ECH Zweibrücken : „Mit viel Respekt“ zum schwächelnden Meister

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken tritt am Sonntag im letzten Spiel des Jahres beim amtierenden Meister SC Bietigheim-Bissingen an. Dieser kommt in dieser Saison allerdings noch nicht so recht ins Rollen. Ganz im Gegensatz zu den Hornets.

Die Nemesis der Hornets scheint ihren Schrecken verloren zu haben. Wenn die Spieler des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken am Sonntag um 16.30 Uhr zum letzten Spiel des Jahres beim SC Bietigheim-Bissingen antreten, stehen ihnen auf dem Eis zwar die Männer gegenüber, die ihnen den Titel letzte Saison in einer dramatischen Endspielserie hauchdünn vor der Nase weggeschnappt haben. Doch der amtierende Meister aus Baden-Württemberg will in dieser Runde noch nicht so recht ins Rollen kommen.

Bietigheim-Bissingen liegt derzeit auf Rang sechs, hat nur die Hälfte der Punkte auf dem Konto wie der EHCZ und stellt eine der torärmsten Angriffsreihen der Liga. Zweibrückens Trainer Terry Trenholm will von einer lösbaren Aufgabe aber nichts wissen. „Wir begegnen jeder Mannschaft mit viel Respekt – natürlich auch Bietigheim“, sagt der Kanadier, der sich den Stotter-Start des kommenden Gegners, der zuletzt zwei Pleiten in Folge einstecken musste, nicht so recht erklären kann. „Das ist fast dieselbe Mannschaft wie letzte Saison. Warum sie in der Tabelle hinten drin stehen, ist mir ein Rätsel“, sagt der Hornets-Coach, der aus der Ferne keine Analyse über die Gründe abgeben mag.

Für seine Mannschaft läuft es hingegen seit Wochen rund. Fünf Partien in Folge haben die Zweibrücker gewonnen und erzielten dabei 34 Treffer – fast sieben pro Spiel. Über die offensive Wucht seiner Kufen-Cracks gebe es in der Tat keinen Grund zur Klage, meint Trenholm, dem aber nach wie vor die vielen Strafzeiten ein Dorn im Auge sind. Die Problematik zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, wirft einen Schatten auf die sonst so stolze Erfolgsserie. Beim 9:4-Sieg gegen Schlusslicht Mannheim am letzten Spieltag rächten sich sieben Zeitstrafen zwar nicht – gegen andere Gegner könnten sie indes gravierende Folgen haben. „Man kassiert in jedem Spiel Zeitstrafen, das lässt sich gar nicht vermeiden. Aber wenn sie unnötig sind, kann ich nicht gut damit umgehen – und bei uns sind einige unnötig“, hadert Trenholm, der aber kein Patentrezept parat hat, um die Penalty-Flut zu beheben. „Ich kann es den Spielern nur immer wieder sagen, sagen, sagen. Aber merken müssen sie es irgendwann selbst.“

Grundsätzlich ist der Coach mit dem Auftreten der Mannschaft aber zufrieden. Kein Wunder nach fünf Siegen in Serie. „Jeder kämpft für den anderen, das ist das Wichtigste“, bescheinigt der 54-Jährige seinen Spielern die richtige Mentalität. Auch mit seinen Neuzugängen ist er „nach ein paar Schwierigkeiten am Anfang“ zufrieden. Claudio Schreyer besticht schon die ganze Saison mit Toren (5) und noch viel mehr Vorlagen (10). Dustin Bauscher, der gegen Mannheim dreifach traf (insgesamt 8 Tore und 3 Vorlagen), ist ebenfalls in Zweibrücken angekommen. Auch der 23-jährige Calvin Engel hat drei Scorerpunkte (2 Tore, ein Assist) auf dem Konto.

Und auch dem jüngsten Neuzugang, dem 21-jährigen Verteidiger Andreas Druzhinin, der sich den Hornets erst vor zwei Wochen angeschlossen hat, bescheinigt der Coach einen „guten Job“. „Er kommt gerade zur rechten Zeit. Wir haben in der Defensive einige Ausfälle. Nur mit drei Verteidigern in ein Spiel zu gehen, ist nie gut“, weiß Trenholm, der in Bietigheim auf die Defensivkräfte Marco Voltz (erkrankt) und Felix Stokowski (Urlaub) verzichten muss. Zudem steht hinter dem Einsatz mehrerer anderer Spielern noch ein Fragezeichen. Ob er im Tor Steven Teucke oder seinem Sohn Sebastian den Vorzug geben wird, hat der Trainer noch nicht entschieden. Er will das Abschlusstraining abwarten – auch weil er eine Grippewelle vermutet, die seinen Kader weiter ausdünnen könnte. „Bei mir auf der Arbeit sind plötzlich viele Leute krank. Das kann alles ganz schnell gehen“, meint der Kanadier.

Doch egal mit welcher Formation die Hornets in Bietigheim letzten Endes auflaufen – für Trenholm wäre ein Sieg im letzten Spiel 2019 immens wichtig. Nicht nur um Tabellenführer Ravensburg, der zwei Punkte – aber auch zwei Spiele – mehr auf dem Konto hat, weiter unter Druck zu setzen. Sondern auch, weil es „gut für die Stimmung in der Kabine ist, mit einem Erfolg aus dem Jahr zu gehen.“ Sonst hätten seine Hornissen zwei Wochen an einem Misserfolg zu knabbern – bevor am Samstag, 4. Januar bereits das erste Spiel 2020 bei Trenholms Ex-Club ESC Hügelsheim auf dem Programm steht.