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Derzeit Planungspause für Zweibrücker Grasbahnrennen 2020

Grasbahnrennen : Der Spielraum wird von Tag zu Tag geringer

Der MSC Zweibrücken bangt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie um sein Grasbahnrennen am 6. September.

Eigentlich soll 2020 ein besonderes Jahr für den Motorsportclub (MSC) Zweibrücken werden. Schließlich steht ein Jubiläum ins Haus, der Verein wird 60 Jahre alt. Echte Vorfreude will sich beim Vorsitzenden Rudi Zeiter derzeit aber nicht einstellen. Denn die Coronavirus-Pandemie hat den Motorsport-Kalender über den Haufen geworfen. Auch das für September geplante und vom MSC ausgerichtete Zweibrücker Grasbahnrennen droht auszufallen.

Das laute Dröhnen der Motoren, der Geruch von Benzin, der schwer in der Luft hängt, sobald die Rennboliden das Gaspedal durchtreten. Alles vor den Augen einer voll besetzten Tribüne. Es ist ein Szenario, das sich der MSC für den 6. September wünschen würde. Doch nun befindet sich auch der Motorsportclub im Wartemodus. Sämtliche Vorbereitungen liegen auf Eis. „Momentan können wir keine Aussage treffen, ob ein Rennen stattfindet. Wir müssen einfach die Entwicklung abwarten“, erklärt Zeiter auf Merkur-Anfrage. Bislang habe es noch keine offizielle Mitteilung des Verbandes gegeben.

Erst 2018 feierte der MSC Zweibrücken nach über dreijähriger Pause das Comeback seiner Traditionsveranstaltung. Allerdings war die Zuschauerresonanz damals mit rund 2500 Besuchern hinter den Erwartungen der Organisatoren geblieben. Doch der Verein sei „nochmal mit einem blauen Auge davongekommen“, betont Rudi Zeiter. „Der Renntag war okay, besser als 2015, aber um unsere Kosten vollständig zu decken, benötigen wir schon 3000 bis 3500 Zuschauer.“

Deshalb zögerte der Verein zunächst, seine Motorsportveranstaltung wie angedacht fest im Zweibrücker Sportkalender zu verankern und im Zwei-Jahres-Rhythmus durchzuführen. Erst im vergangenen Dezember rang sich der Vorstand zu einer Entscheidung durch und gab schließlich grünes Licht für das „58. Internationale ADAC Grasbahnrennen“, bei dem ein internationales Fahrerfeld wieder um die „Silberne Rose“ der Stadt Zweibrücken sowie den „Silberhelm“ des ADAC Deutschland kämpft. Dafür wurden vier Klassen „I-Solo, I-Seitenwagen, B-Solo und B-Seitenwagen“ ins Rennprogramm aufgenommen. Zusätzlich war noch eine Junioren-Konkurrenz geplant.

Doch nun ruhen die Vorbereitungen. Zu möglichen Fahrern hatte der MSC Zweibrücken bereits Kontakt aufgenommen, derzeit werde aufgrund der unsicheren Lage aber auf keine Athleten mehr zugegangen, erzählt Rudi Zeiter. „Noch haben wir etwas Spielraum, aber irgendwann müssen wir abwägen, ob ein Rennen in diesem Jahr Sinn macht oder nicht.“ Denn selbst wenn sich die Corona-Ausbreitung in Deutschland positiv entwickeln sollte, wisse niemand, wie es damit in anderen Ländern weitergehe, sagt Zeiter mit Blick auf die international besetzte Sportveranstaltung in der Rosenstadt.

Um entsprechend Werbung für das Grasbahnrennen auf der Rennwiese machen zu können und das „Drumherum“ zu organisieren, „brauchen wir mindestens zwei bis drei Monate Vorlauf“, betont der MSC-Vorsitzende. In der derzeitigen Situation sei es zudem auch nicht so einfach möglich, Leute vom Rettungsdienst für den Renntag abzustellen. Die würden andernorts schließlich dringender gebraucht. „Derzeit würde es absolut Sinn machen, alles um ein Jahr zu verschieben.“ Denn gefahren werden soll in Zweibrücken auf jeden Fall – wenn nicht 2020, dann 2021.

Noch besteht bei Rudi Zeiter und seinen Mitstreitern eine vage Hoffnung, dass die Motoren am Sonntag, 6. September, aufheulen. Die Regularien besagen aber auch: Spätestens zwei Monate vor dem Termin muss das Grasbahnrennen offiziell ausgeschrieben werden. Dann würden für den MSC Zweibrücken auch Gebühren beim „Deutschen Motor Sport Bund“ (DMSB) anfallen. „Stand heute sind wir noch kein finanzielles Risiko eingegangen“, versichert Zeiter. Lediglich private Arbeitsleistungen, die aber zu verschmerzen seien, hätten die Verantwortlichen bislang investiert. Derzeit könne der MSC nicht viel mehr machen, als abzuwarten. „Klar ist aber auch, dass unter solchen Bedingungen kein Veranstalter ein Rennen durchführen will“, macht Zeiter deutlich.