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Ein Stürmer, der Spuren hinterlässt

Ein Stürmer, der Spuren hinterlässt

Mit Tobias Mansfeld hat einer der besten Stürmer des Saarlandes in diesem Jahrtausend seine aktive Laufbahn beendet. Seine Qualitäten im Abschluss führten ihn immerhin bis in die Fußball-Regionalliga.

Seine letzte Fußball-Saison startete schlecht, nahm für Tobias Mansfeld (35) aber doch noch ein versöhnliches Ende. Der Stürmer des Saarlandligisten SC Friedrichsthal scheiterte zunächst gemeinsam mit Marco Schmit an dem Projekt "Spielertrainer", stellte sich dann allerdings weiter in den Dienst der Mannschaft - und kann nun nicht nur auf einen glimpflichen Saisonverlauf, sondern auch auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Mit dem letzten Saisonspiel gegen die SF Köllerbach endet diese nämlich nach 18 Jahren im oberklassigen Amateurbereich. Im zarten Alter von vier Jahren begann Mansfeld - damals noch unter seinem Geburtsnamen Fick - das Fußballspielen bei der SV Elversberg : als Torwart. Als 17-Jähriger debütierte der Stürmer mit eingebauter Torgarantie dann bei den Aktiven der zweiten Mannschaft, drei Jahre später folgte das erste Regionalliga-Spiel mit der SVE beim SV Wuppertal.

Nach einem Gastspiel beim damaligen Verbandsligisten SC Gresaubach (51 Spiele, 32 Tore) kickte Mansfeld wieder dreieinhalb Jahre für die SVE in der Regionalliga, ehe es 2004 für ein halbes Jahr zum von Peter Rubeck trainierten Oberligisten SV Weingarten ging. "Das war ein Fehler", sagt er heute. Ab Januar 2005 bis 2010 stürmte Mansfeld für den FC Homburg. In 165 Oberliga-Spielen erzielte er 60 Tore, spielte im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum und Schalke 04 und schoss den Club 2010 zur Meisterschaft und damit zum Regionalliga-Aufstieg. Auch die Bilanz bei Saarlandligist SC Friedrichsthal zwischen 2010 und 2015 ist beeindruckend: In 153 Spielen erzielte er 91 Treffer.

"Eine schönste Zeit gab es eigentlich nicht. In jedem Verein gab es schöne und weniger schöne Erlebnisse", fasst Mansfeld zusammen: "Die Zeit in Elversberg, als ich drei Jahre in der Regionalliga spielen konnte, war schon ein Traum, der sich erfüllt hat. Wie es auseinanderging, war dann nicht so schön." Obwohl sein Vertrag noch ein Jahr lief, plante der Verein nicht mehr mit ihm. Die Schwelle zum Profi überschritt er nie. "Mir fehlten Eigenschaften, die man nicht trainieren kann, wie zum Beispiel Schnelligkeit. Von daher war mir immer klar, dass Regionalliga das Maximum ist", sagt Mansfeld. Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann absolvierte er zwischen 2007 und 2010 ein duales BWL-Studium und arbeitet seither für eine Dillinger Firma.

Die Entscheidung, seine Karriere nach der Saison zu beenden, fiel bereits im Winter. Die negative Erfahrung als Spielertrainer, das lädierte Knie und der Wunsch, mehr Freizeit mit seiner Frau Nina (37) und den Kindern Luisa (6) und Johanna (4) zu verbringen, waren die entscheidenden Argumente. Als der Tag des letzten Spiels näher rückte, mischte sich Wehmut unter die Vorfreude: "Es hat mich schon etwas mitgenommen. Es war immerhin das endgültig letzte Spiel. So richtig realisiert habe ich das, glaube ich, immer noch nicht", gibt Mansfeld zu: "Das hätte ich mir leichter vorgestellt." Ähnlich verhält es sich mit dem Spielertrainer-Job. Künftig wird er sich auf die Aufgabe neben dem Spielfeld konzentrieren und den Trainerschein angehen.