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Eishockey-Regionalliga: Hornets starten mit Heimspiel in Saison

EHC Zweibrücken : „Wir sind stärker als letzte Saison“

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken startet am Sonntag um 19 Uhr mit einem Heimspiel gegen Heilbronn in die neue Saison.

Nein. Komplett abgeschüttelt hat Terry Trenholm, Trainer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken, die hauchdünne Niederlage seiner Mannschaft im Playoff-Finale der vergangenen Saison gegen den SC Bietigheim immer noch nicht. Im Penaltyschießen der entscheidenden dritten Partie hatten die Hornets damals unglücklich verloren. Und mussten sich mit dem Titel des Vizemeisters begnügen. „Es geht mir immer noch durch den Kopf. Was haben wir falsch gemacht? Was habe ich falsch gemacht?“, fragt der Kanadier – und klingt nicht so, als erwarte er ernsthaft, dass er jemals eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage bekommen wird.

Doch die Chancen stehen gut, dass alles Zaudern und Hadern spätestens am Sonntag der Vergangenheit angehören. Dann starten die Zweibrücker um 19 Uhr mit einem Heimspiel in der Ice-Arena gegen die Eisbären Heilbronn in die neue Regionalliga-Saison. Und wagen dann einen neuen Anlauf auf den Titel? Ausgeschlossen ist es sicher nicht, dass die Hornets auch in dieser Spielzeit ganz vorne mit dabei sind. Denn abgesehen von den Routiniers André Nunold, Bernd Hartfelder und Michael Neumann, die die Schlittschuhe an den Nagel gehängt haben, konnte der Verein alle Spieler halten. Und mit Calvin Engel (Maddogs Mannheim), Claudio Schreyer (Eisbären Heilbronn) und Dustin Bauscher (Frankfurter Löwen) wurden vielversprechende Neuzugänge verpflichtet.

Tiefstapelei scheint Trenholm vor diesem Hintergrund fremd. „Wir haben junge, hungrige Spieler dazubekommen, die heiß auf Eishockey sind. Wir sind stärker als letzte Saison“, sagt der Trainer unumwunden. „Mit unserem Kader müssen wir uns in der Liga nicht fürchten, wir haben noch eine Schippe draufgepackt“ meint auch die sportliche Leiterin Christina Fischer, die mit dem Vorstandsteam, „den ganzen Sommer“ auf den Beinen war, um Vertragsverlängerungen und Neuzugänge unter Dach und Fach zu bringen. „Da wurden viele Gespräche geführt und Überzeugungsarbeit geleistet. Auch andere Teams waren an unseren Spielern interessiert“, berichtet Fischer. Erst Anfang September war der Kader komplett.

Ein Freifahrtschein Richtung Titel ist  die größere Qualität für Trenholm freilich nicht. „Es ist eine neue Saison, eine neue Situation. Auch andere Mannschaften haben sich sehr gut verstärkt.“ Zwar schätzt der Trainer die Liga in der anstehenden Runde nicht zwangsläufig als stärker ein als in der letzten Saison – aber als ähnlich ausgeglichen. In der vergangenen Spielzeit hatten sechs Teams an der Tabellenspitze nur wenige Punkte getrennt.

Trenholm moniert zudem, dass sich seine Mannschaft noch immer deutlich zu viele Strafzeiten einhandele. Selbst im Test am vergangenen Sonntag – gegen den kommenden Gegner Heilbronn – hagelte es neun Strafzeiten und sogar eine Zehn-Minuten-Strafe für die Hornets. „Wenn du auf der Strafbank sitzt, kannst du keine Spiele gewinnen“, mahnt der Coach. Generell ist er mit der Vorbereitung aber zufrieden. Die Stimmung im Team sei gut, alle Spieler hätten auch bei den Fitness-Einheiten bevor es Anfang September aufs Eis ging, sehr gut mitgezogen.

Dass der 7:4-Sieg der Hornets im Test gegen Heilbronn aber ein Fingerzeig für das anstehende Ligaspiel gewesen sei, verneint der Coach vehement. „Bei Heilbronn haben vier Stammspieler gefehlt – und in den Tests gibt jeder nur 80 Prozent. Niemand will sich verletzen.“ Insbesondere Eisbären-Torwart Andrew Hare, der den Hornets schon in der Halbfinalserie der letzten Saison das Leben schwer gemacht hatte, werde für seine Mannschaft am Sonntag ein echter Prüfstein, warnt Trenholm: „Das ist einer der stärksten Goalies der Liga.“

Zudem werden die Hornets nicht in Bestbesetzung antreten können. Marco Voltz, Marcel Erhardt und Abwehrkante Felix Stokowski sind alle verhindert. Kurzzeitig mussten die Hornets auch um den Einsatz von Calvin Engel bangen. Der Spielerpass des Neuzugangs ist offenbar bei der Post auf dem Weg nach Zweibrücken verloren gegangen. Dennoch sei er am Sonntag spielberechtigt, versichert Fischer.

Trotz der drei Ausfälle ist Trenholm vor dem Spiel gegen die Eisbären optimistisch – und ruft im Hinblick auf die Saison als Minimalziel den Einzug in die Playoffs aus. Fischer sieht es genauso. Alles, was darüber hinaus geht, sei aber kaum planbar, denn  „die Playoffs haben ihre eigenen Gesetze“, so Fischer, die am Sonntag in der Ice-Arena auf eine „volle Hütte“ hofft.

Der Trainer und die sportliche Leiterin verweisen aber auch auf eine gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld. Denn die einzige Möglichkeit, den Vizetitel der letzten Saison zu toppen, ist nun mal die Meisterschaft. „Wir waren fast ganz oben. Und die Fans hoffen natürlich, dass wir dieses mal ganz oben stehen“, sagt Trenholm. Kritisieren tut er diesen Umstand aber nicht. Im Gegenteil: „Die Zuschauer sind ein ganz großer Faktor. Wie sie uns letzte Saison gepusht haben, war einfach unglaublich.“

Daran, dass das in dieser Spielzeit erneut der Fall sein wird, hat Trenholm keinen Zweifel. Gewissheit hat er aber erst am Sonntag. Ab 19 Uhr in der Zweibrücker Ice-Arena.