Eishockey-Regionalliga Südwest : Schreyer hämmert die Hornets zu drei Punkten

Eishockey-Regionalliga Südwest: EHCZ-Stürmer schlägt Stuttgart Rebels beim 5:4-Erfolg mit vier Treffern fast im Alleingang.

 Kampfgeist, Moral, ein bisschen Dusel – und ein herausragender Claudio Schreyer: Mit diesen Zutaten haben die Zweibrücker Hornets am Sonntagabend einen Saisonauftakt hingelegt, der spannender kaum hätte sein können. In einem Eishockey-Krimi holte der EHCZ gegen stark aufspielende Stuttgart Rebels einen Zwei-Tore-Rückstand auf und gewann mit 5:4 (2:3/1:1/2:0). Vierfach-Torschütze Schreyer sorgte mit seinem Treffer 17 Sekunden vor Schluss nicht nur für einen Riesenjubel unter den 250 Anhängern, sondern auch für den perfekten Start in die Regionalliga-Runde.

Sieben Monate mussten die Zweibrücker Fans auf Eishockey in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena verzichten. Doch das lange Warten hatte sich gelohnt. Im Eröffnungsspiel gegen die Rebels war gleich einiges geboten, auch wenn der gefürchtete Zweibrücker Hexenkessel coronabedingt auf Sparflamme köchelte. 250 Zuschauer – mehr sind nicht zugelassen. „Aber die haben heute Stimmung für mindestens 500 gemacht“, bedankte sich EHC-Trainer Ralf Wolf hinterher über die lautstarke Unterstützung.

Die hatte sein Team durchaus nötig, denn die Gäste kamen mit mächtig Dampf aus der Kabine. Und profitierten früh von einem Lapsus, des ansonsten fehlerfreien Zweibrücker Schlussmanns Steven Teucke. Das Spiel war keine drei Minuten alt, als dem EHC-Goalie ein harmloser Schuss von der blauen Linie durch die Schoner rutschte. Die Hornets brauchten aber keine 180 Sekunden, um sich von dem Rückstand durch Andreas Hilse zu erholen. Einen Querpass des überragenden Claudio Schreyer schlenzte Cedric Striepeke (5.) unhaltbar für Stuttgart-Torwart Andreas Räth zum 1:1 unter die Latte – der erste Treffer für den Eppelheimer Neuzugang im Dress der Hornets.

Und es ging munter weiter im Anfangsdrittel: Nach einem Bullygewinn in Überzahl fackelte Schreyer (10.) nicht lange und schoss den Puck zum 2:1 für die Hornets in den Winkel. Es sollte nicht sein einziger Treffer bleiben. „Steven hat die Dinger hinten festgehalten und Claudio vorne reingemacht“, hob EHC-Trainer Wolf seinen Goalie und seinen Torjäger aus einer „starken Mannschaftsleistung“ explizit hervor. Stark war allerdings auch, was die Gäste aufs Eis zauberten. Mit einem Alleingang glich zunächst Mathias Vostarek (16.) aus, zwei Minuten vor der Pause nutzte Stuttgarts US-Amerikaner Shawn Campbell ein Powerplay zur 3:2-Führung. „Stuttgart hat uns am Anfang ganz schön unter Druck gesetzt. Die waren meist einen Schritt schneller und haben aus allen Lagen draufgehalten. Das war nicht einfach“, zollte Wolf dem Gegner Respekt.

Im Mittelabschnitt war das Spiel eine recht zerfahrene Angelegenheit. Nach dem temporeichen und sehenswerten ersten Drittel ließen beide Teams Torgefährlichkeit vermissen. Gerade den Hornets merkte man an, dass es das erste Pflichtspiel seit März war, während die Rebels immerhin drei Vorbereitungs- und schon zwei Rundenpartien absolvieren konnten. „Natürlich war da noch etwas Sand im Getriebe. Aber die Jungs haben sich reingekämpft und ihre Kilometer gemacht“, sagte Wolf. Dennoch musste sein Team den nächsten Treffer schlucken. Per Schlagschuss erhöhte Campbell (34.) auf 4:2. Erst kurz vor der zweiten Pause brachte Schreyer (39.) den EHCZ wieder heran.

Der Wille, nach der mehrmonatigen Pause, nicht gleich mit einer Heimniederlage zurückzukehren, war den Hornets in den letzten 20 Minuten deutlich anzumerken. Mit viel Elan kamen die Zweibrücker aus der Kabine und schnürten die Rebels in der Anfangsphase in deren Drittel ein. Erfolgreich. Marc Lingenfelser eroberte die Scheibe, legte quer zu Schreyer (43.), der überlegt zum 4:4 abschloss. Die Hornets hatten nun Blut geleckt. Einen Versuch von Dustin Bauscher (48.) vereitelte Räth, kurz darauf tauchte Lukas Sawicki vor dem Rebels-Torwart auf, doch auch der Neuzugang brachte den Puck nicht im Kasten unter. „Bei Lukas merkt man, dass er erst seit wenigen Tagen wieder auf dem Eis steht. Ihm fehlt noch der Killerinstinkt, der ihn in der Liga auszeichnet“, meinte Wolf.

Die Zweibrücker Lebensversicherung hieß am Sonntagabend aber Claudio Schreyer. Als in der Schlussminute die meisten Zuschauer schon mit einem Penaltyschießen rechneten, schnappte sich der 27-Jährige in der neutralen Zone die Scheibe, schüttelte einen Gegenspieler ab und hämmerte von der linken Seite einfach mal drauf. Augenblicke später war der EHC-Angreifer in einer Jubeltraube verschwunden. 17 Sekunden waren noch auf der Uhr und die Hornets führten plötzlich mit 5:4. „Das war ein Auftakt nach Maß. Besser hätte es nicht laufen können“, freute sich Wolf, dass seine Mannschaft das Spiel tatsächlich noch gedreht hatte. „Den Sieg haben sich die Jungs hart erkämpft.“

Mit den ersten drei Punkten im Gepäck will der EHCZ am kommenden Samstag in Hügelsheim nachlegen, die mit einem 2:0-Erfolg in Ravensburg in die Runde gestartet sind. Anpfiff im Baden-Airpark ist um 19.30 Uhr.