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„Dieses Mal sind beide unter Druck“

„Dieses Mal sind beide unter Druck“

Der Ex-Hornets-Trainer Richard Drewniak ist als Teammanager beim Zweibrücker Playoff-Gegner Eppelheim tätig.

Im September 2013 hatte Richard Drewniak das Traineramt beim Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken übernommen. Nachdem die Hornets jahrelang um den Klassenverbleib kämpfen mussten, schafften es die Zweibrücker unter der Regie von Drewniak in dessen zweiter Runde bis ins Playoff-Finale. Nach Unstimmigkeiten mit dem Vorstand verließ der Coach und Sponsoringbeauftragte den EHCZ im Dezember 2015 überraschend. Seit vergangenem Sommer ist der Zweibrücker als Teammanager und Sponsoringbeauftragter des Ligakonkurrenten EC Eppelheim tätig. Und genau gegen diese Mannschaft kämpfen die Hornets um den Einzug ins Playoff-Finale. Das entscheidende dritte Halbfinale startet am Sonntag, 19 Uhr, in der Zweibrücker Ice-Arena.

Herr Drewniak, nach dem fulminanten Auftritt im ersten Playoff-Halbfinale in Zweibrücken hat es am Freitag zuhause nicht gereicht für den EC Eppelheim, den Sack zuzumachen. Trauern Sie eher dieser verpassten Chance nach oder sieht es der Verein eher positiv, dass es gegen die Hornets überhaupt zu dem dritten Spiel kommt?

Richard Drewniak: Wir sind eher absolut froh, dass es überhaupt zu dem dritten Spiel am Sonntag kommt. Für uns ist allein das schon eine Riesenleistung. Von Nachtrauern ist da gar keine Spur. Obwohl wir am Freitag im Heimspiel auch einige Chancen hatten, auch Pfostentreffer. Die ersten beiden Drittel waren dementsprechend auch ausgeglichen. Doch die Zweibrücker standen mit dem Rücken zur Wand und mussten was machen. Im letzten Abschnitt haben sie dann aufgedreht und am Ende auch verdient bei uns gewonnen.

Wie groß schätzen Sie die Chance ein, dass Eppelheim am Sonntag den Finaleinzug noch perfekt macht? Dass der EC das in Zweibrücken kann, hat er ja schon bewiesen.

Drewniak: Und das nicht nur einmal in dieser Saison.

Stimmt, Eppelheim ist so etwas wie der Angstgegner der Zweibrücker geworden.

Drewniak: Ja (lacht). Wir haben in dieser Runde fünf Mal gegeneinander gespielt. Wir haben drei Mal gewonnen, zwei Mal davon in Zweibrücken. Daher denke ich schon, dass wir auch am Sonntagabend eine Chance haben. Aber das Spiel wird sicher komplett offen sein. Es wird auch eine vollkommen andere Partie als am Freitag in Eppelheim. Da mussten wir einen gesperrten Spieler ersetzen (Top-Stürmer Marc Bruns, Anm. d. Red.), jetzt ist das auf Zweibrücker Seite der Fall (Benedikt Peters, Anm. d. Red.). Vor allem ist es auch eine veränderte Situation, weil dieses Mal beide Teams unter Druck sind. Am Freitag konnten wir, mussten aber nicht.

Ist es für Sie als ehemaliger Trainer ein komisches Gefühl, die Chance zu haben, ausgerechnet den Ex-Club aus den Playoffs zu schmeißen? Sie haben ja doch noch einige alte Bekannte im Umfeld der Hornets.

Drewniak: Es sind ja nicht nur ein paar alte Bekannte. Allein in der Mannschaft, die zusammengeblieben ist und zu der nur zwei Neuzugänge hinzugekommen sind. Es ist nicht zwingend ein komisches Gefühl, ich arbeite in dieser Saison eben einfach für einen anderen Verein. Und mit dem haben wir in dieser Saison sowieso schon alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Es ist wirklich eine furiose Runde für Eppelheim. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Ob das gegen Zweibrücken oder einen anderen Gegner ist, ist auf dem Spielfeld eigentlich egal. Grundsätzlich freue ich mich aber immer, gegen Zweibrücken zu spielen. Eben, weil ich viele alte Bekannte und Freunde treffe, ist es etwas Besonderes. Ansonsten zählt aber nur der sportliche Erfolg auf dem Eis für das eigene Team.

Wahrscheinlich verfolgen Sie die Arbeit bei den Hornets aber immer noch? Haben Sie Respekt für die Leistungen, die die Mannschaft in dieser Runde gezeigt hat?

Drewniak: Ja, ich verfolge das sehr intensiv. Natürlich hat man Respekt, aber eigentlich war es auch nicht anders zu erwarten, als dass die Hornets in dieser Runde ganz vorne dabei sind und mit den Eisbären Heilbronn um die Meisterschaft kämpfen. Die Mannschaft ist größtenteils zusammengeblieben und hat sich vor der Runde mit zwei Spielern verstärkt. Daher überrascht das gute Abschneiden nicht.

Das Gespräch mit Richard Drewniak führte Svenja Hofer.