Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken Individuelle Klasse der Hornets setzt sich durch

Bietigheim/Zweibrücken · Der EHC Zweibrücken hat in Bietigheim den achten Sieg in Serie verbucht. Und konnte sich in dem engen Duell einmal mehr auf Albert Washco verlassen. Im Dezember soll noch Verstärkung kommen.

 Die Zweibrücker konnten erneut drei Treffer von Topscorer Albert Washco (Zweiter von links) sowie den nächsten Sieg bejubeln.

Die Zweibrücker konnten erneut drei Treffer von Topscorer Albert Washco (Zweiter von links) sowie den nächsten Sieg bejubeln.

Foto: Martin Wittenmeier

Beim Blick auf die Tabelle der Eishockey-Regionalliga Südwest könnte die Vermutung aufkommen, dass die bisherige Saison des EHC Zweibrücken einem Spaziergang gleichkommt. Nach dem achten Sieg im achten Spiel führen die Hornets die Tabelle mit der vollen Ausbeute von 24 Punkten souverän vor dem Heilbronner EC (16 Punkte aus neun Spielen) an. Doch nicht nur beim knappen 7:5 (2:1/2:2/3:2)-Auswärtserfolg am Sonntagabend bei Schlusslicht SC Bietigheim-Bissingen musste die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf großen Aufwand betreiben.

Bis die nächsten drei Zähler verbucht waren, hatten die Zweibrücker ein hartes Stück Arbeit im Bietigheimer Ellental zu verrichten. Doch nichts anderes hatte der EHC-Coach im Vorfeld dieser Auswärtspartie erwartet. „Die haben sozusagen einige Spieler mit ‚Heimspielverträgen‘“, erklärt er, dass die Steelers in eigener Halle meist deutlich besser besetzt sind als auswärts. Zudem sei die Mannschaft grundsätzlich nicht so schlecht aufgestellt, wie es der letzte Tabellenplatz vermuten lässt. „Milan Liebsch ist wieder neu dabei, Marcel Neumann ist zuhause mit an Bord, ebenso Andreas Hilse und die Heintz-Brüder“, zählt Wolf auf. Und die haben es dem Tabellenführer aus Zweibrücken am Sonntagabend dann auch nicht wirklich leicht gemacht.

Obwohl die Gäste zunächst gut in die Partie reingefunden haben. Mit einem Doppelschlag durch Marco Trenholm (6.) und Leon Kremer (8.) haben die Hornets „wie nach Plan“ schnell mit 2:0 geführt. Kurz vor Ablauf des ersten Drittels hat sich EHC-Keeper Viktor Lust dann aber nach einem flachen Schuss von Sören Breiter den Puck quasi selbst mit dem Schläger unter die Latte geknallt, erklärt Wolf (20.).

Und kurz nach Wiederbeginn kassierten die Zweibrücker dann auch noch den Ausgleich durch Marcel Neumann (24.). Schon in der Pause hatte der Hornets-Coach bemängelt, „dass wir zu lange brauchen, um die Entscheidung zu finden, zu passen oder in den Zweikampf reinzugehen“. Nach dem Gegentreffer zum 2:2 habe sein Team aber wieder Gas gegeben, „das Spiel schnell gemacht, mit direkten Pässen auf den Schläger“. So gelang es den Zweibrückern, sich durch Tore von Albert Washco (26.) und Maximilian Dörr (27.) wieder auf zwei Treffer abzusetzen. Doch Bietigheim steckte nicht auf und nutzte seine Konterchancen. „Sie haben das immer wieder gut herausgespielt, sodass wir in der Defensive öfter mal in Unterzahl standen“, erklärt Wolf, warum es seiner Mannschaft nicht gelang, frühzeitig den Deckel drauf zu machen. Vielmehr kamen die Steelers nicht nur im zweiten Durchgang durch Milan Liebsch nochmal auf 3:4 heran (32.), sondern zu Beginn des Schlussdrittels – ebenfalls durch Liebsch – sogar zum 4:4-Ausgleich (44.). Keine Minute später legte Zweibrückens Top-Scorer Albert Washco zwar wieder vor (45.), doch Bietigheim wehrte sich weiter und glich durch Neumann erneut aus (51.). Auf Zuspiel von Trenholm und Dörr stockte Washco, der zudem drei Tore vorbereitete, sein Punktekonto mit seinem dritten Treffer des Abends (53.) weiter auf. Simon Klemmer setzte mit dem 7:5 (60.) in den leeren Kasten den Schlusspunkt unter den achten Sieg im achten Saisonspiel.

Wichtiger Faktor dafür, dass die Hornets auch die knapperen Duelle momentan letztlich immer wieder für sich entscheiden, sei die individuelle Klasse. „Albert hat am Sonntag wieder sechs Scorer-Punkte gesammelt“, hebt Wolf den 24-Jährigen hervor. Mit 30 Zählern führt er die Topscorer-Liste der Liga vor Mannheims Artem Klein (22) und Hornets-Kollege Simon Klemmer (18) an. „Albert ist momentan der Mann.“ Bislang traf der US-Amerikaner in jedem der acht Hornets-Spiele mindestens einmal. Auch Klemmer hat nur beim 5:2-Heimsieg gegen Mannheim nicht selbst getroffen, dort aber ein Tor von Claudio Schreyer vorbereitet. „Man merkt da schon eine gewisse Abhängigkeit von einzelnen Spielern. Aber dafür sind sie ja bei uns in der Mannschaft – und ich möchte sie auch nicht missen“, betont Wolf und ergänzt: „Momentan haben wir das Glück, dass wir solche Spiele immer wieder für uns entscheiden – ich hoffe, das bleibt so.“

Denn seinem personell gebeutelten Team sei die Belastung allmählich schon anzumerken. „Ich dachte, dass Fabian Fellhauer gegen Bietigheim wieder zum Kader stoßen kann.“ Doch nach nur einer Trainingseinheit meldete er sich wieder krank. Neben Julian Reiss (Schulter) fehlten zudem Dustin Bauscher (Rücken), Sascha Göth (Brustbeinprellung) – und auch Keeper Michael Seitz (Hüftprobleme) weiterhin.

„Wir haben nach einer internen Bewertung der Situation nun auch beschlossen, ab 1. Dezember (Öffnung des Transferfensters, Anm. d. Red.) zumindest einen Spieler neu zu verpflichten“, erklärt Wolf: „Wir hoffen, dass wir dadurch personell ein bisschen Entspannung reinbekommen.“ Und wieder mehr Qualität im Training.

Gerade mit Blick auf die nun anstehenden drei Doppelspieltage mit Liga und Rheinland-Pfalz-Pokal bereitet auch die Torhüterposition Ralf Wolf etwas Kopfzerbrechen. Denn zum zweiten Mal in Folge traten die Hornets in Bietigheim mit nur einem Goalie an. Sollte Viktor Lust, der derzeit durchgehend zwischen den Pfosten steht, ausfallen, müsste momentan ein Feldspieler, der als Ersatzkeeper im Spielbericht aufgeführt wird, aushelfen. Natürlich stehe Wolf auch weiter in Kontakt zu Steven Teucke, der erst vor der Saison seine Karriere beendet hatte. „Vielleicht könnte er hier ein bisschen für Entlastung sorgen. Aber wir schauen mal, wie die Woche läuft.“

Am Samstag geht es für die Hornets nun zunächst zum Punktspiel nach Mannheim, am Sonntag sind die Eisbären aus Heilbronn ab 19 Uhr zum Topspiel zu Gast in der Zweibrücker Ice-Arena. An den beiden darauffolgenden Wochenenden stehen dann jeweils ein Regionalliga- und ein Pokalduell an. Groß mit den Kräften hauszuhalten, das scheint bei diesem Pensum kaum drin.