Ein Leben fürs Fechten

In vielen Sportvereinen gibt es Urgesteine und Unikate, die mit Leib und Seele dabei sind. In loser Abfolge stellt der Merkur einige von ihnen vor. Heute im vierten Teil: Volker Petri, die Fechter-Legende der VT Zweibrücken.

Der Mann hat wirklich schon einiges in seiner Vita vorzuweisen: Als Aktiver wurde er Senioren-Vizeweltmeister und -Europameister, als Trainer betreute er neben einigen Deutschen Meistern mit Astrid Euskirchen auch eine Junioren-Weltmeisterin. Volker Petri von der VT Zweibrücken ist, das kann man unwidersprochen sagen, eine pfälzische Fechter-Legende. Neben dem Trainerdasein bei der VTZ kann er es auch selbst mit dem Kämpfen noch nicht lassen. So ist Petri nach wie vor im Seniorenbereich aktiv: Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Bad Dürkheim belegte er jüngst beim Florettfechten den fünften Rang in der Altersklasse 70 (Petri ist 1943 geboren). In der deutschen Rangliste steht er in diesem Bereich auf Platz zehn.

Petris Vater Heinrich hatte seit 1933 die Fechtabteilung der VT geführt. Nach seinem Tod im Jahr 1977 ist es nun Volker Petri, der die Geschicke führt. Die Frage, wie lange er das noch machen will, sei ihm schon häufiger gestellt worden, sagt er, und fügt lachend die Antwort hinzu: "Bis 90 mache ich weiter, und noch fünf Jahre rede ich drüber." Heute ist Petri bei der VT nicht nur Trainer - auch die elektrische Anlage, die beim Fechten unabdingbar ist fürs Anzeigen und Zählen der Treffer, stammt von ihm. Schließlich hat er 44 Jahre lang in der Elektrobranche gearbeitet.

Am liebsten erinnert sich der 72-jährige an seinen Europameistertitel zurück: 1997 in San Remo war das, und wie's der Zufall wollte, fand am gleichen Wochenende ein Formel-1-Rennen im benachbarten Monaco statt. Das Hotel von Petri sei also von deutschen Fans Michael Schuhmachers belegt gewesen, bei denen sich die Nachricht von seinem deutschen Titelgewinn schnell herumgesprochen habe. "Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie die das Deutschlandlied gesungen haben," erzählt Petri von seinem größten Moment als Sportler. Allerdings hatten die andere Summen gewöhnten Rennsportfans geglaubt, er habe jetzt irgendwelche Millionen bekommen - dem war natürlich nicht so. "Mit dem Fechten kann man nichts verdienen", spricht Petri aus langjähriger Erfahrung. Dass er heute noch so fit ist, führt der zweifache Vater darauf zurück, dass er viel mit der Jugend zu tun habe. Da zeigt er den Kindern noch die gymnastischen Übungen, auf die es ankommt. Wie viele Wettkämpfe er im Laufe der langen Karriere bestritten hat, kann er gar nicht sagen - aber eines steht fest: In unserer Region blieb Volker Petri im wahrsten Sinne des Wortes immer unangefochten.