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Motorsport: „Es gibt sehr viele schöne Erinnerungen“

Motorsport : „Es gibt sehr viele schöne Erinnerungen“

Zum letzten Mal sorgt Organisationsleiter Helmut Schöffler beim Bergrennen für einen reibungslosen Ablauf.

Am Wochenende 15./16. Juli veranstaltet der Homburger Automobilclub HAC die 44. Auflage seines Internationalen ADAC Bergrennens auf der Käshofer Straße. Für Organisationsleiter Hartmut Schöffler ist es die letzte Veranstaltung, er nimmt nach 44 Jahren von seinem ehrenamtlichen Einsatz bei dieser Traditionsveranstaltung Abschied. Der 73-Jährige war unter anderem auch 33 Jahre lang Rennleiter dieses Motorsportereignisses.

Am 15. und 16. Juli dröhnen wieder die Motoren auf der Käshofer Straße beim Internationalen ADAC Bergrennen des HAC. Die Vorbereitungen sind dann längst abgeschlossen. Wann beginnt die Organistion dieser Veranstaltung und was ist alles für den reibungslosen Ablauf zu tun?

Hartmut Schöffler: Die Vorbereitung fängt eigentlich schon nach dem Rennende des jeweiligen Vorjahres an, wenn wir mit den Teilnehmern reden, ob sie im nächsten Jahr wieder kommen. So richtig in die Planung geht es dann im Februar. Es müssen die notwendigen Anmeldungen und Genehmigungen für unser Rennen unter anderem beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB), bei den Behörden im Saarland und Rheinland-Pfalz, beim Forst und bei den Straßenämtern eingeholt werden.

Während der Veranstaltung bedarf es vieler Helfer und Mitarbeiter. Wer ist alles im Einsatz?

Schöffler: Wir brauchen Streckenposten und Sicherungsmitarbeiter, Ärzte und Rettungssanitäter, die bei Unfällen zur Stelle sind, Abschleppwagen für verunglückte Rennwagen und natürlich auch Mitarbeiter für unsere Zuschauer, sei es für den Kartenverkauf oder die Verpflegung.

Bereits einige Zeit vor dem Rennsportwochenende müssen auch an der Rennstrecke und im Fahrerlager schon viele Aufgaben erledigt werden. Was ist dort alles zu tun?

Schöffler: Mit der Hilfe eines Bauers aus Käshofen muss erst einmal die 100 auf 100 Meter große Wiese gemäht werden, die uns dann als Fahrerlager beim Bergrennen zur Verfügung steht. Zufahrtswege zu den Besichtigungspunkten für unsere Zuschauer müssen hergerichtet werden. Sicherungszäune und Absperrungen an der 2,6 Kilometer langen Rennstrecke gilt es zu installieren. Über 500 Reifenstapel werden für die Sicherheit der Rennfahrer sorgen. Hinweisschilder müssen installiert werden. Darüber hinaus gilt es, Sponsorengelder einzuholen und das Programmhelft zu drucken. Kurz vor dem Rennen wird ein großes Festzelt aufgestellt. Selbstverständlich ist dann auch für das leibliche Wohl unserer Gäste hier gesorgt.

Dank der rund 180 fleißiger Helfer hinter und vor den Kulissen klappt dies Jahr für Jahr hervorragend. Auch ein Grund weshalb dieses HAC Bergrennen einen hohen Stellenwert in der europäischen Bergrennsportszene hat? Wie schaut es in diesem Jahr aus? Wie viele Fahrer werden erwartet?

Schöffler: Ja, in der Tat kommen viele Rennfahrer zum wiederholten Male zu unserer Veranstaltung, weil sie sich wohlfühlen und auch die Herausforderung der anspruchsvolle Strecke suchen. Wir gehen bei dieser Auflage von rund 160 Nennungen aus.

Wer gehört für Sie zu den Favoriten in diesem Jahr?

Schöffler: Es wird mit Sicherheit in diesem Jahr einen neuen Sieger geben, weil der Titelverteidiger David Hauser in dieser Saison keine Bergrennen fährt. Als Gesamtsieger könnte sich Daniel Allais mit seinem Formel 3000 Fahrzeug durchsetzen. Bei den Tourenwagen erwarte ich Holger Hovemann aus Buchen mit seinem Opel Kadett GTR V8 ganz vorne.

Wie viele Zuschauer erwartet der Homburger Automobilclub? Und wie hoch sind die Eintrittspreise?

Schöffler: Wir hoffen natürlich auf optimales Wetter für die Zuschauer und auch für die Rennsportler, auf dann trockener Strecke. Mit 2000 bis 3000 Rennsportfans an beiden Tagen wären wir sehr zufrieden. Der Besuch der Trainingsläufe am Samstag kostet zehn Euro. Am Renntag werden 15 Euro gezahlt. Die Kombikarte für beide Tage kostet 15 Euro. Ermäßigte Karten sind an beiden Tagen jeweils für fünf Euro zu haben. Die Einzelkarte berechtigt zum Besuch von Training am Samstag und Rennen am Sonntag.

Was können die Besucher erwarten, wie sieht der sportliche Verlauf der Veranstaltung aus?

Schöffler: Die Fahrer kommen am Freitag an und bereiten ihre Fahrzeuge dann auf das Bergrennen vor. Am Samstag dröhnen dann von acht bis 18 Uhr die Motoren bei den Trainingsläufen. Am Sonntag, 16. Juli, geht es um 8.30 Uhr mit den ersten Wertungsläufen in allen Klassen los. Jeder Teilnehmer absolviert drei Läufe. Die beiden besten Läufe kommen in die Wertung. Gegen 17.30 Uhr wird der Gesamtsieger feststehen. Ab 19 Uhr laden wir abschließend zur großen Siegerehrung ins Festzelt auf dem Fahrerlager ein.

Als Rennsportleiter und nun Organisationsleiter haben Sie gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiterstab dieses Motorsportereignis immer wieder hervorragend über die Bühne gebracht. Nun heißt es für Sie Abschied nehmen. Welche Erinnerungen bleiben nach 44 Jahren?

Schöffler: Altersbedingt habe ich mich dazu entschieden, nun meine Aufgaben beim Bergrennen anderen zu übertragen. Es gab sehr viele schöne Erinnerungen und Ereignisse in dieser langen Zeit. Es gab aber auch schwere Zeiten, als es galt, für unsere Veranstaltung zu kämpfen, als wir finanziell durch witterungsbedingt massive Zuschauereinbrüche schwer zu leiden hatten und unsere Veranstaltung dadurch auf der Kippe stand. Besonders gefreut hat mich im Rückblick, dass im Jahr 2014 unser Clubmitglied und der mehrfache Weltmeister Timo Bernhard bei unserem Bergrennen mitmachte und Gesamtsieger wurde. In diesem Jahr kann Timo leider wegen eines anderen Rennens nicht dabei sein.