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Eishockey-Regionalliga: EHC Zweibrücken blickt Richtung neue Saison

Saisonbilanz und Ausblick : Hornets blicken nach vorne

Die Saison ist Geschichte. Ohne Meister wurden die Playoffs der Eishockey-Regionalliga Südwest aufgrund der Coronakrise beendet. Beim EHC Zweibrücken plant Trainer Ralf Wolf indes schon das Sommertraining, das Management um die sportliche Leiterin Christina Fischer den Kader.

Das Corona-Virus macht auch vor der Eishockey-Regionalliga nicht halt. Das Finale zwischen dem Heilbronner EC und SC Bietigheim-Bissingen II wurde ersatzlos gestrichen, in dieser Saison wird kein Meister gekürt (wir berichteten). Ein Trost ist das für den EHC Zweibrücken, der im Playoff-Halbfinale an den Eisbären aus Heilbronn gescheitert war (4:5 und 0:2), nicht. „Am Ende hat uns Heilbronn zweimal besiegt und hätte daher verdient im Finale gestanden“, muss Hornets-Trainer Ralf Wolf zugeben. Durch diverse Ausfälle im Halbfinale, vor allem von Abwehr-Ass Vladimir Zvonik, hätten die entscheidenden Prozente gefehlt, um dagegenhalten zu können, bilanziert der Trainer, der den EHC im Laufe der Hauptrunde im Januar von Vorgänger Terry Trenholm übernommen hatte.

Diese kuriose Personalentscheidung hat damals viele Außenstehende verwundert. Der EHC lag klar auf Tabellenplatz eins, hatte gerade seinen höchsten Sieg gefeiert, da wurde Trenholm entlassen und Wolf präsentiert. „Das war eine perspektivische Entscheidung“, sagt der neue Trainer. Ziel sei es, künftig mehr Eigengewächse zu integrieren und für die Regionalliga fit zu machen. Dafür scheint den Verantwortlichen der ehemalige Erstmannschaftsspieler der Richtige. Diesmal soll es ein Trainer für eine längere Phase werden, in den zurückliegenden Jahren konnte sich kein Trainer bei den Zweibrückern über mehr als eineinhalb Spielzeiten halten. Auf Richard Drewniak folgte im Dezember 2015 nach dessen überraschenden Rücktritt Ex-Spieler Martin Deßloch. Dieser warf im November 2016, ebenfalls während der laufenden Runde, das Handtuch. Spieler Tomas Vodicka erklärte sich bereit, zu übernehmen. Zur Saison 2018/2019 kam Terry Trenholm, der im Januar Ralf Wolf Platz machen musste.

Und Wolf und die Mannschaft haben schnell zusammengefunden, beendeten die Hauptrunde souverän mit 48 Zählern vor Ravensburg (39). Doch woran lag es, dass der klare Hauptrundenmeister in den Playoffs unterging? „Wir hatten mit Personalsorgen zu kämpfen. Gegen eine Truppe wie Heilbronn muss alles stimmen“, sagt Wolf. Am Ende seien es viele Kleinigkeiten, Verletzungen und Wehwehchen gewesen, die dafür gesorgt hätten, dass der EHC nicht seine beste Leistung hat abrufen können. „Dazu kam der Druck im zweiten Spiel, gewinnen zu müssen. Das alles konnten wir nicht kompensieren“, will der Hornets-Coach jetzt gezielt darauf hinarbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert.

Für Ralf Wolf heißt das: Sommertraining planen. „Wir wissen nicht, wie es mit dem Virus und den Maßnahmen weiter geht. Aber wir planen jetzt einfach mal so, wie wenn es eine normale Saison wird. Wenn es dann tatsächlich losgeht, wollen wir top vorbereitet sein“, erklärt der Trainer. Erstmals könne man das Sommertraining auch in einer Halle absolvieren. „Da hast du dann ganz andere Möglichkeiten. Im Sommer wird der Spieler gemacht, da werden die körperlichen Voraussetzungen geschaffen“, erklärt er. Inspiration, das verrät er am Rande, holt er sich nicht nur im Eishockey. „Ich hab mir auch die Zweibrücker Handballer mal angeschaut. Da gibt es viele Parallelen und das ist echt interessant, wie die arbeiten. Auch da kann man sich mal was abschauen“, findet er.

Im Saisonrückblick könne er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Wir haben in der Hauptrunde mit Abstand die meisten Tore geschossen und gerade mal zwei Treffer mehr kassiert als die beste Abwehr. Dazu haben wir zwei tolle Torhüter. Es geht jetzt gar nicht mal darum, sich noch weiter zu verbessern, sondern erst einmal darum, dieses hohe Niveau zu halten“, ist Wolf mit seinem Kader sowohl in der Breite als auch in der Spitze sehr zufrieden.

Ralf Wolf soll beim EHC Zweibrücken eine längerfristige Trainerlösung sein. Foto: Verein

Arbeiten will er vor allem daran, dass in der Anfangsphase eines Spiels kein Gegentreffer fällt. „Gegen Ende der Hauptrunde haben wir gegen Ravensburg früh hinten gelegen, genauso gegen Heilbronn im ersten Halbfinale. Das soll nicht mehr passieren. Und wir werden verstärkt daran arbeiten, wie wir sehr defensive Teams knacken“, erklärt Ralf Wolf. Denn er geht davon aus, dass der EHC Zweibrücken auch in der kommenden Saison eine starke Rolle spielt.