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Eishockey-Regionalliga: EHC Zweibrücken mit Kantersieg gegen Heilbronn

Eishockey-Regionalliga : Hornets lassen die Muskeln spielen

Der Eishockey-Regionalligist fegt Heilbronn im Spitzenspiel mit 10:3 vom Eis und pirscht sich wieder in Richtung Tabellenspitze.

Der EHC Zweibrücken ist in der Eishockey-Regionalliga Südwest wieder in der Spur. Nachdem zuletzt zwei Niederlagen den Angriff auf die Tabellenspitze ein wenig ausbremsten, haben sich die Hornets am Sonntagabend mit einem 10:3 (2:1/3:1/5:1)-Kantersieg gegen Verfolger Heilbronner EC eindrucksvoll zurückgemeldet und damit die Ravensburger Steilvorlage genutzt. Denn der Tabellenführer strauchelte überraschend bei Schlusslicht Mannheim.

Kurz vor dem Anpfiff nahm EHC-Trainer Terry Trenholm seine Mannschaft noch einmal eindringlich ins Gebet. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sauber spielen sollen und weg von der Strafbank bleiben sollen. Wegen solchen unnötigen Fehlern haben wir die letzten beiden Spiele verloren.“ Seine Worte fanden offenbar Gehör. Ganze vier Strafminuten handelten sich die Zweibrücker am Sonntag ein, während die Eisbären insgesamt 14 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Eis auskommen mussten. „Zwei Strafen in 60 Minuten sind absolut okay. Und mit Fünf gegen Fünf waren wir heute die bessere Mannschaft“, lobte Trenholm nach dem Spiel explizit die disziplinierte Vorstellung.

Obwohl mit Marc Lingenfelser, Vladimir Zvonik und Neuzugang Andreas Druzhinin drei wichtige Spieler fehlten, nahmen die Hornets nach einer kurzen Abtastphase das Heft in die Hand. HEC-Goalie Andrew Hare stand von Beginn an unter Druck, es dauerte aber bis zur elften Minute, ehe der Puck erstmals zwischen den Heilbronner Pfosten lag. Maximilian Dörr bediente Dan Radke zur 1:0-Führung, die EHC-Verteidiger Florian Wendland nur 90 Sekunden später ausbaute. Warum Trenholm seine Mannschaft vor überflüssigen Fouls gewarnt hatte, zeigte sich kurz darauf: Während Dörr gerade die letzten Sekunden seiner Zwei-Minuten-Strafe wegen Beinstellens abbrummte, verkürzte Stefano Rupp (15.) in Überzahl auf 1:2, womit es auch in die Drittelpause ging.

Vom Anschlusstreffer unbeirrt, drückten die Hornets nach dem Seitenwechsel direkt wieder aufs Tempo. Nach einer feinen Kombination über Dörr und Radke landete die Scheibe schließlich bei Marco Trenholm, der Heilbronns Schlussmann das nächste Gegentor einschenkte – 3:1 nach 24 Minuten. Der Tabellendritte gab sich allerdings noch nicht geschlagen. Ein trockener Schuss von Arno Metz (32.) brachte die Eisbären zurück ins Spiel.

Die Freude bei HEC-Cheftrainer Pavol Jancovic und den Anhängern der Eisbären war aber schnell verflogen. Ganze 40 Sekunden benötigten die Hornets, um die Partie zu entscheiden. Der Jubel der knapp 800 Fans (Maximilian Dörr hatte zum 4:2 getroffen) war noch nicht verhallt, da zappelte der Puck erneut im Gästetor. „Damit war der Heilbronner Wille gebrochen“, betonte Trenholm nach dem 5:2, dass ausgerechnet Ex-Eisbär Claudio Schreyer markierte. Sein Gegenüber sah es ähnlich: „Nach dem 2:4 hatten wir einen völligen Blackout, von da an ging gar nichts mehr. Aber meine Spieler sind Amateure, keine Profis, solche Tage kommen vor“, nahm Jancovic sein Team nach der Klatsche in Schutz.

Im Schlussdrittel war die Partie ein einziges Schaulaufen der Hornets, die die Eisbären nun vollends auseinandernahmen. Zunächst erhöhte Christian Werth (44.) auf 6:2, zehn Minuten vor dem Ende kullerte ein abgefälschter Schuss von Stephen Brüstle zum siebten Mal über die Linie. Zu viel für Andrew Hare. Entnervt wechselte sich der Heilbronner Torhüter selbst aus und machte Platz für Ersatzmann Andre Vorlicek, dem es aber kaum besser erging. Binnen 60 Sekunden legten Fabian Fellhauer (53.) und Robin Spenler (54.) - jeweils in Überzahl - die Treffer acht und neun nach, ehe Fellhauer das Ergebnis sogar noch zweistellig schraubte. Das 3:10 durch Robin Platz ging am Ende fast im Zweibrücker Jubel unter.

Mit dem Erfolg gegen den direkten Verfolger haben sich die Hornets nicht nur Luft nach hinten im Kampf um die vier Playoff-Plätze verschafft. Mit jetzt 30 Punkten ist der EHCZ bis auf einen Zähler an Tabellenführer EV Ravensburg herangerückt. Der EVR unterlag am Sonntag unerwartet bei Liga-Schlusslicht Maddogs Mannheim mit 5:6 nach Penaltyschießen, obwohl die Ravensburger nach 33 Minuten bereits mit 5:1 geführt hatten. Durch die überraschende Schützenhilfe könnten die Hornets Ravensburg am kommenden Wochenende von Rang stoßen - selbst wenn der Primus sein Heimspiel gegen Eppelheim gewinnen sollte.

Denn die Trenholm-Truppe, die bislang zweimal weniger auf dem Eis stand als der EVR, hat einen Doppelspieltag vor der Brust. Bereits am Freitag (20 Uhr) sind die Zweibrücker beim Stuttgarter EC zu Gast, der sich durch einen 6:3-Sieg in Eppelheim zurück im Playoff-Rennen gemeldet hat. Kaum einfacher dürfte die Aufgabe keine 48 Stunden später zuhause gegen die Bietigheim Steelers 1b werden. Nach einem schwachen Saisonstart kommt der amtierende Meister immer besser in Schwung und hat sich mit drei Siegen in Folge inzwischen auf den vierten Tabellenplatz hochgearbeitet. „Das sind zwei extrem schwere Aufgaben. Da zählt jeder Punkt, so eng wie die Liga derzeit zusammen ist“, hofft Trenholm, dass seine Mannschaft „einfach da weitermacht, wo wir heute aufgehört haben“.