Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken Starke Gegner zum Einspielen für die Playoffs

Zweibrücken · Zum Hauptrundenabschluss in der Eishockey-Regionalliga Südwest geht es für Spitzenreiter EHC Zweibrücken an diesem Freitag zum Zweiten ESC Hügelsheim. Am Sonntag kommt die EG Diez-Limburg zum Rückspiel des Rheinland-Pfalz-Pokals in die Ice-Arena. Coach Ralf Wolf hofft hier auf einen „Überraschungsmoment“.

 In den beiden Partien des EHC Zweibrücken am vergangenen Wochenende hat Erik Betzold (rechts) drei Treffer und zwei Assists beigesteuert. Ihre Offensivstärke wollen die Hornets auch am Freitag in Hügelsheim und am Sonntag im Pokal zuhause gegen Diez unter Beweis stellen.

In den beiden Partien des EHC Zweibrücken am vergangenen Wochenende hat Erik Betzold (rechts) drei Treffer und zwei Assists beigesteuert. Ihre Offensivstärke wollen die Hornets auch am Freitag in Hügelsheim und am Sonntag im Pokal zuhause gegen Diez unter Beweis stellen.

Foto: Martin Wittenmeier

Im Spielrhythmus bleiben, schon mal einen Fingerzeig Richtung Playoffs geben und vor allem verletzungsfrei rausgehen, bevor es in die heiße Phase der Saison geht. Das werden die Ziele der beiden Topteams der Eishockey-Regionalliga Südwest vor ihrem letzten Hauptrundenspiel sein. Dazu ist der Spitzenreiter EHC Zweibrücken am Freitagabend, 20 Uhr, beim Zweiten ESC Hügelsheim zu Gast. Am Sonntag kommt es für die Hornets zudem zum Rückspiel im Rheinland-Pfalz-Pokal gegen die EG Diez-Limburg.

Sehr souverän sind die Zweibrücker bislang durch die Runde gekommen. Bei 16 Siegen hat die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf lediglich zwei Niederlagen kassiert. Beide gegen Hügelsheim. Anfang Dezember unterlag der EHC mit 5:8 bei den Baden Rhinos, Mitte Januar behauptete sich der ESC in Zweibrücken nach Overtime mit 7:6. Neben einem möglichst ordentlichen Hauptrundenschluss, bietet sich den Hornets am Freitag also auch eine gute Gelegenheit, Revanche für die beiden Pleiten zu nehmen. „Ach, eine Niederlage hätte ja keine Auswirkungen mehr. Aber man möchte sich hier gegen einen möglichen Finalgegner sicher keine Blöße geben“, erklärt Ralf Wolf vor dem Topduell. Recht gelassen.

Die Badener haben in der Hauptrunde bislang zehn Zähler weniger gesammelt als die Zweibrücker, kassierten fünf Pleiten. Zwei davon gegen den Spitzenreiter (1:4 und 5:7). Eine große Stärke der Hornets zeigte sich bisher in deren Offensive. In der Topscorerliste der Liga sind mit Albert Washco (66 Punkte – 32 Tore, 34 Assists), Simon Klemmer (42 - 19 Tore, 23 Assists) und Claudio Schreyer (39 - 11 Tore, 28 Assists) die ersten drei Plätze mit EHC-Spielern belegt. Teamkollege Erik Betzold (36 - 14 Tore, 22 Assists) folgt auf Rang fünf: Kann bei dieser Dominanz das klare Ziel nur Titelverteidigung heißen? „Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass die Vergangenheit erstmal keine schlechte Visitenkarte ist, aber auch kein Garant für Erfolg“, betont Wolf: „Man muss nach vorne schauen. Und das doofe ist: Der Gegner weiß jetzt auch, wer bei uns Tore schießen kann. Der stellt sich in den Playoffs darauf ein, dass wir mehrere Jungs haben, die das können.“

Und mit dem in dieser Woche zurückgekehrten Langzeitverletzten Cedric Striepeke kommt noch ein weiterer wieder dazu. „Dann haben wir auch eine gefährliche dritte Reihe.“ Die zweite sei ohnehin gerade stark am Kommen. So hat am vergangenen Wochenende etwa Erik Betzold in zwei Spielen drei Treffer und zwei Assists erzielt. Und es sei auch schon im Vorjahr so gewesen, dass etwa Marco Trenholm in den Playoffs „sein Leistungspeak“ hatte. „Genau darum geht es, in der entscheidenden Phase seine Spiele zu gewinnen und in den entscheidenden Momenten die Tore zu schießen“, betont Wolf: „Die Saison ist für uns jetzt gut verlaufen in der Vorrunde. Wir haben das vorgegebene Ziel Platz eins erreicht – aber dann geht es wieder bei null los.“ Solch eine Momentaufnahme der Scorerliste sei ja ganz schön, „aber am Ende hilft die auch nicht. Wenn die Jungs zum Abschluss der Saison Erfolge feiern können, interessiert es die am wenigsten, wer da in der Scorerliste ganz oben steht.“

Wenn es in die entscheidende Phase der Spielzeit geht, treffen die Baden Rhinos im Ende Februar startenden Playoff-Halbfinale im Best-of-five-Modus auf die Eisbären aus Heilbronn. Die Zweibrücker bekommen es mit den Mad Dogs aus Mannheim oder dem SC Bietigheim-Bissingen zu tun. Die beiden Tabellenletzten ermitteln eine Woche vor dem Start der Finalrunde in den Pre-Playoffs den letzten Teilnehmer.

Nach dem Hauptrundenabschluss am Freitag steht für die Hornets am Sonntag noch eine weitere hochkarätige Partie zum Einspielen für die Playoffs an. Ab 19 Uhr ist dann die EG Diez-Limburg zum Rückspiel des Rheinland-Pfalz-Pokals in der Ice-Arena zu Gast. Das erste Aufeinandertreffen in Diez hatte der EHC vor über 1600 Zuschauern mit 3:6 verloren. Die Rockets sind in der Pokalrunde nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Die Zweibrücker haben noch theoretische Chancen, als Zweiter ins Finale einzuziehen. Hierzu müssten sie aber nicht nur Diez am Sonntag schlagen, sondern auch am 16. Februar gegen den EHC Neuwied hoch gewinnen. Hier unterlag der EHCZ im ersten Duell mit 2:6. Die beiden Partien gegen Außenseiter Bitburg gewannen die Hornets klar. „Es war bis jetzt schon sensationell“, sagt Thorsten Rehfeld, Sportlicher Leiter des EHC: „Als wir gesagt haben, wir müssen den Rheinland-Pfalz-Pokal spielen, da haben wir gedacht: ‚Okay, Diez-Limburg und Neuwied, die sind von ihren Möglichkeiten drei Klassen über uns‘. Überraschenderweise sind wir dort aber nicht abgeschossen worden, das war wirklich positiv“, erklärt Rehfeld, dass er sich in den Rückspielen zuhause schon etwas ausrechnet gegen die beiden Teams, die derzeit in der niederländisch-belgischen BeNe-League auflaufen. „Es wäre schon schön, wenn wir tatsächlich noch ins Finale kämen. Das könnte mit zwei Siegen zuhause gehen. Dann wären wir Zweiter, womit vor der Saison keiner im Entferntesten gerechnet hätte. Das wäre schon geil.“

Gegen Diez, die in der Liga derzeit auf einem für sie enttäuschenden fünften Platz liegen, hofft EHC-Trainer Ralf Wolf auf einen „Überraschungsmoment“. „Die sind es nicht gewohnt, auf einer solche kleinen Eisfläche zu spielen“, sagt der 44-Jährige. Zudem könnte die derzeitige Unruhe bei den Rockets den Hornets in die Karten spielen. Nachdem weder die mehrfach ausgetauschten Importspieler eingeschlagen, noch die Ergebnisse zuletzt gepasst hätten, haben sie sich am vergangenen Wochenende von Trainer Carsten Gosdeck getrennt. Interimsmäßig hat der Sportliche Leiter Arno Lösch übernommen. „Mit ihm steht so ein bisschen mein Trainermentor an der Bande“, erklärt Wolf: „Das könnte spannend werden am Sonntag.“ Ebenso wie kommende Woche gegen Neuwied. „Die haben sich schon mit 150 Leuten angemeldet“, freut sich der EHC-Coach auf den „gut vollgepackten Februar“. An dessen Ende die heiße Jagd nach dem Meistertitel beginnen wird.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort