Eishockey-Regionalliga Hornets finden spät das Sieg-Rezept

Heilbronn · In der Eishockey-Regionalliga beweisen die Hornissen am Freitag gegen Heilbronn Charakter. Das Team von Trainer Ralf Wolf dreht einen 3:0 Rückstand in einen knappen aber verdienten Sieg.

 Machte den Unterschied: Michael Morrissey (Mitte), hier im Heimspiel gegen Stuttgart, erzielte gegen Heilbronn zwei Treffer für den EHC Zweibrücken.

Machte den Unterschied: Michael Morrissey (Mitte), hier im Heimspiel gegen Stuttgart, erzielte gegen Heilbronn zwei Treffer für den EHC Zweibrücken.

Foto: Martin Wittenmeier

Manchmal hilft nur noch der Griff in Mutters Rezeptkiste. Der Kniff von Hornets-Trainer Ralf Wolf brachte jedenfalls am Freitagabend die Wende für sein Team in der Eishockey-Regionalliga in einem Spiel, das nach dem ersten Drittel eigentlich gelaufen schien. Beim HEC Heilbronn drehten die Hornissen aus der Rosenstadt einen 3:0-Rückstand in einen 3:4-Sieg nach dem Penalty-Shootout.

Zunächst aber sahen die Wolf-Schützlinge nach einem katastrophalen ersten Spielabschnitt wie die Verlierer des Abends aus. „Das erste Drittel war schwer verdaulich. Wir haben drei Gegentore zugelassen, Strafzeiten kassiert. Da haben wir uns irgendwie nicht an unseren Plan gehalten“, sagt Ralf Wolf im Gespräch mit dem Merkur. „Eigentlich untypisch für uns.“

Bereits nach anderthalb Minuten musste Frederic Hellmann auf der Strafbank platznehmen. Die Unparteiischen bestraften den Elbogen-Einsatz des Zweibrückers. Blieb das erste Powerplay der Heilbronner hier noch folgenlos, so änderte sich das mit der zweiten Strafe, die Lukas Sawicki nur acht Minuten später kassierte.

Lukas Seeger im Trikot des HEC nutzte die Überzahl seines Teams nach einer Vorlage von Marco Horter zur Führung für die Gastgeber. Kaum war Sawicki wieder auf dem Feld, klingelte es erneut im Kasten von Hornets-Goalie Viktor Lust. Der Heilbronner Leontin Kreps brachte sein Team weiter in Front. Drei Sekunden vor Ende des ersten Drittels jubelten erneut die Spieler von HEC-Coach Kai Sellers. Sven Breiter traf nach Vorarbeit von Kreps erneut ins Zweibrücker Gehäuse.

„Wir hatten wenig Struktur in dieser Phase, haben die Räume nicht gut aufgeteilt“, analysiert Wolf das Anfangsdrittel der Partie. In der Folge hätten seine Spieler den Gegner zu guten Chancen eingeladen, die die Heilbronner eiskalt ausgenutzt haben.

Was genau Hornets-Trainer Wolf seinen Männern in der Drittelpause gesagt hat, ist nicht überliefert. „Von meiner Mutter habe ich ein tolles Käsekuchen-Rezept, das haben wir durchgesprochen“, berichtet Wolf mit einem Augenzwinkern über seine vertrauliche Ansprache in der Pause. Das Gespräch zeigte jedenfalls Wirkung, denn nach dem Wiederanpfiff zeigten die Rosenstädter ein anderes Gesicht. 35 Sekunden nach Wiederanpfiff besorgte Michael Morrissey den Anschlusstreffer für die Gäste. „Das war zwar ein bisschen ein Glückstor, aber genau das haben wir gebraucht.“

Die „Hypothek“ aus dem ersten Drittel lastete zwar weiterhin schwer auf den Schultern der Hornissen, doch die ließen sich nicht entmutigen. „Im letzten Drittel hatten wir viel Scheibenbesitz, sind gut ins gegnerische Drittel reingekommen und konnten die Heilbronner zu Fehlern provozieren.“, schildert Wolf den Spielverlauf im Schlussdrittel. In der Phase mussten die Heilbronner dann gleich dreimal in Unterzahl gegen die Zweibrücker bestehen.

„Das hat den Gegner Kraft gekostet.“, ist der Zweibrücker Übungsleiter sicher. Maximilian Dörr erzielte dann in der 45. Spielminute das 3:2 für die Gäste. Die Vorarbeit dazu leistete Erik Betzold, der auch am Zweibrücker Ausgleich entscheidenden Anteil hatte. In der 53. Minute bediente er Julian Reiss zum 3:3. „Unterm Strich war der Ausgleich sicher nicht unverdient. Es war schön, zu sehen, wie wir nach so einem Rückstand zurückgekommen sind.“

In der Folge drückten die Gäste aus der Rosenstadt weiter auf den Sieg, mussten jedoch der kräftezehrenden Hypothek aus dem ersten Drittel Tribut zollen. Für einen Sieg in der regulären Spielzeit habe „die Kraft einfach nicht mehr gereicht“. Den besorgte dann Michael Morrissey ganz abgezockt im Penalty-Schießen.

In Heilbronn stand auch Neuzugang Jaroslav Adolf erstmals für die Hornissen auf dem Eis. „Er braucht noch etwas Zeit, hat längere Zeit nicht gespielt, das hat man gemerkt“, berichtet Wolf über den ersten Einsatz seines neuen Spielers, von dessen Schnelligkeit sich der Zweibrücker Trainer noch einiges erhofft. In den zwei Trainingseinheiten in der kommenden Woche gelte es den Tschechen weiter in die Mannschaft zu integrieren.

Weit weniger Anschlussschwierigkeiten dürfte dagegen der ebenfalls in der vergangenen Woche verkündete Rückkehrer Claudio Schreyer haben. „Mit Claudio konnten wir einen Spieler zurückgewinnen, der super ins Team passt“, erzählt Wolf, der fest von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt ist.

Seit dem 1. Dezember ist das Transferfenster in der Regionalliga geöffnet. Während sich laut Wolf ein weiterer möglicher Zugang bereits zerschlagen hat, arbeite man derzeit noch an der Verpflichtung eines Lingenfelser-Ersatzes. „Wir haben nach einem Knipser gesucht und ich denke, da sind wir bei diesem Spieler fündig geworden.“ gibt sich Wolf geheimnisvoll. In der kommenden Woche könnten die Hornets-Fans demnach mit der „Vollzugsmeldung“ rechnen, wenn die restlichen Formalitäten geklärt sind.

 Julian Reiss (rechts), hier im Spiel gegen Mannheim, erzielte in Heilbronn den Ausgleichstreffer, der den Sieg im Shootout ermöglichte.

Julian Reiss (rechts), hier im Spiel gegen Mannheim, erzielte in Heilbronn den Ausgleichstreffer, der den Sieg im Shootout ermöglichte.

Foto: Martin Wittenmeier

Sein Team sieht Wolf für den weiteren Saisonverlauf gut aufgestellt, auch wenn die anderen Teams ebenfalls das Transferfenster für Veränderungen nutzen: „Mit dem so geplanten Kader werden wir, glaube ich, eine Truppe stellen können, die es mit allen in der Liga aufnehmen kann.“

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