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EHC Zweibrücken will gegen Stuttgart weiße Weste wahren

Eishockey-Regionalliga : Bei Mikes und den Hornets hat es Klick gemacht

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken empfängt am Sonntag die starken Stuttgart Rebels zum Heimspiel in der Ice-Arena. Mit dabei: Hornets-Neuzugang Joshua Mikes. Dem Texaner gefällt es in der Rosenstadt prima. Nur ein Problem macht dem 27-jährigen Offensivspieler schwer zu schaffen.

Ein paar Brocken Deutsch kann Joshua Mikes bereits: „Die Spiele sind zu spät“, klagt der Neuzugang des EHC Zweibrücken. Damit meint der 27-Jährige aber nicht die Partien seiner Hornets in der Eishockey-Regionalliga. Der gebürtige Texaner ist glühender Anhänger der Dallas Stars – und die Spiele des NHL-Clubs beginnen in Deutschland zu seinem Leidwesen in der Regel erst weit nach Mitternacht – und enden, wenn bereits der Morgen graut. Auch die Partie seines Lieblingsclubs in der Nacht auf Sonntag gegen die LA Kings wird Mikes nicht sehen. Zumindest würde sein Trainer Ralf Wolf das wohl begrüßen. Schließlich soll Mikes ausgeschlafen sein, wenn die Hornets am Sonntag um 18 Uhr die Stuttgart Rebels in der Ice-Arena empfangen.

Was Mikes über die Schwaben weiß? „Unser Trainer hat gesagt, dass das der bislang härteste Gegner in dieser Saison wird. Er hat gesagt, dass wir bereit sein müssen“, berichtet der US-Amerikaner. Dass er seit dieser Saison für die Hornets auf dem Eis steht, ist auch Mitspieler Dan Radke zu verdanken. Die beiden kennen sich seit Kindertagen – „ich glaube seit ich sechs bin“, erzählt Mikes.

Schon vor längerer Zeit – als Radke bereits das EHCZ-Trikot trug und Joshua Mikes gar nicht so weit weg für die Außenstelle eines Unternehmens in Paris arbeitete – sei bei beiden der Gedanke gereift: „Wäre es nicht cool, wenn wir im selben Team spielen . . .“ Und eben dies ist seit der laufenden Runde der Fall. Das freut Mikes. Das freut Radke. Und das freut auch die Anhänger der Hornets. In seinen vier Spielen für den EHCZ hat der Neuzugang bereits sechs Treffer erzielt, lieferte zudem fünf Assists.

„Es geht immer noch ein bisschen besser“, antwortet der 27-Jährge auf die Frage, ob er mit seiner Ausbeute zufrieden ist. Das gelte ebenso für das Zusammenspiel mit dem Rest des Teams und die bisherigen Auftritte der Hornets generell: „Das alles braucht noch ein wenig Zeit.“ Zwar hat der EHCZ alle seine vier Saisonspiele für sich entschieden. „Aber wir haben immer Anlaufschwierigkeiten. Es dauert in jedem Spiel eine Weile, bis es endlich bei uns ‚Klick’ macht“, sagt Mikes, der in Texas geboren wurde, aber in Kalifornien aufwuchs.

Von der Hornets-Familie sei er super aufgenommen worden: „Alle haben mich herzlich willkommen geheißen und wollten mir beim Eingewöhnen helfen, berichtet der US-Amerikaner, der auch in Zweibrücken wohnt. „Ich habe einen Roller. Mit dem erkunde ich die Stadt und die Umgebung. Es gefällt mir prima hier. Und im Fashion Outlet war ich natürlich auch schon.“ Und wenn er doch mal Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt? Dann treibt er dennoch (Denk-)Sport. Der 27-Jährige ist in den letzten anderthalb Jahren ein begeisterter Hobby-Schachspieler geworden. „Das hat mit der Corona-Pandemie als Zeitvertreib angefangen – und irgendwie bin ich hängen geblieben.“

Eishockey spielt Mikes dagegen bereits seit er sieben Jahre alt ist. Schon sein Vater betrieb den Sport in der High School – und gab sein Wissen an den kleinen Joshua und dessen Bruder weiter.

Rund 20 Jahre später freut sich Mikes nun auf das Spiel seiner Hornets gegen Stuttgart – und auf die Fans in der Ice-Arena. „So viel Energie auf den Rängen. Die Zuschauer sind großartig“, schwärmt der Amerikaner von seinen bisherigen beiden Heim-Auftritten gegen Pforzheim (5:3) und Eppelheim (12:2).

Es gibt aber eine Partie, auf die sich Mikes noch viel mehr freut. Nämlich auf das Gipfeltreffen am 6. November bei den Baden Rhinos. Stand jetzt sind die Zweibrücker und die Hügelsheimer die einzigen beiden Mannschaften, die alle ihre Partien für sich entscheiden konnten. Für Mikes steht dann aber nicht der sportliche Aspekt der Partie im Vordergrund. Denn beim Gegner spielt der rund ein Jahr ältere Tscheche Martin Váchal, ein Freund von Mikes. Mit dem lief er zwischen 2012 und 2013 zusammen in der Western States Hockey League für den Klub Bay Area Seals aus San Francisco auf. „Martin hat damals sogar bei unserer Familie gelebt“, erzählt Mikes. Jetzt habe ich ihn acht oder neun Jahre nicht mehr persönlich gesehen. Dass das in ein paar Wochen so weit sein wird – darauf freue ich mich wahnsinnig.“

Nun steht für ihn und seine Hornets aber am Sonntag zunächst das Heimspiel gegen den Tabellenvierten Stuttgart auf dem Programm, der lediglich seine Partie gegen Hügelsheim knapp verloren hat (3:4). Gewinnen die Zweibrücker auch ihr fünftes Saisonspiel gegen die starken Schwaben, wird es Joshua Mikes womöglich sogar verschmerzen können, dass er in der Nacht zuvor wieder mal auf die Partie seiner Dallas Stars verzichten musste. Wie Mikes sagt: Die Spiele sind eben einfach viel zu spät.

Die Hornets müssen in den nächsten Wochen verletzungsbedingt auf zwei Spieler verzichten. Leon Kremer hat sich gegen Eppelheim einen Muskelfaserriss zugezogen. Chris Werth erlitt gegen Freiburg eine Schultereckgelenkssprengung. Gegen Stuttgart steht zudem Matthew Genest-Schön nicht zur Verfügung. Dafür rückt Florian Wendland in den Kader. Die Tageskasse hat am Sonntag ab 17 Uhr geöffnet. Es gibt keinen Kartenvorverkauf.