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Eishockey-Regionalliga Südwest: EHC Zweibrücken besiegt Eppelheim, Druzhinin

Eishockey-Regionalliga : Hornets nutzen Überzahlspiel eiskalt aus

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken besiegt Eppelheimer Eisbären mit 8:4. Verteidiger Druzhinin aus Hügelsheim verpflichtet.

Der EHC Zweibrücken lässt sich in der Eishockey-Regionalliga vom EV Ravensburg nicht abschütteln. Die Hornets gewannen am Sonntagabend ihr Heimspiel gegen den EC Eppelheim mit 8:4 (2:0/2:2/4:2) und bleiben dem Tabellenführer, der wenige Stunden zuvor mit einem 7:4 in Bietigheim vorgelegt hatte, dicht auf den Fersen. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den EVR – allerdings haben die Zweibrücker noch zwei Spiele in der Hinterhand.

Abseits des Eises waren die Hornets bereits unter der Woche erfolgreich. Mit Andreas Druzhinin, gebürtiger Kasache, aber inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestattet, präsentierte der EHCZ gegen Eppelheim eine Verstärkung für die Defensive. Der 21-jährige Verteidiger ist vom Ligakonkurrenten Baden Rhinos Hügelsheim, wo er in dieser Saison lediglich viermal auf dem Eis stand, in die Rosenstadt gewechselt. Zuvor hatte Druzhinin bereits in der Oberliga Nord beim Harzer Falken Braunlage seine Visitenkarte abgegeben und auch ein kurzes Gastspiel in der US-amerikanischen Western States Hockey Liga bei den El Paso Rhinos gehabt. Obwohl er nur einmal mit der Mannschaft trainieren konnte, stellte ihn Terry Trenholm direkt in der ersten Reihe neben Defensivkollege Tim Essig auf. „Mit Andreas bin ich sehr zufrieden. Er ist nicht so hektisch an der Scheibe, bringt Ruhe ins Spiel. Damit wird er uns sicher weiterhelfen“. lobte der EHCZ-Trainer das gelungene Debüt. Bei den Hornets läuft Druzhinin mit der Rückennummer 28 auf.

Defensivarbeit war vom Neuzugang aber zunächst gar nicht gefordert. Mit einigen Strafzeiten machten sich die Gäste aus Eppelheim das Leben im ersten Drittel selbst schwer, sodass die Zweibrücker Führung nur eine Frage der Zeit schien. Im zweiten Überzahlspiel war es soweit. Marc Lingenfelser bediente Sturmkollege Maximilian Dörr (10.), der überlegt zum 1:0 abschloss. Drei Minuten später das gleiche Spiel: Während Eppelheims Christian Pister auf der Bank schmorte, nutzte Dustin Bauscher den freien Platz auf dem Eis, um auf 2:0 zu erhöhen.

Dass die Eisbären keine Laufkundschaft sind, stellten sie zu Beginn des zweiten Abschnitts unter Beweis. Lukas Sawicki, der die Hornets in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal in Verlegenheit gebracht hatte, wurde von Aiden Wagner in Szene gesetzt und verkürzte gegen EHCZ-Goalie Sebastian Trenholm zum 1:2 (23.). Doch nur wenig später war der alte Abstand wieder hergestellt - und wieder funktionierte das Überzahlspiel bei den Hornets. Diesmal war es die Kombination von Vorlagengeber Fabian Fellhauer und Torschütze Dan Radke (25.), die den Puck im Kasten von Eppelheims Schlussmann Janis Wagner zappeln ließ. „Unser Powerplay war ein Schlüssel zum Erfolg. Da waren wir richtig stark“, freute sich EHC-Trainer Trenholm über die gute Chancenverwertung. 30 Sekunden nach dem 3:1 war ihm die Freude aber aus dem Gesicht gewichen, denn da lag die Scheibe schon wieder auf der anderen Seite zwischen den Pfosten. Cedric Striepeke hatte für den ECE getroffen. Damit war der wilde Ritt im Mitteldrittel aber noch nicht beendet: Ein weiteres Mal war Radke zur Stelle und verwandelte ein Zuspiel von Dustin Bauscher zur 4:2-Führung.

Obwohl die Hornets spielerisch nicht vollends überzeugten, stimmte in jedem Fall der Kampfgeist. Kurz nach Wiederbeginn erhöhte Radke mit seinem dritten Treffer auf 5:2, ehe Aiden Wagner (44.) für die Gäste zurückschlug. Davon ließ sich die Trenholm-Truppe aber nicht aus der Ruhe bringen, ganz im Gegenteil. Zum Zungeschnalzen war das 6:3. Claudio Schreyer schickte Calvin Engel steil, der hinter dem Eppelheimer Kasten auf Dustin Bauscher zurücklegte, der den Puck unhaltbar für Wagner unter die Latte pfefferte: Der schönste Treffer des Tages. Zwar gelang den Eisbären mit einem Mann mehr auf dem Eis noch einmal der Anschluss zum 4:6 (Sawicki, 55.), ernsthaft in Gefahr geriet der Zweibrücker Heimsieg vor 609 Zuschauern in der Ice-Arena aber nicht mehr. Stattdessen war der bärenstarke Dan Radke hungrig auf sein viertes Tor. Der EHC-Stürmer schlängelte sich durch zwei Eppelheimer Verteidiger und markierte in der Schlussminute das 7:4. Calvin Engel setzte 16 Sekunden vor der Sirene den Endstand.

„Eppelheim ist mit einem kleinen Kader angereist, das ist immer gefährlich. Die Reihen haben viel Eiszeit und können sich einspielen“, war Dustin Bauscher, der erst vor der Runde von den Lauterbacher Luchsen nach Zweibrücken gewechselt war, dementsprechend zufrieden über die Leistung und die drei Punkte. „Die anderen Neuzugänge und ich haben uns hier sehr gut eingefunden. Unser Team hat großes Potenzial und wir hoffen natürlich auf die Meisterschaft.“ Das können die Hornets am kommenden Sonntag (19 Uhr) wieder unter Beweis stellen. Dann steht gegen Schlusslicht Maddogs Mannheim das letzte Heimspiel des Jahres an.