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Die Männer und die Frauen des SV 64 Zweibrücken könnten in ihren Ligen zur Saison-Halbzeit in der Tabelle ganz oben stehen

Rekord in Reichweite : SV 64 auf der Jagd nach dem Hinrunden-Rekord

Handball-Oberliga: Die Männer und die Frauen des SV 64 Zweibrücken stehen in ihren Ligen kurz vor der Saison-Halbzeit in der Tabelle ganz oben. Doch beiden stehen nun knallharte Spitzenspiele bevor.

Am Samstag um 20 Uhr bestreiten die Oberliga-Handballer vom SV 64 Zweibrücken ihr großes Hinrunden-Finale bei den SF Budenheim. Die Sportfreunde rangieren mit 21:5 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und sind somit zusammen mit der SG Saulheim (24:4) die einzigen ernsthaften Verfolger der ungeschlagenen Zweibrücker Löwen.

Die Mainzer, die sich letztes Jahr lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft mit dem TV Hochdorf lieferten, sind holprig in die Saison gestartet. Bereits am sechsten Spieltag hatte die Mannschaft von Trainer Volker Schuster fünf Verlustpunkte auf dem Konto. Vor allem die unerwartete Niederlage beim Drittletzten Worms wollte nicht ins Bild des ambitionierten Vereins aus der Landeshauptstadt passen. Doch nach den Anlaufschwierigkeiten steigerten sich die Rheinhessen und blieben zuletzt in acht Partien ohne Niederlage. In der heimischen Waldsporthalle, die die Sportfreunde in Anlehnung an die Farbe des Hallenbodens „grüne Hölle“ nennen, hielten sich die Sportfreunde komplett schadlos, gewann alle ihre Spiele.

Der Tabellendritte musste vor der Saison einen personellen Umbruch vollziehen. Mit Philipp Becker und Lukas Scheer haben zwei wurfgewaltige Spieler die Handballschuhe an den Nagel gehängt. Im Gegenzug ist den Budenheimern, die seit dem Umbruch auf überfallartigen Tempohandball setzen, mit der Verpflichtung von Rückraumspieler Finnian Lutze aber ein echter Transfercoup gelungen. Der 19-jährige Torjäger kam vom Drittligisten Nordheimer HC und wurde im Handballinternat Hildesheim und bei den Bundesligavereinen Lemgo und Hannover-Burgdorf ausgebildet.

SV-Trainer Stefan Bullacher hat aber nicht nur vor dem Tempo und dem Rückraum der Rheinhessen Respekt: „Das größte Augenmerk müssen wir auf die beiden Kreisspieler Kevin Knieps und Eike Rigterink legen“. Der bundesligaerfahrene Zwei-Meter-Hüne Rigterink (Rhein-Neckar-Löwen, Nordhorn) und der bullige Knieps reißen die entscheidenden Löcher in den Abwehrverband ihrer Gegner. Sie sind die Garanten dafür, dass Budenheim neben den Zweibrückern das einzige Team der Liga ist, das im Schnitt mehr als 30 Tore pro Spiel wirft.

Bange ist den 64ern aber nicht. 14 Siege in Folge seit Saisonbeginn sind Rekord in der RPS-Oberliga. Mit einem Sieg in Budenheim könnten die Rosenstädter den Abschluss einer makellosen Hinrunde feiern. Dann hätte der SV noch einen weiteren Rekord gebrochen. Der TV Hochdorf hatte 2018 nach der Hinrunde 29:1 Punkte auf dem Konto. Die Ausfälle von Christopher Huber und Tobias Alt erschweren die Aufgabe allerdings. Dafür sind SV-Schaltzentrale Tim Schaller und Torwart Marko Ivankovic beim Showdown wieder einsatzbereit.
Auch die Oberliga-Frauen des SV stehen vor einem Spitzenspiel. Die Löwinnen führen ihre Tabelle an und müssen am Samstag um 18 Uhr beim Zweiten HSG Wittlich antreten. Wittlich (19:3 Punkte) liegt einen Punkt hinter dem SV 64 (20:4), hat aber ein Spiel weniger ausgetragen.

Die HSG verfügt über ein ausgeglichenes Team, das vor der Runde mit Top-Spielerin Andrea Czarnik verstärkt wurde. Außerdem besitzt sie mit Nicole Packmohr eine starke Schützin, die unter den besten Zehn der Torjägerliste zu finden ist. Wittlich besticht durch ein immens gutes Umschaltspiel. Die Rheinländerinnen mussten bisher nur dann Punkte abgeben, wenn sie auswärts in einer harzfreien Halle antreten mussten. Zu Hause haben sie alle Spiele gewonnen.

Zweibrückens beste Torschützin Annalena Frank (am Ball) tritt mit ihrem SV 64 am Samstag bei der HSG Wittlich an. Die Löwinnen reisen als Tabellenführer an – aber die HSG hat zu Hause alle ihre Spiele gewonnen. Foto: maw/Martin Wittenmeier

„Wittlich war für mich schon von Anfang der Saison einer der Topfavoriten auf den Titel“, sagt SV Trainer Rüdiger Lydorf, der es „sensationell“ findet, dass seine junge Mannschaft trotz des Umbruchs vor der Saison vor der HSG liegt. „Die Favoritenrolle liegt bei Wittlich. Aber meine Mädels haben Bock auf das Spiel und werden alles geben“, verspricht blickt Lydorf.