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Eishockey-Regionalliga: EHC Zweibrücken im Topspiel beim 1. CfR Pforzheim

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken : „Wir können noch eine Schippe drauflegen“

Der EHC Zweibrücken reist am Sonntag zum Spitzenspiel nach Pforzheim. Der Aufsteiger präsentiert sich in der Eishockey-Regionalliga Südwest überraschend stark, hat bislang nur eine Niederlage – im Hinspiel gegen die Hornets – kassiert.

Das Spitzenspiel der Eishockey-Regionalliga Südwest steht an. Vor Beginn der aktuellen Saison hätten wahrscheinlich die wenigsten erwartet, dass der 1. CfR Pforzheim einen Part in diesem Topduell übernehmen würde. Und doch steht der bislang ungeschlagene Spitzenreiter EHC Zweibrücken an diesem Sonntag bei genau diesem Club, dem Aufsteiger, seinem bislang ärgsten Verfolger gegenüber. Die bislang beste Offensive der Liga (76 Tore) ist zu Gast bei der besten Defensive (19 Gegentreffer). „Für mich ist das schon eine Überraschung, dass die da so dran bleiben und Spiel für Spiel gewinnen“, gibt Hornets-Coach Ralf Wolf zu.

Doch die Bisons um Trainer John Kraiss haben bislang erst eine einzige Saison-Niederlage kassiert – und das beim 3:5 zum Rundenauftakt in Zweibrücken. In ihren acht folgenden Partien sind die Pforzheimer stets als Gewinner vom Eis gegangen. Zuletzt haben sie ein knappes 3:2 gegen den SC Bietigheim-Bissingen erkämpft. „Was sie ausmacht? Ihr Zusammenhalt ist sicher ausschlaggebend und auch die haben gute Spieler in ihren Reihen“, erklärt Wolf. So laufen neben dem starken Goalie Janis Wagner und den Kontingentspielern Miroslav Vasilev/Martin Juricek etwa die ehemaligen Zweibrücker Tim Brenner, Goalie Sebastian und Bruder Marco Trenholm für den CfR auf. Und die sind mit ihrem Team nach der Hälfte der Hauptrunde der erste Verfolger der Zweibrücker. „Es wird sich zeigen, ob sie das die gesamte Saison über durchhalten können und wie es dann am Ende aussieht“, ist Ralf Wolf gespannt. Zu Beginn der Spielzeit habe er sich den Lauf der Bisons damit erklärt, dass sie schon recht früh zum Training auf dem Eis, im Vergleich zu anderen Clubs womöglich schon recht gut eingespielt waren. „Ich dachte zuerst, das ist ihr Vorteil. Aber jetzt sind sie schon echt lange vorne dabei, haben alle Teams geschlagen, die wir auch geschlagen – außer uns“, betont der Hornets-Trainer, dass seine Mannschaft vor dem Gegner gewarnt ist. „Es ist eben ein Spitzenspiel, Erster gegen Zweiter. Wir müssen uns eine entsprechende Strategie zurechtlegen“, sagt der 41-Jährige und fügt an: „Ich denke, es wird ein gutes Spiel, mit allem, was dazu gehört.“

Dass seine Mannschaft nach der perfekten Hinrunde, nach dem starken Lauf dazu neigen könnte, in der Konzentration nachzulassen, zu siegesgewiss zu sein, glaubt Ralf Wolf nicht. „Wir haben immer wieder mit neuen Herausforderungen zu kämpfen und müssen uns immer wieder anpassen. Von daher gibt es keine übermäßige Selbstsicherheit.“ Auch nicht nach zehn Siegen in Folge. Es könne während einer Saison, innerhalb eines Spiels „immer alles passieren“. Dazu gehört auch, dass die Zweibrücker coronabedingt weiter auf den einen oder anderen Mann verzichten müssen – „das macht es ein bisschen interessant“. Zudem wird am Sonntag wieder Sebastian Harth für Steven Teucke ins Tor rücken. „In Bietigheim sind wir auch mit ihm aufgelaufen und haben zu null gespielt“, sagt Wolf und hegt die leise Hoffnung, dass die Pforzheimer den 20-jährigen Nachwuchs-Schlussmann der Hornets „unterschätzen und denken könnten, dass sie uns jetzt die Bude voll hauen – das wird sich aber zeigen“.

Neben Teucke, neben den weiterhin coronabedingten Ausfällen wird dem EHCZ am Sonntag auch Christian Werth fehlen. Ansonsten kommen Leon Kremer, Lukas Braun und Felix Stokowski zurück. „Da haben wir eine kleine Entspannung“, erklärt Wolf, dass er wohl mit drei kompletten Reihen antreten kann. Anders als zuletzt gegen Mannheim und Bietigheim. „Eigentlich müsste es jetzt bei uns zu einer Leistungsexplosion kommen, da wir in den vergangenen Wochen echt eine extreme Belastung hatten. Normalerweise müssten wir jetzt auf der Leistungsspitze sein“, schätzt Wolf, dass beim bislang so souveränen Spitzenreiter sogar noch mehr drin ist. Wenn sich die Mannschaft seit dem knappen Auftaktsieg gegen Pforzheim Ende September auf dem Eis auch immer besser eingespielt hat, „sind da auf jeden Fall noch Reserven da. Bei der Schnelligkeit können wir noch eine Schippe drauflegen“, ist sich der Hornets-Coach sicher. Und wann würde es besser passen, diese Reserven rauszulassen, als im Topspiel bei den Bisons am Sonntag ab 19 Uhr in der St. Maur-Halle.