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Eishockey-Regionalliga: Finale um den Titel zwischen Bietigheim und Zweibrücken

Dem Traum ganz nah : Für diesen einen Moment gekämpft

Der Traum ist zum Greifen nah. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte könnte der EHC Zweibrücken am Samstag den Titel in der Eishockey-Regionalliga Südwest erringen. Der amtierende Meister aus Bietigheim will das verhindern.

Die Anspannung bei den Hornets steigt. Aber auch die Vorfreude auf das alles entscheidende Spiel um die Meisterschaft in der Eishockey-Regionalliga Südwest. Am Samstag, 16.30 Uhr, begegnen sich die 1b der Bietigheim Steelers und der EHC Zweibrücken letztmals in dieser Saison. Danach steht fest, ob der amtierende Meister den Heimvorteil nutzen kann oder, ob die Hornets nach 2017 zum zweiten Mal den Titel erringen können.

Nach dem unfassbaren Schlussdrittel am vergangenen Sonntag mussten sich die Zweibrücker kräftig schütteln und die Konzentration auf das finale dritte Spiel richten. „Das 12:3 muss ganz schnell raus aus den Köpfen. Am Samstag geht es wieder bei Null los“, betont EHCZ-Trainer Terry Trenholm vor dem Showdown. „Ich bin absolut sicher, dass die Jungs fokussiert sind“, blickt die sportliche Leiterin der Hornets, Christina Fischer, gespannt voraus. Allen sei bewusst, dass das 12:3 eine Ausnahmesituation war. „Wir alle wissen, dass am Samstag ein ganz anderes Spiel auf uns zukommen wird.“

Die Bietigheimer, die das erste Playoff-Finalspiel mit 6:5 für sich entschieden hatten, werden nach dem für sie desaströsen Ergebnis im zweiten Spiel am Samstag in heimischer Halle sicher mit viel Wut im Bauch auflaufen. Dem wollen die Hornets mit genau der Einstellung begegnen, die sie auch in den vergangenen beiden Partien aufs Eis gebracht haben. „Die Jungs müssen sich darauf konzentrieren, was sie können, müssen von Anfang an da sein, diszipliniert auftreten – und kämpfen.“ In allen bisherigen Playoff-Partien habe die mannschaftliche Geschlossenheit das Spiel der Zweibrücker ausgezeichnet. „Daher muss die Truppe eigentlich nichts anders machen“, erklärt Fischer. Dem stimmt Trenholm zu: „Warum sollten wir jetzt etwas Neues anfangen, wenn es die gesamte Saison funktioniert hat?“ Hornets-Verteidiger Tim Essig ist sich sicher, dass im entscheidenden Finale die Disziplin auf dem Eis entscheidend sein wird. „Wir müssen weg von der Strafbank bleiben. Natürlich werden wir aber auch versuchen, Bietigheim ein bisschen kitzeln. Im Hinspiel hat das ja ganz gut geklappt.“

Einen großen Anteil daran, dass die Zweibrücker am Samstag tatsächlich die Chance bekommen, nach 2017 erneut den Meisterpokal in die Höhe zu recken, „haben auch unsere Fans. Sie sind für uns extrem wichtig“, betont Fischer. Bereits im Laufe der Runde, aber vor allem in den Playoffs, hätten sie die Mannschaft toll vorangetrieben. „Diese Stimmung gibt auf jeden Fall einen ordentlichen Push.“ Und auch in der EgeTrans Arena in Bietigheim dürfen sich die Hornets am Samstag wieder auf lautstarke Unterstützung freuen. „Macht die Busse voll und lasst uns zusammen den Pott holen“, forderte EHC-Stürmer Marc Lingenfelser Anfang der Woche die Fans auf. Das muss er den Anhängern nicht zweimal sagen. „Zwei Fanbusse sind voll, zahlreiche Anhänger werden zudem privat mit Autos anreisen. Familie und Freunde der Spieler werden dabei sein – das ist eine riesige Motivation“, erklärt Christina Fischer.

Und ganz egal, ob es am Ende wirklich zum Titel reicht oder nicht, „es ist auf jeden Fall eine herausragende Saison“, betont die sportliche Leiterin. „Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, in die Playoffs zu kommen. Alles, was dann kam, war ein Zusatz, auf den wir jetzt schon stolz sein können. Aber natürlich hoffen wir, das nun mit dem Titel krönen zu können.“ Es wäre ein riesiger Erfolg. Nicht nur für Fischer in ihrem offiziell ersten Jahr als sportliche Leiterin und Teammanagerin, sondern auch für Terry Trenholm zu seinem Trainereinstieg bei den Hornets. Vor allem aber für die langjährigen verdienten Spieler Andy Nunold, Bernd Hartfelder und Michael Neumann dürfte es am Samstag zum Ende ihrer Aktivenkarriere nochmal richtig emotional werden.

Die Ruhe vor dem Sturm: Hornets-Trainer Terry Trenholm im Abschlusstraining noch entspannt. Foto: Martin Wittenmeier

„Es hat in dieser Saison einfach vieles gepasst bei der Mannschaftszusammenstellung – und auch mit dem Coach haben wir einen guten Fang gemacht“, freut sich Fischer. Trotz Höhen und Tiefen im Laufe der Runde habe das Team super zusammengefunden. Und den Jungs sei anzumerken: „Die wollen das jetzt unbedingt.“ Trainer Terry Trenholm macht vor dem Alles-oder-nichts-Spiel klar, dass sein Team bis zur letzten Sekunde fighten wird. „Wir wollen uns unseren großen Traum erfüllen und den Titel holen. Wir haben die ganze Saison für diesen einen Moment gekämpft.“