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Eishockey: EHC Zweibrücken bezwingt Heilbronner EC

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken : Erfolgreiche Umstellung von Schönspielerei auf Effektivität

Der EHC Zweibrücken bleibt in der Eishockey-Regionalliga Südwest in Lauerstellung. Mit dem 6:3-Sieg gegen den Heilbronner EC feiern die Hornets den achten Sieg in Serie und liegen vor dem Topduell gegen Stuttgart in aussichtsreicher Position.

Der EHC Zweibrücken hat sich kurz schocken lassen. Doch das Team um Trainer Ralf Wolf hatte im spannenden Heimspiel gegen den Heilbronner EC am Sonntagabend stets die richtigen Antworten parat und bezwang den amtierenden Meister der Eishockey-Regionalliga Südwest mit 6:3 (1:2/1:1/3:0). Damit gelang dem Tabellendritten der achte Sieg in Serie, durch den er weiter nur einen Zähler hinter den beiden Topteams liegt.

Früh nahm die Partie gegen die Eisbären an Fahrt auf. Heilbronn ging vor 641 Zuschauern in der Ice-Arena am Sonntag bereits nach zwei Minuten durch Marco Haas in Führung. „Mit dem schnellen 1:0 haben die Heilbronner uns ein bisschen geschockt“, bekennt der EHC-Coach. Und dann geriet sein Team auch noch in Unterzahl. Doch genau in dieser schlugen die Hornets erstmals zurück. Neuzugang Justin Grillo versenkte den Puck auf Zuspiel von Sascha Göth rund eineinhalb Minuten nach dem 0:1 zum Ausgleich im Kasten. „Dieses Short-Handed-Goal war wichtig, damit konnten wir zurückschocken“, sagt Wolf. Doch noch vor Ende des ersten Abschnitts gelang den Gästen, die mit einem Erfolg Playoff-Platz vier hätten festigen können, durch Stefano Rupp die erneute Führung (17.). „Wir haben versucht, das auszumerzen“, erklärt der 43-Jährige. Doch das misslang zunächst. Mit dem knappen Rückstand ging es für die Hornets in die erste Drittelpause.

Und auch im zweiten Durchgang legte Heilbronn vor. Nach einem Zweibrücker Puckverlust in der Abwehr erzielte Moritz Kuen das 3:1 für die Gäste. Nach sieben Siegen in Serie drohte den Zweibrückern die erste Niederlage. „Fehler passieren, wichtig ist, wie man darauf reagiert“, sagt Ralf Wolf. Und seine Mannschaft hat einmal mehr die richtige Reaktion gezeigt. „Angst ist in dem Fall kein guter Begleiter. Man versucht, Maßnahmen zu ergreifen, Dinge anzusprechen“, erklärt der Hornets-Trainer, wie seine Mannschaft es geschafft hat, den Schalter nochmal umzulegen. „Wir haben es bis dahin vielleicht ein bisschen zu kompliziert gemacht.“ Heilbronn habe es einfach gehalten, hat aufs Tor geschossen und ist zum Nachschuss gegangen, „wir haben versucht, noch einen Querpass zu machen, das Tor freizuspielen“. Von dieser Schönspielerei mussten die Zweibrücker am Sonntagabend wegkommen. „Wir haben dann eher auf eine effektivere Spielweise gesetzt. Es ging darum, den Puck aufs Tor bringen zu wollen, zum Nachschuss zu gehen und Gas zu geben.“ Und so stellte Marco Trenholm nach Vorarbeit von Frederic Hellmann und Julian Reiss noch im zweiten Durchgang den 2:3-Anschluss her. „Dieses Tor war extrem wichtig.“ Zumal Wolfs Mannschaft dadurch nicht nur mit einem besseren Gefühl, sondern auch noch „mit einer Überzahl in der Hinterhand“ in die Pause gehen konnte. Denn Eisbär Moritz Kuen hatte kurz vor Ende des zweiten Abschnitts eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert.

Mit einem fulminanten Start in das Schlussdrittel gelang es den Hausherren dann, „im richtigen Moment die Antwort zu liefern“. Noch in Überzahl hämmerte Michael Morrissey den Puck zum 3:3 (42.) in die Maschen. Nur 16 Sekunden später brachte Trenholm sein Team erstmals in dieser Begegnung in Führung. Den Hornets habe in der Schlussphase in die Karten gespielt, dass die Heilbronner „eine sehr kurze Bank hatten und wir mit vier Reihen angetreten sind“. Wenn auch nur die ersten drei spielten. „Wir hatten aber hungrige Jungs in der Hinterhand, was den Druck auf die anderen Reihen erhöht hat. Die haben sich komplett ausgepowert“, erklärt Wolf, dessen Team aber noch einige Minuten überstehen musste. 39 Sekunden vor dem Ende gelang Hellmann auf Zuspiel von Keeper Viktor Lust ein Empty Net Goal zum beruhigenden 5:3. Nach Vorarbeit von Stephen Brüstle machte Morrissey mit seinem zweiten Treffer des Abends den Sack endgültig zu.

Das Ergebnis sieht am Ende zwar deutlicher aus, als es der Spielverlauf lange Zeit hergab. Doch verdient sicherten sich die Zweibrücker letztlich den Heimsieg. „In den ersten 30 Minuten konnten die Heilbronner das hohe Tempo mitgehen, am Ende haben die nur noch mit zwei Reihen gespielt“, erklärt Wolf und fügt an: „Wenn die Eisbären komplett gewesen wären, wäre es noch eine engere Kiste geworden.“ Die Tore zur rechten Zeit und die lange Bank seien am Sonntagabend der Schlüssel zum Erfolg der Hornets gewesen. „In dieser Saison haben wir zum einen das Glück, dass wir einen großen Kader haben und zum anderen, dass wir immer in der Lage sind, zur rechten Zeit die Antworten zu liefern.“ Dennoch müsse die Mannschaft auch erkennen, warum sie die Gegentore kassiert hat. „Da waren ein paar Fehler dabei. Gerade in der Defensive haben wir schon noch Verbessrungspotenzial“, mahnt der Hornets-Trainer auch mit Blick auf die nun kommende Aufgabe.

 Denn an diesem Freitag, 20 Uhr, geht es für die Zweibrücker zum Topspiel beim Stuttgarter EC, der mit 36 Zählern punktgleich mit Hügelsheim an der Tabellenspitze liegt. Der EHC bleibt durch den Sieg gegen Heilbronn weiter mit einem Punkt Rückstand in Lauerstellung. Drei Partien bleiben den Hornets vor dem Start in die Playoffs noch, um sich eine bestmögliche Ausgangslage zu schaffen. Das direkte Duell mit den Rebells könnte im Kampf um die ersten beiden Plätze ein Schlüsselspiel werden. Doch auch die beiden Topteams treffen noch einmal aufeinander. „Wir liefern im Moment, aber auch Stuttgart legt immer wieder vor oder zieht nach“, betont Wolf. Dessen Team in dieser Runde allerdings das einzige ist, das schon zwei Mal gegen den Spitzenreiter gewonnen hat. „Aber die zwei Niederlage haben den Stuttgartern sicher weh getan, sodass sie einiges gut zu machen haben gegen uns“, erwartet der Hornets-Trainer den nächsten heißen Fight.