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FC Homburg nach Sieg gegen FCS im Saarlandpokal-Finale gegen Elversberg

Fußball-Saarlandpokal : Nur noch ein Schritt zum DFB-Pokal-Ticket

Der FC Homburg bezwingt den Erzrivalen 1. FC Saarbrücken klar mit 3:0 und trifft nun im Saarlandpokal-Finale auf die SV Elversberg.

Überraschungen sind auch für Fußballer immer wieder ein besonders schönes Erlebnis. Wenn sie dann noch gegen den Erzrivalen gelingen umso mehr. Eine solche ist dem Regionalligisten FC Homburg im Halbfinale des Fußball-Saarlandpokals gelungen. Vor allem die Deutlichkeit des Ergebnisses gegen den so hoch gehandelten 1. FC Saarbrücken erstaunte. Die Grün-Weißen bezwangen den Drittliga-Aufsteiger und Titelverteidiger am Dienstagabend im Waldstadion deutlich mit 3:0 (1:0). Patrick Lienhard mit einem verwandelten Foulelfmeter sowie der eingewechselte Damjan Marceta (86. und 90.+5) ließen den FC Homburg jubeln, der damit ins Finale an diesem Samstag gegen die SV Elversberg einzieht. „Mein Kompliment an die gesamte Mannschaft und das Trainerteam für diese tolle Leistung“, freute sich der FCH-Vorsitzende Herbert Eder über den „verdienten“ Sieg.

Schon nach 44 Sekunden hatten die wenigen ausgesperrten Homburger Fans, die zu dem „Geister-Derby“ ans Stadion kamen, den Torschrei auf den Lippen. Serkan Göcer schoss den Ball aus sechs Metern an die Latte des FCS-Gehäuses. Die Saarbrücker hatten danach mehr Ballbesitz, doch es dauerte bis zur 31. Minute, ehe Nicklas Shipnoski nach einem Konter mit einem Lattenschuss die erste Großchance für die Blau-Schwarzen hatte. Drei Minuten vor der Halbzeit klärte Homburgs Torhüter David Salfeld einen 18-Meter-Freistoß von Markus Mendler zur Ecke. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann hektisch. Jannik Sommer wurde von Sebastian Bösel im Strafraum berührt, der Homburger fiel und Schiedsrichter Patrick Alt entschied auf Strafstoß. Patrick Lienhard verwandelte sicher zur 1:0-Pausenführung (44.) der Hausherren. „Wir hatten zwar eine tolle Chance durch Göcer, aber ansonsten leisteten wir uns in Hälfte eins zu viele Ballverluste und Fehlpässe im Mittelfeld“, haderte FCH-Trainer Matthias Mink zunächst trotzdem mit dem Auftritt seiner Elf. „Da hätte ich von uns im Offensivspiel mehr erwartet.“ Dennoch führte Grün-Weiß zum Seitenwechsel.

In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft das Spiel nach vorne besser umgesetzt. Der FCS hatte zwar die eine oder andere Torchance. Dennoch „hätten wir durchaus viel früher das 2:0 machen können“, betont Mink. So hatten Patrick Dulleck (59.) und Daniel Di Gregorio (69.) zwei sehr gute Gelegenheiten ausgelassen. Dann stand FCS-Keeper Daniel Batz erneut im Blickpunkt, der den FCS mit seinen Elfmeter-Paraden im März bis ins DFB-Pokal-Halbfinale führte. Zunächst verhinderte er gegen Philipp Schuck die Vorentscheidung zugunsten des FC Homburg. Dann klärte er nach einem Eckball von Sommer gegen einen Kopfball von Außenverteidiger Tim Stegerer (70.) glänzend. Nur 30 Sekunden nach dieser Aktion verhinderte Homburgs Schlussmann David Salfeld gegen den durchgebrochenen Minos Gouras den 1:1-Ausgleich. „Wenn wir hier treffen, wäre das Spiel vielleicht noch gekippt“, sagte FCS-Trainer Lukas Kwasniok, der sich über die Gesamtleistung seiner Mannschaft bitter enttäuscht zeigte. „Das war weder im Angriff, noch in der Defensive viel.“ So sah es auch FCS-Sportdirektor Jürgen Luginger, vor fünf Wochen noch Trainer beim FC Homburg. „Wir wussten um die Stärken des FCH gut Bescheid. Meine Ex-Mannschaft ist zum richtigen Zeitpunkt in Führung gegangen“, erklärte er. Die Homburger hätten es in den „interessanten“ 90 Pokalminuten einfach gut gemacht. „Ich hatte das Gefühl, dass wir noch einige Stunden hätten spielen können und trotzdem nicht getroffen hätten.“ Luginger zeigte sich als fairer Verlierer. „Der Sieg ging absolut in Ordnung“, erkannte der Saarbrücker Sportdirektor nach dem Abpfiff die Leistung des Gegners an.

 Mit der Einwechslung von Damjan Marceta (77. für Patrick Dulleck) bewies Luginger-Nachfolger Matthias Mink ein goldenes Händchen. Während Saarbrücken sich in der Schlussphase vergeblich die Zähne an der gut stehenden Defensive der Homburger ausbiss, nutzte Marceta nicht nur einen Konter zum 2:0 (83.), sondern er setzte in der fünften Nachspielminute mit dem 3:0 nach einem Fehler von Batz sogar noch einen drauf.

„Klar freue ich mich über meine beiden Tore. Aber ich bin nur ein Bestandteil einer großartigen Mannschaft, die gegen den FCS hochverdient gewonnen hat“, sagte der zweifache Torschütze nach Abpfiff mit einem riesigen Strahlen im Gesicht. Selbstverständlich brennt er auch darauf, in der Stammelf zu stehen. „Aber ich bin noch nicht ganz fit. Ich war länger verletzt, hatte Achillessehnenprobleme und fehlte daher auch in der Vorbereitung zwei Wochen.“ Insgesamt gesehen sei der FC Homburg an diesem Abend die bessere Mannschaft gewesen. „Wir hatten mehr Möglichkeiten als Saarbrücken – daher ist der Sieg auch verdient.“ Mannschaftskapitän Tim Stegerer lobte die hervorragende Arbeit seiner Elf in der Defensive. „Wir haben gegen den Drittliga-Aufsteiger nicht viel zugelassen. In der Offensive setzten wir besonders in der zweiten Halbzeit immer wieder Nadelstiche“, sah auch Stegerer im FCH den verdienten Sieger. „Insgesamt haben wir sehr gut im Defensivverband gestanden und es den Saarbrückern so richtig schwer gemacht“, sagte FCH-Keeper David Salfeld.

Die Freude über den Erfolg gegen den Saarrivalen weicht sogleich der Vorfreude auf das Endspiel an Samstag. An der Kaiserlinde in Elversberg geht es ab 16.45 Uhr gegen den Regionalliga-Kontrahenten SV Elversberg, der sich am Dienstag mit 4:2 beim Saarlandligisten SV Auersmacher für das Endspiel qualifizierte. Dem Finalsieger winkt der Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals.