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Doppelter Mendler führt Homburg zum Sieg gegen Elversberg

Fußball-Regionalliga : FC Homburg feiert „Sieg des Willens“

Der Fußball-Regionalligist gewinnt das turbulente Saar-Derby gegen die zuvor in 15 Spielen unbesiegte SV Elversberg mit 2:1. Markus Mendler ist mit zwei Treffern der Mann des Tages beim FCH.

Der Stolz war Markus Mendler anzusehen, als der Mann des Spiels nach dem Abpfiff im Saarderby den Platz verließ. Gerade hatte der Mittelfeldspieler mit den Teamkollegen und den Fans den 2:1 (1:1)-Sieg seines FCH gegen die SV Elversberg gefeiert. Mit seinem Doppelpack war Mendler am Samstag dafür hauptverantwortlich – und dennoch gab er, wie es seine Art ist, das Lob sofort weiter. „Das war nicht nur ich. Wir haben es als Mannschaft geschafft, die spielerische Qualität von Elversberg in Zaum zu halten. Wir haben ihnen den Schneid abgekauft“, lobte Mendler.

Es war kein Spiel für schwache Nerven vor der Saison-Rekordkulisse von fast 2300 Zuschauern im Waldstadion: Zwei Platzverweise, ein Elfmeter, Hektik auf und neben dem Rasen samt einer Spielunterbrechung wegen des Zündens von Pyrotechnik.

Homburg kam gut ins Spiel, hatte durch Patrick Dulleck und Sercan Göcer (8.) die ersten guten Gelegenheiten. Die in den 15 Spielen zuvor ungeschlagenen Elversberger tauchten dann nach 15 Minuten erstmals gefährlich vor dem Homburger Tor auf. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß im Mittelfeld ließ Luca Schnellbacher FCH-Verteidiger Daniel Di Gregrio stehen, scheiterte aber am glänzend reagierenden Torwart Krystian Wozniak.

Die Mehrzahl an Chancen hatte aber Homburg. Nach Hereingabe von Tim Stegerer leitete Dulleck auf Mendler weiter, der aus kurzer Distanz per Kopf zur Führung traf (21. Minute). „Kopfballtore sind ja eher selten von mir. Aber auf die Entfernung war es dann nicht mehr so schwer“, flachste der 28-jährige über seinen zehnten Saisontreffer.

Der FCH blieb am Drücker und hatte in Person von Marco Hingerl, der an Elversbergs Torhüter Frank Lehmann scheiterte, gleich die nächste Möglichkeit (33.). Doch fünf Minuten später die kalte Dusche für die Gastgeber: Bei einer Freistoß-Hereingabe von SVE-Offensivspieler Eros Dacaj sah die Homburger Hintermannschaft einschließlich Torhüter Wozniak, der auf der Linie kleben blieb, nicht gut aus. Schnellbacher markierte den Ausgleich (38.).

Doch Homburg schüttelte sich und hätte noch vor dem Seitenwechsel antworten können. Zunächst scheiterte der starke Hingerl erneut an Lehmann (40.), der per Fuß zur Ecke klärte. Den anschließenden Eckball von Mendler köpfte FCH-Innenverteidiger Jonas Scholz knapp am Kasten vorbei. Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging es turbulent weiter. FCH-Torwart Wozniak wollte ein Zuspiel auf SVE-Torjäger Mustafa Valdrin abfangen, kam aber zu spät und säbelte den Elversberger um. Glatt Rot für Wozniak nach 52 Minuten. „Ich ärgere mich gewaltig. Über den Ausgleich und über den Platzverweis“, gab der 24-Jährige nach der Partie zerknirscht zu Protokoll.

FCH-Trainer Timo Wenzel brachte Schlussmann David Salfeld und nahm Loris Weiß vom Feld. Und zur Freude des Trainers ließen sich die Homburger auch gegen die beste Offensive der Liga (43 Tore) die Unterzahl kaum anmerken. „Es war klasse, wie wir uns gegen die Elversberger Angriffe gestemmt haben. Wir haben kaum etwas zugelassen.“ Sein Kollege auf der Elversberger Bank, Horst Steffen, sah es ähnlich: „Wir haben gegen die Homburger Defensive keine Lösungen gefunden.“

Die Grün-Weißen verlegten sich zwar darauf, Nadelstiche zu setzen, blieben aber gefährlicher. In der 73. Minute wurde ein Schuss von Mendler ins Toraus abgefälscht. Der 28-Jährige trat den Standard selbst. Mart Ristl kam aus zehn Metern zum Abschluss. Der Ball flog zwar über das Tor – doch verantwortlich dafür war die Hand von Elversbergs Kevin Conrad. Schiedsrichter Jonas Brombacher hatte es gesehen, zeigte Conrad zuerst Rot – und dann auf den Punkt. Mendler trat an – und verwandelte den Handelfmeter. Sein elftes Saisontor war auch der 2:1-Siegtreffer der Homburger (74.). Denn bis zum Schlusspfiff ließen die Hausherren nichts mehr anbrennen.

„Es war ein Sieg des Willens. Wir hatten mehr vom Spiel, mehr Chancen. Auch in Unterzahl“, freute sich Di Gregorio. „Wir haben aus dem Spiel heraus fast nichts zugelassen. Wie wir es heute verteidigt haben, war echt stark“, befand Jubilar Tim Stegerer, der sein 250. Pflichtspiel für den FCH absolvierte. Wir haben kämpferisch und spielerisch alles in die Waagschale geworfen.“

„Ich bin sehr stolz auf die Jungs, weil sie heute gegen die beste Mannschaft der Liga gewonnen haben“, freute sich auch FCH-Trainer Timo Wenzel über den neunten Saisonsieg, durch den der FCH als Sechster mit 31 Punkten im Dunstkreis zur Spitze bleibt. Bis zu Tabellenführer Mainz II sind es zwar neun Zähler, aber „wir sind wieder in Lauerstellung“, sagte Stegerer. Doch Marco Hingerl wusste: „Jetzt müssen wir gegen Offenbach nachlegen, sonst war der Sieg heute nur die Hälfte wert.“ Die drittplatzierten Kickers empfängt Homburg am kommenden Sonntag um 14 Uhr zum nächsten Heimspiel.