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Eishockey-Regionalliga: EHC Zweibrücken trennt sich von Terry Trenholm

Eishockey-Regionalliga Südwest : Hornets trennen sich von Terry Trenholm

Auf den 10:3-Heimsieg gegen die Eisbären aus Heilbronn folgte am Sonntagabend beim EHC Zweibrücken die überraschende Nachricht.

Vollkommen unerwartete Entwicklung bei den Hornets. Alles schien nach dem klaren 10:3 (2:1/3:1/5:1)-Kantersieg am Sonntagabend zuhause gegen Verfolger Eisbären Heilbronn wieder im Lot. Die zwei Niederlagen des Tabellenzweiten zuvor vergessen. Doch kaum war der Siegesjubel verklungen, kam die überraschende Nachricht: Gleich nach dem Erfolg im ersten Heimspiel des Jahres hat sich der EHC Zweibrücken von Trainer Terry Trenholm getrennt. Überraschend deshalb, weil die Hornets bislang eine starke Runde spielen. Bei zwei Partien weniger mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Ravensburg und sieben Zählern vor dem fünften Platz sehr aussichtsreich liegen. Überraschend auch deshalb, weil der Verein bislang stets zufrieden mit der Arbeit des Kanadiers schien, vor der laufenden Runde noch einen Zweijahresvertrag aushandelte. „Darin gab es eine Option, sich trennen zu können, wenn es Themen gibt, die nicht funktionieren“, erklärt Hornets-Pressesprecher Thorsten Rehfeld auf Merkur-Nachfrage. Diese Option hat der Verein nun gezogen. „Die Entscheidung hat sich in den letzten Wochen immer mehr herauskristallisiert und ist keine Reaktion auf die beiden Niederlagen in Bietigheim und Hügelsheim“, schreibt der EHCZ in einer Mitteilung. „Diese wurde auf Grund der sportlichen Entwicklung der Mannschaft getroffen, die unter den Erwartungen lag.“

In einem „Vieraugen-Gespräch“ hätten die sportliche Leiterin Christina Fischer sowie der zweite EHCZ-Vorsitzende Steffen Bruck Terry Trenholm die Nachricht am Sonntagabend in der Kabine überbracht. Die Mannschaft wurde danach von den beiden Vereinsverantwortlichen informiert. Für den 54-Jährigen kam die Trennung „völlig überraschend“. „Die genauen Gründe kann ich mir nicht erklären, scheinbar waren ein paar Spieler unzufrieden“, sagt Trenholm am Montag.

Dass der Trainerwechsel mitten in der Runde Unruhe in das Team bringen und das große Saisonziel Playoff-Finale in Gefahr geraten könnte, glaubt Rehfeld nicht. Ohne sich einen positiven Effekt für die Mannschaft zu erhoffen, hätte der EHC den Weg nicht gewählt.

Eine Veränderung im Team könnte der Abschied des 54-Jährigen dennoch haben. Denn wie seine beiden Söhne, Torwart Sebastian und Stürmer Marco Trenholm, die beide im Sommer 2018 mit ihrem Vater aus Hügelsheim nach Zweibrücken gewechselt waren, mit der Situation umgehen, „wissen wir noch nicht“. „Beide werden am Dienstag auf jeden Fall nochmal ins Training kommen, sie haben beide um ein Gespräch mit den Verantwortlichen gebeten“, erklärt Thorsten Rehfeld. Der Verein würde beide Spieler gerne halten. „Das eine hat grundsätzlich ja nichts mit dem anderen zu tun“, sagt Rehfeld. Als sich Ligakonkurrent ESC Hügelsheim im Dezember 2017 von Trenholm getrennt hatte, spielte Marco die Saison zu Ende, Sebastian hörte sofort auf. „Die sind beide alt genug und können das selbst entscheiden“, sagte Terry Trenholm.

Dessen Nachfolge ist indes bereits geklärt. Der langjährige Hornets-Spieler und bisherige Trainer der 1b, Ralf Wolf, wird den Posten übernehmen. Der 40-Jährige ist bereits seit 2013 Mitglied im Verein und hat nach dem Gewinn der Meisterschaft 2016/2017 seine aktive Laufbahn als Spieler beendet. Seitdem ist er als Trainer im Nachwuchsbereich tätig.

Ralf Wolf wird das Traineramt von Terry Trenholm übernehmen. Foto: Verein

Auf Wolf wartet zum Auftakt in seiner neuen Rolle gleich ein Doppelspieltag. So wird er schon am Freitag auf der Bank Platz nehmen, wenn die Hornets ab 20 Uhr beim Stuttgarter EC gefordert sind. Die Stuttgarter haben sich durch einen 6:3-Sieg in Eppelheim gerade im Playoff-Rennen zurückgemeldet. Kaum einfacher dürfte die Aufgabe keine 48 Stunden später zuhause gegen die Bietigheim Steelers 1b werden. Nach einem schwachen Saisonstart kommt der amtierende Meister immer besser in Schwung und hat sich mit drei Siegen in Folge inzwischen auf den vierten Platz hochgearbeitet. Nach der Ravensburger Steilvorlage, der Tabellenführer strauchelte überraschend bei Schlusslicht Mannheim, haben die Hornets am Wochenende unter ihrem neuen Coach die Chance, an die Regionalliga-Spitze zu springen.