FC Homburg im DFB-Pokal Vor über 10 000 Fans heiß auf nächsten Coup

Homburg · Regionalliga-Spitzenreiter FC Homburg empfängt im Achtelfinale des DFB-Pokals am Dienstag den Zweitliga-Tabellenführer FC St. Pauli im Waldstadion – und freut sich auf die Saison-Rekordkulisse.

 Pure Freude bei Fabian Eisele (rechts), nachdem er den FC Homburg beim 2:1-Sieg gegen Greuther Fürth in Führung geschossen hatte. Am Dienstagabend wird er im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC St. Pauli wohl erstmal zuschauen. Goalgetter Phil Harres wird als einziger Stürmer in der Startelf der Grün-Weißen erwartet.

Pure Freude bei Fabian Eisele (rechts), nachdem er den FC Homburg beim 2:1-Sieg gegen Greuther Fürth in Führung geschossen hatte. Am Dienstagabend wird er im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC St. Pauli wohl erstmal zuschauen. Goalgetter Phil Harres wird als einziger Stürmer in der Startelf der Grün-Weißen erwartet.

Foto: Markus Hagen

Die Anspannung steigt, die Vorfreude ist riesengroß bei Fans, Spielern, Trainern und Mitarbeitern des FC Homburg. Zum Saisonhöhepunkt am Dienstagabend (20.45/Sky) empfängt der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest mit dem FC St. Pauli den ungeschlagenen Ersten der 2. Bundesliga zum DFB-Pokal-Achtelfinale im Waldstadion. Die Grün-Weißen rechnen mit 12 000 Zuschauern, vor denen der FCH nur zu gerne die nächste Pokalsensation schaffen würde. In den ersten beiden Runden war den Saarländern das bereits gegen den Bundesliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98 (3:0) sowie gegen den Zweitligisten Spielvereinigung Greuther Fürth (2:1) gelungen. Doch der FC weiß, dass er als krasser Außenseiter in das Duell gegen die Kiezkicker gehen wird.

FCH-Trainer Danny Schwarz schätzt die Chance auf einen Viertelfinaleinzug realistisch ein: „Wie gegen Darmstadt und Fürth muss auch diesmal alles zusammenpassen, um für eine Sensation zu sorgen. Der FC St. Pauli hat in dieser Zweitligasaison eine Mannschaft zusammen, die fußballerisch das Maß aller Dinge ist, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Hier stimmt alles. Auch von der Mentalität, Qualität und dem Selbstbewusstsein“, schwärmt er. Die Hamburger seien „brutal“ spielstark und zu Recht Tabellenführer der 2. Liga. „Von Auftreten und Spielweise her ist er kein Zweit-, sondern ein Erstligist.“

Schwarz und seine Spieler hatten sich am Freitagabend das Hamburger Lokalderby zwischen St. Pauli und dem HSV genau angesehen. „In der ersten Halbzeit spielte St. Pauli stark auf, dann war der HSV besser im Spiel“, meinte der FCH-Coach zum 2:2. „Ohne Zweifel ist St. Pauli der haushohe Favorit bei uns im Waldstadion.“ Schwarz sieht die Chance auf ein Weiterkommen aber keinesfalls bei null. „Ich denke, dass wir durchaus die eine oder andere Gelegenheit bekommen, wenn wir die nutzen wird St. Pauli vielleicht nervös und findet nicht zu seiner bestmöglichen Form.“ Ähnlich verliefen die beiden DFB-Pokalspiele des FC Homburg in dieser Saison gegen Darmstadt 98 und Greuther Fürth.

„Zu motivieren brauche ich mit Sicherheit keinen meiner Spieler. Über 10 000 Zuschauer geben einen tollen Rahmen. Wir haben nichts zu verlieren“, sagt der FCH-Trainer. Taktisch wird der FC Homburg sich wieder mit einer Fünferkette aufstellen. Lukas Quirin wird von der Sechser-Position eine Position nach hinten in die Defensivreihe rücken. Personell könnte der zuletzt am Sprunggelenk verletzte Dominic Schmidt wieder ins Aufgebot zurückkehren.

Fabian Hürzeler, der Chefcoach des FC St. Pauli, sieht seine Mannschaft beim Regionalligisten zwar in der klaren Favoritenrolle, warnt aber vor den spielstarken Homburgern. „Nicht umsonst haben sie mit Darmstadt einen Erstligisten und mit Fürth einen Zweitligisten aus dem Pokal geworfen. Wir müssen schon aufpassen und an unsere Leistungsgrenze herangehen.“ Keinesfalls wolle er im Vergleich zum Lokalderby gegen den HSV am Freitag nun personell rotieren, weil es „nur“ gegen einen Viertligisten geht. „Der FC Homburg hat überhaupt nichts zu verlieren. Wir dagegen sehr viel. Wir wollen ins Viertelfinale, aber dafür müssen wir alles geben, um Homburg im eigenen Stadion zu bezwingen.“ Dafür müsse sein Team seriös die Aufgabe bei den Saarländern, die wettbewerbsübergreifend immerhin seit zwölf Partien ungeschlagen sind, angehen.

Homburgs offensiver Mittelfeldspieler Markus Mendler erwartet mit den Hanseaten eine Mannschaft, die viel stärker auftreten wird als die vergangenen beiden DFB-Pokal-Gegner. „Der FC St. Pauli ist ein Team mit Erstliga-Qualitäten. Aber ich sehe uns auch nicht ganz chancenlos. Wenn St. Pauli nicht seinen besten Tag erwischt, wir dagegen wieder einen Sahnetag, ist auch diesmal was drin.“ Zusätzliche Motivation gebe die vielen Zuschauer auf den Rängen. „So etwas erleben wir ganz selten.“

Am Samstag ging die zehntausendste Karte über den Onlineverkauf weg. FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik geht von bis zu 12 000 Besuchern aus. Sitzplatzkarten sind längst vergriffen, wie auch VIP-Karten.

Etwas für den FC Homburg komplett Neues wird es am Dienstagabend auch noch geben. Ab dem Achtelfinale ist der Videoschiedsrichter (VAR) Pflicht. Das Kontrollzentrum steht direkt vor dem Waldstadion und nicht wie sonst im „Kölner Keller“, denn: „Es gibt keine ausreichend gute Glasfaserleitung, dass man nach Köln gehen könnte“, erläutert FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik. Rund 30 000 Euro muss Homburg für „Schiedsrichter, VAR und alles, was mit Technik zu tun hat“ für das Spiel berappen. Dem stehen Einnahmen aus den Vermarktungserlösen von rund 1,5 Millionen Euro gegenüber.

Tickets für das DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen Homburg und St. Pauli gibt es im Vorverkauf am Spieltag noch zwischen zehn und 13 Uhr auf der Geschäftsstelle Am Rondel in der Innenstadt. Die Tageskassen am Stadion öffnen um 19 Uhr. Hier wird ein Aufpreis in Höhe von zwei Euro genommen. Der FC Homburg appelliert an die Fans, möglichst frühzeitig Parkplätze außerhalb des Bereichs des Waldstadions anzusteuern.

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