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EHC Zweibrücken mit Neuzugang Lukas Sawicki am Sonntag gegen Heilbronn

EHC Zweibrücken : Die Albträume haben jetzt die Hornets-Gegner

Lukas Sawicki hat den Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken in der Vergangenheit mehr als einmal geärgert. Seit dieser Saison spielt er für die Hornets. Und empfängt am Sonntag mit seinem neuen Verein die Eisbären Heilbronn.

Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Verteidiger der Hornets schonmal schlecht von Lukas Sawicki geträumt hat. Zum Beispiel nach jener Partie im Januar 2019, als der EHC Zweibrücken den EC Eppelheim zum Heimspiel in der Eishockey-Regionalliga empfing.

Denn Sawicki traf. Nicht einmal, zweimal oder dreimal. Vier Tore schenkte er dem damaligen Hornets-Goalie Sebastian Trenholm ein und führte seine Eisbären quasi im Alleingang ins Penaltyschießen. Das gewannen die Zweibrücker dann zwar – und dennoch: „Lukas Sawicki war von der Hornets-Defensive kaum in den Griff zu kriegen“, schrieb der Merkur damals.

Zumindest in den nächsten zwei Spielzeiten müssen sich die Hornets-Anhänger über ein solches Szenario keine Gedanken machen. So lange gilt nämlich das Arbeitspapier von Sawicki, der seit dieser Saison für den EHCZ aufläuft. „Den Zweibrücker Fans wird ein Stein vom Herzen fallen“, schrieb der Verein in seiner Pressemitteilung im August.

An diesem Freitag hätte Sawicki mit seinem neuen Team eigentlich die weiteste Auswärtsfahrt der Saison ins 350 Kilometer entfernte Ravensburg antreten sollen. Doch die Partie fiel aus. Aber nicht wegen Corona. Weil den Hornets am Freitag gleich sieben Spieler gefehlt hätten, bat der EHCZ um Verlegung. Und der EV Ravensburg habe zugestimmt, teilten die Zweibrücker mit. Die Partie werde auf den 21. Januar nächsten Jahres verlegt. Das Heimspiel der Hornets am Sonntagabend (19 Uhr) gegen die Eisbären Heilbronn findet dagegen „definitiv statt“, versprach der EHCZ am Donnerstag.

Mit der Empfehlung von 260 Scorerpunkten (127 Tore und 133 Vorlagen) war Stürmer Sawicki im Sommer zu den Hornets gestoßen. Zwei weitere sind seitdem dazugekommen. Am letzten Spieltag traf der gebürtige Mannheimer im Auswärtsspiel beim ESC Hügelsheim doppelt und hatte damit großen Anteil an der Aufholjagd der Hornets, die nach 1:4-Rückstand zwischenzeitlich auf 4:4 ausgleichen konnten. Am Ende unterlagen die Zweibrücker aber mit 4:7. Trotzdem schwärmte Trainer Ralf Wolf im Anschluss: „Lukas ist eine coole Socke. An ihm werden wir in dieser Saison noch ganz viel Freude haben.“

Dass die Hornets in Hügelsheim im zweiten Saisonspiel erstmals als Verlierer vom Eis gingen, macht Sawicki an Abstimmungsproblemen fest. „Die fünf Spieler auf dem Eis müssen sich nach vorne und hinten wie eine Einheit bewegen. Da greift bei uns noch nicht ein Rädchen ins andere. Deswegen waren wir defensiv nicht stabil genug. Hügelsheim hatte zu viele Räume“, analysiert er.

Mit dem Eishockey begann der gelernte Industriemechaniker im Alter von fünf Jahren in den USA. Ein Jahr zuvor war er mit seiner Familie in die Staaten gezogen, weil sein Vater für eine amerikanische Firma tätig ist. „Wir haben Freunden in der Halle beim Eishockeyspielen zugeschaut. Da war mir klar – das will ich auch machen“, erzählt Sawicki.

Nach der Rückkehr der Familie nach Deutschland im Jahr 2001 durchlief der Stürmer bis 2011 alle Jugendmannschaften des Mannheimer ERC. Danach wechselte er in die Regionalliga Südwest. Drei Jahre lang ging Sawicki für die Rhein-Neckar Stars auf Torejagd, ab 2014 für den EC Eppelheim.

Mit den Eisbären schlug er in der Vergangenheit zahlreiche Schlachten gegen die Hornets. Und auch wenn der EHCZ am Ende oft die Nase vorn hatte, so stürzte Sawicki die Hornets doch mehrfach in Verlegenheit. So auch 2017, als der spätere Meister Zweibrücken das erste Spiel der Halbfinalserie gegen Eppelheim mit 5:6 nach Verlängerung verlor – vierfacher Torschütze der Eisbären: Lukas Sawicki.

Sein Lieblingsgegner seien die Hornets deshalb aber nicht gewesen. „So etwas habe ich nicht – genauso wenig wie einen Angstgegner“, sagt er. An die Spiele in der Ice-Arena hat Sawicki gemischte Erinnerungen. „Es war eklig – aber auch schön vor so vielen Leuten zu spielen. Die Stimmung war außerdem immer positiv. Zweibrücken wurde angefeuert – aber nicht der Gegner niedergemacht.“

Die gegenwärtige Unsicherheit, ob und wie die Runde angesichts steigender Infektionszahlen zu Ende gespielt werden kann, belastet Sawiciki nicht sehr. „Die Problematik ist mir natürlich bewusst. Aber die Vorgaben und Regeln ändern sich so schnell. Ich mache mir nicht zu viele Gedanken über Dinge, die ich nicht beeinflussen kann. Das ist Zeitverschwendung“, sagt der 26-Jährige. Er ergänzt: „Der Sport ist mein Hobby. Und wenn ich auf dem Eis stehe, gebe ich Vollgas. Aber für die Profis, die damit ihr Geld verdienen müssen, ist die Situation viel schlimmer.“

„Wenn die Saison zu Ende gespielt werden kann“, sei sein erstes Ziel mit dem EHCZ das Erreichen der Playoffs, sagt Sawicki „Von dort werden wir dann sehen, wo die Reise hin führt.“

Ein Erfolg am Sonntag gegen die mit zwei Siegen und zwei Niederlagen gestarteten Heilbronner wäre ein erster Schritt auf dieser Reise. Anpfiff ist um 19 Uhr in der Ice-Arena. Und den Anhängern der Hornets würde sicher ein Stein vom Herzen fallen, wenn nach der Partie auch die Verteidiger des Gegners schlecht von Lukas Sawicki träumen.