem Abpfiff.

Ab Minute 15 raffte sich dann aber auch der Tabellen-Siebte auf – und kam nach 31 Minuten durch den überragenden Mittelfeldspieler Patrick Dulleck zu seiner ersten guten Torchance. Dulleck traf jedoch nur das Außennetz. Eine noch größere Möglichkeit, den FCH in Führung zu bringen, besaß wenig später Philipp Schuck, als er alleine vor Gästetorwart Johann Hipper auftauchte. Das Leder zischte aber um wenige Zentimeter am Steinbacher Torgehäuse vorbei.

Kurz nach der Pause folgte dann der Nackenschlag für die Homburger: FCH-Innenverteidger Ivan Sachanenko konnte Sascha Marquet auf dem Weg zum Tor nicht stoppen – der vor FCH-Schlussmann David Salfeld eiskalt blieb und zur 1:0-Führung traf (49.). Es war bereits sein 23. Saisontor, mit dem er seine Spitzenposition in diesem Ranking weiter ausbaute. Es sollte abermals ein Weckruf für Wenzel Mannen sein. Denn spätestens ab diesem Zeitpunkt rollte Angriff auf Angriff in Richtung Steinbacher Tor; Chancen gab es im Minutentakt. So scheiterte Jonas Scholz etwa aus spitzem Winkel am Pfosten (53.). Und nur wenige Minute später knallte Patrick Dulleck den Ball an die Latte. Kurze Zeit später besaß auch Niklas Doll die Chance zum längst hinfälligen Ausgleich, scheiterte jedoch am besten Steinbacher Spieler. An Torwart Johann Hipper (55.).

Doch was Scholz, Dulleck und Doll zunächst nicht gelingen sollte, gelang in der 62. Minute dann Marco Hingerl, der nach Vorarbeit von Mart Ristl aus 16 Metern zum 1:1 ausglich. Von Steinbach kam auch daraufhin wenig bis gar nichts, während der FC Homburg auf den nächsten Treffer drängte. So sorgten Ivan Sachanenko (76.) mit einem Kopfball und Loris Weiß besaß in der 83. Minute für Torgefahr. Doch in Front ging der FCH nicht. Nach 85. Minuten stand es weiterhin 1:1. Sollte es dabei tatsächlich bleiben?

Nein. Denn vier Minuten vor Ultimo erlöste Marcel Carl die Homburger, als er alleine vor Steinbachs Hipper cool blieb – und per Rechtsschuss souverän  zum 2:1 vollendete (86.). „Endlich“, werden sich die Homburger wohl in diesem Moment gedacht haben. Vorausgegangen war ein Zuckerpass von Patrick Dullecks, der einen perfekt temperierten Schnittstellenpass per Außenrist über etwa 20 Metern in den Lauf von Carl spielte. Für das Sahnehäubchen zum hochverdienten Heimsieg sorgte ein paar Minuten später der eingewechselte Stürmer Damjan Marceta, der nach einem Solo den Ball aus etwa 22 Metern in den linken Winkel haute. „Klar freut man sich über so einen tollen Treffer und den Sieg, der mehr als hochverdient war“, meinte Marceta zu seinem zehnten Saisontor, mit der er weiterhin bester Torjäger der Grün-Weißen ist. Torvorbereiter Mart Ristl sprach von einer überragenden zweiten Halbzeit: „Auch nach dem Rückstand haben wir richtig toll aufgespielt, uns viele Torchancen erspielt.“

Nach der anstrengenden Woche mit drei Spielen, gab es zur Belohnung über Pfingsten zwei trainingsfreie Tage für die Spieler. Kraft tanken hieß es – bevor am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel beim Spitzenreiter SC Freiburg die nächsten schweren 90 Minuten für den FCH gegen ein Topteam der Liga ansteht. Vielleicht gelingt dann ja der zweite Triumph gegen ein Top-Team.