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EHC Zweibrücken unterliegt beim Auswärtsspiel in Hügelsheim

Eishockey-Regionalliga : Zu wenige Verteidiger = zu viele Gegentore

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken hat sein Auswärtsspiel beim ESC Hügelsheim trotz einer starken Aufholjagd mit 4:7 verloren. Trainer Wolf kritisiert „zu viele schwache Phasen“.

Die Frage nach der Stimmung in der Kabine beantwortete Ralf Wolf denkbar knapp: „Viel Ärger“ – hätten seine Hornets nach der 4:7-Pleite im Auswärtsspiel beim ESC Hügelsheim verspürt. Und auch Wolf, der Trainer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken, war nach der ersten Niederlage im zweiten Saisonspiel nur bedingt zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir hatten einfach zu viele schwache Phasen“, haderte der 41-Jährige.

In der Tat: Im zweiten Spieldrittel musste Hornets-Torwart Konstantin Mayer drei Gegentreffer binnen vier Minuten zum zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand hinnehmen. Und nachdem der EHCZ nach einer furiosen Aufholjagd zu Beginn des Schlussabschnittes auf 4:4 ausgeglichen hatte, erging es auch dem zweiten Hornets-Goalie Steven Teucke nicht besser. Er kassierte seine drei Gegentreffer sogar in nur drei Minuten und 32 Sekunden. Danach war die Partie gelaufen.

Eine Partie, die für die Hornets von Beginn an unter keinem guten Stern stand. Kontingentspieler Dan Radke fehlte wegen einer schmerzhaften Prellung an der rechten Hand. Und mit Felix Stokowski, Stephen Brüstle und Florian Wendland fielen dem EHCZ gleich drei Verteidiger aus. Wolf konnte so zwar drei Offensivlinien – aber nur zwei defensive – aufbieten und musste die Reihen ständig mischen. „Klar ist es ein Vorteil, wenn man auf dem Eis nicht ständig einen neuen Mitspieler neben sich hat. Dann wären wir gefestigter aufgetreten. Gerade im Überzahlspiel“, war sich Wolf sicher.

Denn nur eine der fünf Überzahlsituationen der Zweibrücker führte zu einem Treffer. Dass es am Powerplay der Hornets noch hapert, wurde aber vor allem in der 9. Minute deutlich. Der EHCZ spielte vor 350 Zuschauern mit einem Mann mehr auf dem Eis – das Tor erzielten aber die Gastgeber, die ein Missverständnis der Zweibrücker ausnutzten. „Das war ein bisschen Slapstick – aber sowas passiert“, meinte Wolf, dessen Mannschaft zwei Minuten später die passende Antwort gab.

Fabian Fellhauer gewann das Offensiv-Bully, der Puck landete auf der Kelle von Lukas Sawicki, der nicht lange fackelte, sondern humorlos zum Ausgleich traf. Das erste Saisontor für den Neuzugang. „Solche einfachen Treffer brauchen wir. An Lukas werden wir noch viel Freude haben“, lobte Wolf.

Nach der Drittelpause sah er dann aber die schwächste Phase seiner Mannschaft. „Wir haben den Gegner quasi zum Toreschießen eingeladen“, seufzte Wolf, der hinter der Bande miterlebte, wie sein Team zwischen der 23. und 27. Minute mit 1:4 ins Hintertreffen geriet. Den dritten Treffer der Gastgeber erzielte Dominik Dech, der 2015 für ein halbes Jahr das Trikot der Hornets trug.

Doch Zweibrücken kam noch einmal zurück. Nach einer halben Stunde verkürzte Chris Werth zunächst auf 2:4. Und im finalen Drittel ging es dann ganz schnell. Sawicki erzielte in der 42. Minute mit seinem zweiten Tor das 3:4. Und als Fellhauer nur eine Zeigerumdrehung später Treffer Nummer vier nachlegte, waren die Hornets wieder im Spiel. „Da war unser Forechecking stärker und wir haben endlich Fehler des Gegners provoziert“, lobte Wolf.

Der EHCZ schien im Anschluss sogar leicht überlegen. Doch die Aufholjagd hatte viele Körner gekostet. Auch weil die Hornets fast doppelt so viele Minuten auf der Strafbank vebracht hatten wie ihre Gegner. Unter anderem hatte Cedric Striepeke im zweiten Abschnitt für einen Bandencheck eine 5 Minuten plus Spieldauerstrafe kassiert und wird im Auswärtsspiel am Freitag gegen Ravensburg fehlen.

Als Hügelsheims Björn Groß die Badener in der 49. Minute nach einer starken Einzelaktion wieder in Führung schoss, war der Widerstand der Hornets gebrochen. In kurzer Abfolge kassierte der EHCZ die Gegentreffer sechs und sieben.

„Wir haben nach Startschwierigkeiten besser ins Spiel gefunden, konnten das Tempo mitgehen und sind stark zurückgekommen“, zog Ralf Wolf das Positive aus der Partie. Er sagte aber auch: „Wir haben zwar Gas gegeben – hatten insgesamt aber nur sieben, acht richtig starke Minuten. Wir müssen im Training hart dafür arbeiten, dass wir das immer weiter ausbauen. Die Saison dauert ja – hoffentlich – noch lange.“

Dass die Hornets nicht lange Zeit haben, die Niederlage in ihre Köpfe sickern zu lassen, begrüßt Wolf. Schon am Freitag muss der EHCZ um 20 Uhr auswärts beim „Riesenbrocken“ (Wolf) EV Ravensburg ran. Und am Sonntag empfangen die Hornets um 19 Uhr die Eisbären Heilbronn in der Ice-Arena.

Die Punkte, die die Hornets am Samstag liegenließen, wollen sie sich am Doppelspieltag zurückholen – alleine weil es auf der breiten Palette der Emotionen so viel schönere als Ärger gibt.