1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Der Neustart nach dem Neustart beginnt

Der Neustart nach dem Neustart beginnt

Voller als vermutet war gestern Abend der Kunstrasenplatz im Westpfalzstadion zum Trainingsauftakt des SVN. Neben dem Dutzend verpflichteter Spieler waren noch einmal so viele zur Probe vor Ort. Der finanzielle Druck schwindet auch mit dem Neustart nicht.

Einem großen Kennenlerntreffen gleicht die erste Trainingseinheit des Jahres beim SVN Zweibrücken . Mehr als 20 Spieler, darunter viele neue Gesichter, tummeln sich um Trainer Guido Hoffmann. Noch zurückhaltend. Im Westpfalzstadion hat gestern Abend mit dem Vorbereitungsbeginn auch sportlich der unter dem finanziellen Druck zwingende Neustart beim Fußball-Regionalligisten begonnen. "Ich denke nicht, dass das sehr früh ist", erklärt der 49-Jährige, den Auftakt nicht nur aufgrund der noch zu besetzenden Positionen im Team so terminiert zu haben. "Ich mache das ja nicht für mich. Einige der Neuen hatten zuletzt keine Spielpraxis." Sie seien wohl noch nicht ganz fit. Sieben Wochen bleiben ihnen nun bis zum Start der Restrunde am 28. Februar, das zu ändern. Hoffmann, um das neue Team zu einer Einheit zu formen. Eine große Herausforderung.

Eine, die Spieler und Trainer motiviert angehen. Konzentriert wird den Anweisungen Hoffmanns bei den Übungen auf dem Platz gefolgt, der glaubt, bis zum Start eine schlagkräftige Truppe zusammenzuhaben. "Wer jetzt kommt und nicht motiviert ist, ist morgen nicht mehr hier", macht er deutlich. Einen Kader von 22 Spielern würde sich der Trainer wünschen. Es könnte bei dem Wunsch bleiben. Bislang stehen die sechs Neuzugänge Okan Gündüz, Mirko Gerlinger, Ali Sahin, Evin Nadaner, Stefan Kresovic und Ernes Custic, der gestern noch nicht mittrainierte, fest. Aus der alten Mannschaft bleiben Djorde Vlacic, Niclas Kupka, Murat Bildirici, Dragan Peric, Benjamin Arnold und Luca Jungbluth. Der noch bis Anfang Mai gesperrte Torwart Tayfun Altin löst seinen Vertrag für diese Spielzeit auf, erhält aber einen Anschlusskontrakt für die kommende Runde, wie SVN-Geschäftsführer Jürgen Ländle erklärt. Verlassen haben den SVN Toni Reljic, Emmanuel Mbella, Daniel Meisenheimer, Thorsten Hodel, Jannik Sommer, Philip Roller, Adam Bouzid, Maik Karwot, Lukas Ehlert und Roosevelt Jones. Am Samstag wird Bruno Gomis, den es zu Ligakonkurrent Trier zieht, seinen Vertrag auflösen. Er hat demnach nicht mehr mittrainiert. Auf dem Platz gefehlt hat auch Nassim Banouas. Er war aber zu einem Gespräch mit der SVN-Spitze vor Ort. Der Verteidiger soll einen neuen Verein gefunden haben. "Fünf bis sechs Spieler suchen wir noch. Die werden wir auch finden - hoffentlich frühzeitig", sagt Hoffmann. Eine erste Auswahl hat sich gestern vorgestellt - rund ein Dutzend. "Das sind viele, aber es ist nicht so schwierig, sie zu sichten, weil wir positionsgebunden suchen", erklärt der Fußballlehrer, "wir fangen ja nicht bei Null an".

Da die Mannschaft aber alles andere als eingespielt ist, hat Hoffmann neun Testspiele angesetzt. "Ich sehe diese als Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen - das kann nur förderlich sein." Daneben muss das Team in sechs Einheiten wöchentlich schwitzen. Aufgrund der neuen Konstellation werde in den ersten die Grundlagenausdauer ein großer Bestandteil sein. Bis zur Unterbrechung - Anfang Februar ruht das Training für eine Woche - werde weniger Wert auf Taktik gelegt. "Nach der Pause, die wir nach jetzigem Stand machen, weil die sieben Wochen sonst sehr lang sind, ist klar, wer tatsächlich im Team ist." Dann hätten die Taktikeinheiten mehr Sinn.

Finanzsorgen bleiben

Keine Pause hatten hingegen die SVN-Verantwortlichen über Weihnachten. Verträge wurden aufgelöst, neue Spieler gesucht, Sponsorengespräche geführt. Während das mannschaftliche Gerüst langsam Formen annimmt, steht das finanzielle weiterhin auf wackligen Beinen. "Es bleibt eine harte Sache", beteuert Ländle. "Aber die Rückrunde ist so geplant, dass wir den Spielern jeden Monat die 250 Euro zahlen können." Auch 150 Euro Siegprämie sowie 70 für ein Unentschieden seien im Budget. Dennoch entstehen im Laufe der Saison weitere Kosten. Dass das "Damoklesschwert" (Ländle) der Insolvenz über den Köpfen der Verantwortlichen schwebe, sei klar, dennoch bleibt Ländle zuversichtlich, die Runde finanziell zu überstehen. "Wir werden auch in der nächsten Saison nicht mehr als 250 Euro zahlen können, um den Verein langfristig zu sanieren - wir werden der Liga damit aber zeigen, was geht", behält Ländle den Optimismus, den SVN am Leben zu halten und den Klassenverbleib mit der neu zusammengestellten Mannschaft zu meistern.

Zum Thema:

Auf einen BlickVorbereitungsspiele des SVN Zweibrücken : Samstag/Sonntag, 10./11. Januar, Hallenturnier der SV Elversberg in Saarbrücken; Samstag, 17. Januar, 15 Uhr, in Saargemünd; Sonntag, 18. Januar, 14.30 Uhr zuhause gegen den SV Reiskirchen; Samstag, 24. Januar, 15 Uhr in Breitenbach gegen Saarlandliga-Spitzenreiter Jägersburg; Sonntag, 25. Januar, 15 Uhr zuhause gegen Oberliga-Tabellenführer Saar 05 Saarbrücken; Samstag, 31. Januar, 15 Uhr zuhause gegen die VB Zweibrücken ; Sonntag, 1. Februar, in Bebelsheim; Samstag, 14. Februar, zuhause gegen den ASV Kleinottweiler; Samstag, 21. Februar, 14 Uhr, beim SC Blieskastel; Sonntag, 22. Februar, 14 Uhr zuhause gegen die SV Elversberg II. ski