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Schiedsrichtergruppe St. Ingbert: Der Niederwürzbacher David Uhl ist Schiedsrichter-Obmann

Schiedsrichtergruppe St. Ingbert : Der Niederwürzbacher David Uhl ist Schiedsrichter-Obmann

In der Schiedsrichtergruppe St. Ingbert vermittelt der im Januar neu gewählte Uhl zwischen jung und alt. Er selbst ist erst 29, doch hat schon viel Erfahrung.

„Ohne Schiri geht es nicht!“ Diesen Spruch hört man immer wieder im Zusammenhang um das Werben von neuen Fußball-Schiedsrichtern – oder auch bei tätlichen Übergriffen an Unparteiischen. In Zeiten von Corona könnte man den Leitsatz etwas umgestalten: „Derzeit geht im Fußball gar nichts - mit und ohne Schiedsrichter!“

Ein Unparteiischer, der nicht auf dem Platz Verantwortung übernimmt, ist David Uhl. Der 29-Jährige ist beruflich Straßenbaumeister und wohnt in Niederwürzbach. „Ich pfeife für die DJK St. Ingbert, für die ich auch als Torwart gespielt hatte. Mit dem Fußball angefangen habe ich im Alter von drei Jahren beim SV Oberwürzbach. Derzeit spiele ich nicht mehr selbst“, erklärt Uhl. Dies hängt auch damit zusammen, dass er der neue Obmann der Schiedsrichter-Gruppe St. Ingbert ist.

2005 fing der Saarländer mit dem Pfeifen an, fünf Jahre später war der Aufstieg in die Ziffer erreicht. Nachdem sein Vorgänger Christoph Grell bereits frühzeitig bekannt gegeben hatte, nicht mehr zur Wiederwahl antreten zu wollen, musste eine andere Lösung her. Uhl und seine Schiedsrichterkollegen Alfred Rommelfanger, Uwe Hoom sowie Ostsaar-Obmann Klaus Weber hätten sich daraufhin Gedanken über einen Amtsnachfolger sowie die Aufgabenverteilung gemacht. „Aufgrund dieser guten Gespräche sowie der Rückendeckung der gesamten Gruppe habe ich den Entschluss gefasst, mich zur Wahl zu stellen“, meint Uhl. Am 20. Januar war es dann soweit: Die Wahl erfolgte einstimmig. Uhl sehe sich in der Gruppe auch als Bindeglied zwischen Jung und Alt. In der Gruppe gibt es aktuell 58 Aktive, drei Ehrenschiedsrichter sowie einen passiven Unparteiischen.

Uhl wurde bei Ausübung seines Hobbys bereits einmal tätlich angegangen. „Das war in einem Derby zwischen Furpach und Altstadt, als der Täter leider viel zu milde bestraft wurde. Die Gewalt an uns Schiedsrichtern nimmt wirklich drastisch zu“, betont der Obmann. Von daher sei der Schiedsrichter-Streik im vergangenen September das richtige Zeichen gewesen. Die Emotion auf dem Platz sei wichtig, doch „so etwas“ dürfe nicht vorkommen. Natürlich wird auch in der Gruppe St. Ingbert über das Thema Gewalt gesprochen. „Unsere Ziele lauten, den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe weiter zu stärken sowie transparente Strukturen weiterzuführen. Jedes Gruppenmitglied soll stolz auf sein Mitwirken hier sein“, meint Uhl.

Und wie denkt der Obmann über die Corona-Pandemie? „Es ist ein heikles Thema. Ich glaube mittlerweile, dass in dieser Saison nicht mehr viel gespielt wird“, sagt der Obmann. Derzeit willkommene Abwechslungen seien der Austausch mit Kollegen über‘s Handy und das Beantworten der täglichen Regelfrage von Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sascha Braun im Netz. Ansonsten halte man sich fit, um jederzeit wieder direkt den Spielbetrieb aufnehmen zu können.