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Die ersten 45 Minuten verschlafen

Die ersten 45 Minuten verschlafen

Die Spieler des SVN Zweibrücken sind beim 2:2 gegen den KSV Baunatal am Samstagnachmittag nicht an ihre Leistungsgrenze gegangen. Nun wartet am Mittwochabend der Saisonhöhepunkt mit dem Endspiel im Verbandspokal.

Die Nachwirkungen des Triumphes im Saarlandpokal vom Mittwochabend waren bei der 1:3 (0:2)-Niederlage des Fußball-Regionalligisten FC Homburg am Samstag bei der heimstärksten Elf der Liga, Spvgg. Neckarelz, offensichtlich. Bei den Grün-Weißen fehlte die körperliche und geistige Frische, um im Elzstadion vor 250 Zuschauern zu bestehen.

"Es ist uns überhaupt nichts gelungen", kritisierte der Trainer des FCH, Robert Jung, die Leistung der ersten 45 Minuten. Kein Ball sei in der Spitze angekommen. Gleichzeitig hätten zwei Fehler in der Defensive, nicht zum ersten Mal in dieser Saison die beiden Gegentore begünstigt.

Der Aufsteiger war in einem mäßigen Spiel mit einem 18-Meter-Freistoß durch Danny Galm in Führung. Kadir Yalcin, hatte gegen den Schuss fast in den Winkel keine Abwehrchance. Wer nunmehr ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Homburger Spieler strahlten keinerlei Torgefahr aus. Stattdessen drängten die Gastgeber auf das 2:0. Und sie wurden kurz vor der Halbzeit mit dem 2:0, erneut durch Galm, belohnt.

In der Pause reagierte Robert Jung auf den Rückstand. Er brachte mit Nino Lacagnina für Christian Beisel einen neuen Außenverteidiger. Nun sahen die rund 50 Fans der Gäste eine agilere Homburger Elf, die auf den Anschlusstreffer drängte. In der 53. Minute durfte der FCH-Anhang jubeln: Pascal Reinhardt, der nach dem Pokalsieg seine Haare verloren hatte, nicht aber seinen Torinstinkt. Von der Strafraumgrenze erzielte er mit einem Flachschuss seinen elften Treffer. Und die Partie drohte zu kippen. Doch Giancarlo Pinna (65.) zeigte allein vor dem gegnerischen Torhüter Florian Hickel Nerven. Als neun Minuten später Homburgs Innenverteidiger Andreas Gaebler nach einer umstrittenen Entscheidung, auch für den FCH-Trainer, wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah, gab das einen Knacks. Verärgert zeigten sich der Fußballlehrer und seine Spieler (81.). Erneut stand die umstrittene Schiedsrichterin Katrin Rafalski im Mittelpunkt. Nach einem angeblichen Foul von André Kilian an Jonas Kiermeier entschied sie zunächst auf weiterspielen. Doch Sekunden später unterbrach sie das Spiel und entschied nachträglich doch auf Foulelfmeter, den Urgutan Kizilyar (81.) zum 3:1-Endstand verwandelte. ,,Wenn Pinna zum 2:2 getroffen hätte, wäre noch eine Wende möglich gewesen", kommentierte er die Schlüsselszene. Ansonsten nahm er die Niederlage gelassen hin.Der Trainer des Regionalligisten SVN Zweibrücken, Peter Rubeck, war am Samstagnachmittag nach dem 2:2 (1:0) beim KSV Baunatal verärgert: "Unsere Leistung war nicht so konsequent wie in der bisherigen Saison", klagte er nach der Partie gegen den Absteiger. Zumal seine Mannschaft über weite Strecken der Partie die Aggressivität in den Zweikämpfen hatte vermissen lassen, die sie bisher ausgezeichnet hatte.

Von Beginn an waren die Gastgeber im Parkstadion bemüht, sich für die 0:4-Niederlage im Hinspiel zu revanchieren. Das gelang vor allem auch deshalb, weil die Elf des Trainerduos Tobias Klöppner/Tobias Nebe angriffslustig nach vorn spielte. Aufseiten des SVN dauerte es fast eine halbe Stunde, bis Rudy Carlier mit einem Kopfball erstmals für Gefahr vor dem Tor des Mitaufsteigers sorgte. Das insgesamt kraftschonende Spiel des SVN war geprägt von hohen Bällen und daraus resultierenden Kontern. Weil die Bälle aber nicht immer den Adressaten fanden, wurde der Tabellensechste immer mal wieder vom Abseitspfiff des Schiedsrichters in seinen Offensivbemühungen gebremst.

Keine Verletzungen riskieren

"An Engagement und Aggressivität müssen wir zulegen, wenn wir am Mittwoch das Endspiel im Verbandspokal in Mehlingen gegen Waldalgesheim gewinnen wollen", stellte Rubeck unmissverständlich fest. Und auch sonst nahm der Trainer kein Blatt vor den Mund: "Drei meiner Spieler wollen in die Dritte Liga. Die haben keine Lust, sich zu verletzen, und so spielen die auch", stellte Rubeck klar, ohne die Namen der Betroffenen zu nennen. Dass er mit seiner Analyse durchaus richtig lag, davon konnten sich die 300 Zuschauer selbst überzeugen. Das 1:0 durch den eingewechselten Gianni Gotthardt (42.) resultierte aus einer Einzelleistung. Auch in der zweiten Halbzeit spielten vor allem die Baunataler, die durch Matys (66.) und Käthner (70.) jeweils zum Ausgleich kamen. In der Zwischenzeit hatte Irvin Parra in der 68. Minute zur 2:1-Führung getroffen. Insgesamt überzeugte beim SVN in der Defensive vor allem Cedric Mimbala. In der Offensive bot der agile Parra eine starke Leistung und erarbeitete sich einige Chancen über die linke Seite.

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Auf einen BlickFCH: Yalcin - Beisel (46. Lacagnina), Gaebler, Hajri, Baier - Pinna (66.Gerlinger), Kilian, Klinger, Timpone - Bellanave - Reinhardt. Tore: 1:0 (21.) Galm, 2.0 (45.) Galm, 2:1 (53.) Reinhardt, 3:1 (81. Foulelfmeter) KizilyarGelbe Karte: Gaebler; Gelb-Rote Karte: Gaebler (76.) Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwestern) Zuschauer: 250. mh

Der Torschütze zur 2:1-Führung des SVN, Irvin Parra (Archiv), war ein ständiger Unruheherd in der Baunataler Abwehr. Foto: cos/pma Foto: cos/pma

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Auf einen BlickSVN: Zweibrücken: Hodel - Helfrich, Mimbala, Backmann, Telch (31. Gotthardt/72. Linn) - Bouzid - Kadrija (80. Dufuor), Lienhard, Parra, Becker - Carlier Tore: 0:1 Gotthardt (42.), 1:1 Matys (66.), 1:2 Parra (68.), 2:2 Käthner (70.) Gelbe Karten: Davulcu (38.), Gotthardt (55.) Schiedsrichter: Marcel Göpferich (Bad Schönborn)Zuschauer: 300. olz