Eishockey-Regionalliga : Hornets wollen eine alte Rechnung begleichen

Nach überstandener Bewährungsprobe zum Auftakt gegen Pforzheim steht für den EHC Zweibrücken am Sonntag ein Topspiel an. Trainer Ralf Wolf freut sich auf das Duell an seinem Geburtstag gegen die Eisbären Heilbronn.

Lange ist es her, dass sich der EHC Zweibrücken und der Heilbronner EC auf dem Eis gegenüberstanden. Doch obwohl die letzte Begegnung bereits 574 Tage zurückliegt, erinnert sich Hornets-Trainer Ralf Wolf nur zu gut daran. Im Playoff-Halbfinale der Eishockey-Regionalliga Südwest 2019/20, in der letzten Vor-Corona-Partie, ließen die Eisbären nach einem 5:4 im Hinspiel mit dem 2:0 gegen den EHCZ deren Meisterträume nach einer starken Runde jäh zerplatzen. „Das hat mich damals den ganzen Sommer begleitet“, will Wolf diesen bitteren Moment am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. „Wir haben gegen Heilbronn noch etwas gutzumachen“, sagt er. Auch nach dieser langen Zeit. Bereits am zweiten Spieltag kommt es nun am Sonntag, 18.30 Uhr, in Heilbronn zu einem echten Gradmesser.

Beide Teams sind mit einem Sieg in die Spielzeit gestartet. Der Heilbronner EC recht souverän beim 5:1 gegen den SC Bietigheim-Bissingen. Der EHC Zweibrücken hatte im Heimspiel gegen den 1. CfR Pforzheim (5:3) mehr Mühe als erhofft. „Wir haben gewonnen, das war gut“, hätte sich Wolf aber doch ein deutlichereres Ergebnis gewünscht. „Man hat schon gemerkt, dass wir erst drei Wochen auf dem Eis waren. Insgesamt können die Abläufe noch etwas runder werden und die Geschwindigkeit auf dem Eis werden wir sicherlich noch steigern können“, erklärt er, dass sein Team noch Zeit braucht, sich einzuspielen. „Die Paare müssen sich noch finden, die Automatismen müssen reinkommen“, erklärt der Hornets-Trainer, dass die Mannschaft auch erst in der kommenden Woche vollkommen komplett sein wird. Eric Betzold war noch im Urlaub, weshalb er gegen Pforzheim gefehlt hat und Tom Schickedanz hat nach seiner Hüft-OP die ersten Laufversuche auf dem Eis gemacht.

Dass Heilbronn bereits so früh in der Saison auf dem Plan steht, sieht der 41-Jährige allerdings nicht als Nachteil. „Ich denke Heilbronn kommt jetzt zur richtigen Zeit. Es wird für beide Teams wegweisend sein, wo man leistungstechnisch gerade steht“, betont Wolf. Der gespannt ist, wie die Baden-Württemberger den Weggang ihres starken Goalies Andrew Hare kompensieren. Ebenso wie die Lücke des früheren Topscorers Artem Klein. Bestens bekannt sei den Zweibrückern hingegen Timo Heintz, der von Bietigheim nach Heilbronn gewechselt war. „Er ist das krasse Gegenteil eines Publikumslieblings in Zweibrücken. Wir kennen seine Spielweise und müssen damit umgehen können“, erklärt Wolf, der sich sicher ist, dass gegen die Eisbären Kleinigkeiten entscheiden werden. „Etwa, wer das erste Tor macht, wie es mit den Strafzeiten aussieht, denn die sind im Powerplay sehr gut“, zählt er auf. „Es ist ein Spitzenduell, auf das ich mich freue, weil man da einfach gutes Hockey sehen wird“, hofft der Hornets-Coach, dass auch einige Zweibrücker Fans den Weg in die Heilbronner Eishalle finden. „Es wird sicher ein interessantes Match auf Augenhöhe.“

Nach dem gelungenen Auftakt, nachdem endlich wieder vor Zuschauern um Punkte gekämpft werden kann, ist Ralf Wolf „guter Hoffnung“, dass es auch gelingt, mal wieder eine Runde durchzuspielen – und dass seine Mannschaft dann auch bis zum Schluss dabei sein wird. „Die letzten beiden Saisons sind wir mit der gleichen Euphorie und der Hoffnung, dass man durchspielen kann gestartet – es kann aber alles passieren“, betont der EHCZ-Trainer, der in dieser Funktion noch keine komplette Spielzeit erlebt hat. Im Januar 2020 hatte er den Posten von Terry Trenholm übernommen. Nach dem Aus im Playoff-Halbfinale wurde das Endspiel um die Meisterschaft 2020 coronabedingt gar nicht mehr ausgetragen. Die vergangene Runde wurde erneut abgebrochen, sodass es schon zwei Spielzeiten lang keinen Meister mehr in der Eishockey-Regionalliga Südwest gegeben hat.

Das soll 2022 anders aussehen. Zunächst aber soll für die Hornets an diesem Sonntag der nächste erfolgreiche Schritt in die neue Spielzeit folgen. „Ich hoffe, dass wir auswärts als Sieger vom Eis gehen und die Rechnung nach den letzten beiden Niederlagen gegen Heilbronn begleichen können.“ Und wann wäre das passender, als am Geburstag von Ralf Wolf? „Da kann die Mannschaft mit einem Sieg sich und auch den Trainer beschenken“, sagt der fast 42-Jährige in der Hoffnung, mit den Eisbären Heilbronn wieder schönere Erinnerungen verbinden zu können als die aus dem Halbfinale-Rückspiel am 6. März 2020.

Tickets für das Spiel des EHC Zweibrücken in Heilbronn sind nur online über https://heilbronner-ec.de erhältlich. Es gibt keine Abendkasse. Ein 3G-Nachweis ist erforderlich.