Fahad Sadig fliegt zum Sieg

Ausgelassen freut sich Fahad Sadig nach seinem Sprung über 4,80 Meter. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid reicht die neue Bestleistung des Zweibrücker Stabhochspringers zum Sieg. Sprinterin Sina Mayer wird Vierte über 100 Meter.

Einen Überraschungs-Coup hat Fahad Sadig gelandet. Schon in der Luft reißt der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken die Arme hoch, als er die 4,80 Meter überquert. Ob das zu Gold reicht, ist in diesem Moment noch nicht klar, Silber hat der Zweibrücker bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U18 da aber schon sicher. Favorit Vincent Hobbie (LG Karlsruhe) pokert, lässt die Höhe nach einem Fehlversuch aus und probiert sich gleich an 4,85 Metern. Als er Anlauf zu seinem dritten und letzten Versuch nimmt, holt sich Fahad Sadig, der ebenfalls pokerte und die Höhe zuvor ausließ und damit die Konkurrenz unter Druck setzte, von seinem Trainer Bernhard Brenner die letzten Tipps für die nächste Höhe. Als Hobbie scheitert, ist klar: Sadig hat den Sieg sicher. Dieser applaudiert seinem gerade ausgeschiedenen Rivalen, der wiederum gratuliert Sadig mit einer herzlichen Umarmung. Viele Schulterklopfer erhält der Überraschungssieger auf dem Weg zu seinen weiteren Sprüngen. Doch die zwei Versuche über 4,90 und der eine über 5,02 Meter bleiben ungültig. Egal, mit neuer Bestleistung von 4,80 Metern, mit 4,60 war Sadig als Sechster gemeldet, schafft er am Freitagnachmittag den Sprung nach ganz oben aufs Siegertreppchen. "Zum ersten Mal hat im Wettkampf meine Technik geklappt", jubelte der in Bagdad Geborene.

"Eine Medaille für Fahad ist auf alle Fälle drin", betonte noch vor dem Wettkampf ein zuversichtlicher Brenner. Allerdings sei ihm bei dem 17-Jährigen derzeit eigentlich nicht so wichtig, wie weit vorne er landet, oder wie hoch er fliegt, "wichtiger ist, dass er seine guten Trainingsleistungen auch im Wettkampf zeigt - die Schwankungen sind da einfach zu extrem." Das hat der Zweibrücker in Wattenscheid in beeindruckender Manier getan. Den mutigen Vorstoß auf 5,02 Meter erklärt Sadig damit, dass er die Bestleistung seines Trainers überbieten wollte. "4,80 Meter war ja hoch drüber", sagt er lachend. Teamkollege Nico Fremgen, eigentlich Zehnkämpfer, landete mit 4,40 Metern auf dem fünften Rang.

Einen kleinen Dämpfer musste LAZ-Sprinterin Sina Mayer hinnehmen. Gerade von der Reise mit der U20-Nationalmannschaft zur WM in Eugene/USA zurückgekehrt, lief die 19-Jährige in 11,95 Sekunden auf den undankbaren vierten Platz. Auf regennasser Laufbahn verpasste Mayer eine Medaille um 13 hundertstel Sekunden. Siegerin wurde Gina Lückenkemper (LAZ Soest) in 11,67 Sekunden. Als Dritte der Meldeliste war Mayer mit dem Ziel an den Start gegangen, ihre Bestleistung von 11,86 Sekunden zu steigern. Im Vor- und Zwischenlauf kam die LAZ-Starterin jeweils in 11,91 Sekunden ins Ziel. Erfahrungen will die Sprinterin am Samstag über die 200 Meter sammeln, wo sie sich selbst keine großen Chancen auf den Endlauf ausrechnet.

Im Stabhochsprung-Wettbewerb der U18, der wegen starken Regens vorzeitig beendet wurde, landete LAZ-Athletin Johanna Felzmann mit übersprungenen 3,50 Metern auf dem neunten Rang.

Für zwei weitere Nachwuchs-Leichtathleten des LAZ geht es am Samstag um gute Platzierungen. Nicolas Dietz misst sich im Stabhochsprung der U20 mit der nationalen Konkurrenz. Hanna Luxenburger greift am Samstag in ebendieser Altersklasse zum Hammer. Die Zweibrückerin ist Elfte in der Meldeliste.