Ein Pfalzderby ohne Sieger

Handball-Oberligist VTZ-Saarpfalz hat nach einem 29:29 (13:14) im Pfalzderby gegen den TuS Dansenberg die Tabellenführung übernommen. Alexey Wetz wäre fast noch der Siegtreffer für die VTZ gelungen.

Ein Spektakel bot sich den rund 400 Zuschauern in der Westpfalzhalle. Im Spitzenspiel der Oberliga-RPS zwischen der VTZ-Saarpfalz und dem TuS Dansenberg, das bis zur letzten Sekunde auf des Messers Schneide stand, konnte keine der beiden Mannschaften den Sieg einfahren. Sie mussten sich mit einem 29:29 (13:14)-Unentschieden begnügen. In den 60 Spielminuten zuvor wurde den Zuschauern alles geboten, was das Handballherz höher schlagen lässt. Beide Trainer sprachen nach der Partie von einem gerechten Unentschieden. Die VTZ übernimmt dank dieses Punktes die Tabellenführung in der Handball-Oberliga-RPS.

Noch 40 Sekunden zu spielen waren beim Stand von 29:29, und die Gäste aus Dansenberg hatten Ballbesitz. Mit ihrem letzten Versuch scheiterten sie an VT-Torwart Philipp Serr und eröffneten so den Gastgebern wenige Sekunden vor Ende der Partie die Chance, per Gegenstoß den Sieg einzufahren. Der Ex-Dansenberger Alexey Wetz wurde auf die Reise geschickt und konnte unter Bedrängnis noch abschließen, scheiterte aber an Markus Seitz im Tor.

Diese letzten Sekunden stehen stellvertretend für die gesamte Partie, in der es an Spannung und Leidenschaft nicht mangelte. "Ich denke, dass es ein gerechtes Unentschieden ist und die Zuschauer einen tollen Fight vor toller Kulisse gesehen haben," fasste TuS-Trainer Marco Sliwa bei der Pressekonferenz zusammen. Auch VTZ-Coach Danijel Grgic äußerte sich lobend über das Publikum. "Großer Dank an die zahlreichen Fans, die uns heute unterstützt haben. Ich stimme Marco zu und finde auch, dass es ein gerechtes Unentschieden ist. Aber auch meiner Mannschaft muss ich ein Kompliment aussprechen. Wie sie sich nach der Schwächephase wieder selbst aus dem Dreck gezogen hat, ist schon so etwas wie Kunst", sagte Grgic.

Den besseren Start in die Partie erwischten die Saarpfälzer, die nach 18 gespielten Minuten bereits mit 10:5 in Front lagen. Auch ohne den am Sprunggelenk verletzten Philip Wiese zeigte die VTZ gerade in der Anfangsphase tolle Abwehrarbeit. Bis zum Stand von 12:8 hatte sie die Partie gut im Griff. Doch ab der 24. Minute sollte die Partie kippen. Die Gäste aus Dansenberg konnten nach einem 4:0-Lauf zum 12:12 ausgleichen und sollten wenig später sogar mit 14:13 in Führung gehen, was auch zugleich der Halbzeitstand war. Vor allem Tim Beutler und der sehr agile Xaris Mallios im Rückraum des TuS waren kaum zu bändigen.

Wie schon aus Halbzeit eins bekannt, konnte die VTZ auch die zweite Halbzeit besser beginnen. Nach nur drei Minuten war der Rückstand egalisiert und in eine 16:14-Führung umgewandelt. Die VTZ konnte sich zwar nicht weiter absetzen, wusste aber den Vorsprung sehr geschickt zu verteidigen. Eine Zeitstrafe nutze der TuS dann allerdings und glich nach einem Treffer von guten Luca Munzinger zum 21:21 aus. Wieder zog die VTZ anschließend auf zwei Tore davon, doch der TuS blieb dran. Die Spannung stieg sekündlich, und die Zuschauer hielt es kaum noch auf ihren Sitzen. Nach dem Treffer durch Alexey Wetz zum 28:27 war die VTZ vier Minuten vor Ende nochmals in Führung gegangen, doch der gute Tim Beutler auf Seiten der Gäste glich prompt aus. Nach einer Zeitstrafe gegen die VTZ und dem 28:29 für den TuS sah es schon fast so aus, als habe der Favorit aus Dansenberg jetzt die Partie vollkommen gedreht. Doch Wladislaw Kurotschkin gelang 40 Sekunden vor Ende der Partie der umjubelte Ausgleich. Zwei große Torchancen später stand dann das dramatische Unentschieden fest.

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Auf einen Blick VTZ: Philipp Serr, Yannic Klöckner im Tor; Martin Mokris 8/4, Maximilian Hartz 5, Tomas Kraucevicius 4, Robin Sauer 3, Wladislaw Kurotschkin 3, Moritz Baumgart 2, Alexey Wetz 2, Dominik Rifel 1, Hendrik Rolshausen 1, Kevin Hauck, Matthias Mohn. jad