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FC Homburg empfängt VfR Aalen vor leeren Rängen

Fußball-Regionalliga : „In dieser Liga ist alles möglich“

Loris Weiss war einer der Garanten für die fulminante Aufholjagd des Fußball-Regionalligisten FC Homburg beim 3:2-Sieg in Walldorf. Dieser Erfolg sei allerdings nichts wert, wenn der FCH am Samstag nicht endlich wieder ein Heimspiel gewinnt.

Mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer TSV Steinbach Haiger steht der FC Homburg auf Platz vier der Fußball-Regionalliga Südwest nach zehn Spieltagen nicht schlecht da. Richtet sich der Blick nur auf die Auswärtsspiele, sieht die Bilanz der Grün-Weißen mit vier Siegen und einer Niederlage sogar richtig gut aus. Zuhause hakt es dagegen noch ziemlich. Zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Remis auf eigenem Platz sind nicht das, was sich die Saarpfälzer vorgestellt haben.

Deshalb will der FCH am Samstag um 14 Uhr im Waldstadion endlich wieder ein Heimspiel zu seinem Gunsten entscheiden. Zumal die Grün-Weißen mit Gegner VfR Aalen, der auf Rang 16 gefährlich nahe an der Abstiegszone liegt, keine Übermannschaft empfangen.

„Es wird höchste Zeit, dass wir im eigenen Stadion mal wieder ein Spiel gewinnen“, fordert auch FCH-Mittelfeldspieler Loris Weiss – der großen Anteil am Sieg der Homburger (3:2) am Dienstag bei Astoria Walldorf hatte.

0:2 hatten dir Grün-Weißen zur Pause zurückgelegen. Nach dem Anschlusstreffer von Philipp Hoffmann sorgte Weiss zunächst für den Ausgleich. Und sechs Minuten vor dem Ende servierte er den Eckball, den Innenverteidiger Stefano Maier zum Siegtreffer nutze. Für Weiss war es nicht nur sein erstes Saisontor, sondern auch seine erste Vorlage. Damit will er sich aber nicht zufrieden geben: „Gegen Aalen zählt nur ein Sieg, sonst sind die drei Punkte aus Walldorf nicht mehr so viel wert“, sagt er.

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler bestreitet seine zweite Saison bei den Saarpfälzern. Ausgebildet wurde er in der Nachwuchsabteilung des FSV Frankfurt. Mit 19 Jahren wechselte er zum Oberligisten SC Hessen Dreieich, mit dem er drei Jahre später in die Regionalliga Südwest aufstieg. Das Abenteuer war für den kleinen Verein aber nach einer Saison wieder beendet. „Danach wollte ich den nächsten Schritt machen“, sagt der gebürtige Hanauer, der im Sommer vergangenen Jahres in Homburg anheuerte. „Der FCH ist ein Verein, der immer die Ambition hat, oben in der Tabelle ein Wort mitsprechen zu wollen“, sagt Weiss, der mit der aktuellen Runde „nicht unzufrieden“ ist. „Mit 19 Punkten aus zehn Spielen liegen wir im Soll, auch wenn wir den einen oder anderen Punkt schon unnötig liegengelassen haben“, sagt Weiss. Und meint vor allem das jüngste Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (2:2), bei dem die Grün-Weißen den Sieg durch zwei kapitale Abwehrschnitzer verpasst hatten.

Die Regionalliga schätzt Weiss in dieser Saison als ungemein spannend und ausgeglichen ein. „Es gibt kein Topteam, das sich wie in den Jahren davor oben absetzen kann. In dieser Liga ist alles möglich.“ Also auch für den FCH? So weit möchte Weiss sich nicht aus dem Fenster lehnen, ein konkretes Saisonziel formuliert er nicht. „Jede Woche gibt es Ergebnisse, mit denen man nicht rechnen konnte. Wir haben Spiele verloren, die man nicht verlieren sollte, wenn man oben stehen will. Aber den anderen Mannschaften geht das ja genauso.“

Über das nächste Wochenende hinausblicken will „Lore“, wie er von seinen Mitspielern genannt wird, ohnehin nicht. „Von Spiel zu Spiel denken – nur auf Aalen konzentrieren“, lautet die Devise von Weiss, der es bedauert, dass Zuschauer am Wochenende nicht ins Stadion dürfen.

Er verspricht: „Auch ohne Fans werden wir alles daransetzen, die Fehler, die wir in den letzten Wochen in der Abwehr gemacht haben, nicht zu wiederholen.“

Darauf setzt auch FCH-Trainer Matthias Mink, der im Hinblick auf Aalen von einer „unangenehmen Aufgabe“ spricht. Der Trainer weist darauf hin, dass eine Aufholjagd wie in Walldorf nicht die Regel sein kann: „Es war wichtig, dass wir als Mannschaft eine solche Reaktion gezeigt haben. Aber wir werden nicht immer in der Lage sein, so ein Spiel noch zu drehen.“

Neben den Langzeitverletzten Serkan Göcer (Kreuzbandriss) und Patrick Lienhard (Innenbandanriss im Knie) fehlt auch Daniel Di Gregorio, dessen Wadenverletzung gegen den FSV Frankfurt wieder aufbrach. Der Mittelfeldspieler befindet sich im Aufbautraining. Damjan Marceta, der in Walldorf wegen muskulärer Probleme pausieren musste, hat in zwischen das Training wieder aufgenommen. Möglicherweise kehrt er zumindest in den Spieltagskader zurück. Mit leichten Blessuren gingen Jannik Sommer, Mart Ristl und auch Weiß in Walldorf vom Platz. Mink gab aber Entwarnung. Die Spieler stehen zur Verfügung. Weiß bestätigt: „Ich hatte am Dienstag Rückprobleme. Aber am Samstag bin ich dabei.“