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Die Damen der SG Rimschweiler-Hornbach sind Meister in der Landesliga

Fußball Landesliga Damen : Sieg, Sekt und eine stolze Trainerin

Die Damen der SG Rimschweiler-Hornbach feiern nach Kantersieg gegen Thaleischweiler feuchtfröhlich den Titel in der Landesliga.

Freudenschreie, Sektfontänen und Fußballerinnen, die sich glücklich in den Armen liegen. Die Ausgelassenheit bei den Spielerinnen der SG Rimschweiler/Hornbach kannte am Sonntag auf dem Rasenplatz der Klosterstadt kaum Grenzen. Der Grund: Das Damenteam der Spielgemeinschaft sicherte sich die Meisterschaftskrone in der Landesliga mit einem deutlichen 6:0 (3:0)-Erfolg gegen die SG Thaleischweiler-Fröschen. „So sehen Sieger aus“, schallte es aus den Kehlen der SG-Mädels – und die Männer des Vereins stimmten ein, hatten sie doch Stunden zuvor den Titel in der C-Klasse gewonnen.

Die Partie der Damen war eine einseitige Angelegenheit. Zwar dauerte es bis zur 30. Minute ehe Hannah Unterspann den beruhigenden ersten Treffer für die SG erzielte. Doch Spielertrainerin Nora Hempel (40.) und Alina Veith (42.) legten vor der stolzen Kulisse von 200 Zuschauern noch vor der Pause nach. Nach dem Seitenwechsel schraubten Sophie Ritter (65. Minute) und Alissa Schwartz per Doppelpack (73./75.) das Ergebnis in die Höhe.

Danach wurde gefeiert. Und mitten im Siegesgetümmel Spielertrainerin Hempel. Die 29-jährige, im Berufsleben Apothekerin pflegt die Leidenschaft für den Fußball seit ihrem achten Lebensjahr. Zunächst als Mädchen unter Jungs, als Dreizehnjährige dann im reinen Mädchenteam. Als aktive Spielerin trug sie bereits das Trikot der SG Parr-Medelsheim und des FSV Jägersburg. Von einem Wurf ins kalte Wasser spricht sie selbst, als sie die Verantwortung bei der Damenmannschaft der Spielgemeinschaft vor zwei Jahren übernahm. „Aber die Mädchen haben alle sofort mitgezogen, der Erfolg kommt nicht von ungefähr“, erzählt Hempel. Einfach sei es trotzdem nicht immer, denn mit 18 Spielerinnen sei der Kader verhältnismäßig klein. Weil die Mannschaft neben Schülerinnen und Studentinnen auch aus vielen Berufstätigen bestehe, könne auch nicht immer mit dem kompletten Kader trainiert werden. 

Hempel hat die Mannschaft seit ihrem Amtsantritt ordentlich umgekrempelt. Bis sie Spielertrainerin geworden sei, habe die Mannschaft zum Beispiel mit einem Libero gespielt – was nicht zu in ihren Vorstellungen von modernem Fußball gepasst habe, berichtet Hempel.

Der Aufstieg in die Verbandsliga bringt der SG aber nicht ausschließlich Vorteile. „Wir müssen in der Spielklasse bis nach Mainz fahren. Das ist zeit- und kostenintensiv. Wenn in der Mannschaft die Weichen gestellt sind, werden wir notfalls die Probleme mit dem Vorstand diskutieren, weil das auch eine finanzielle Belastung ist“, so die 28-Jährige.

Entscheidung noch vor der Halbzeit: Alina Veith (blaues Trikot) von der SG Rimschweiler-Hornbach erzielt hier die zwischenzeitliche 3:0-Führung ihrer Elf. Foto: Norbert Schwarz

Sportlich reizvoll sei die höhere Spielklasse aber in jedem Fall, meint Hempel, die sich sicher ist, dass in ihrer jungen Mannschaft, die im Schnitt nicht einmal 20 Jahre alt ist, noch viel Entwicklungspotential schlummert. Die Meisterschaft wurde mit fünf Punkten Vorsprung gesichert – war aber kein Durchmarsch. Erst am 14. Spieltag übernahm die SG die Tabellenführung. „Es hat lange so ausgesehen, als ob Kottweiler-Schwanden und Landstuhl den Titel unter sich ausmachen“, sagt Hempel die sich besonders darüber freut, dass ihre Elf nicht nur im entscheidenden Spiel gegen Thaleischweiler lautstark von den Zuschauern unterstützt worden sei, „sondern über die ganze Saison“.