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Dennis Gerlinger wirft beim TuS Rimschweiler die Brocken hin

Fußball : Dennis Gerlinger schmeißt beim TuS Rimschweiler hin

Ahmed El Khadem-Neuhäuser macht als Trainer bei dem Fußball-B-Ligisten weiter und hat bereits verlängert. Die Gerüchteküche „brodelt“.

Sportlich ist es beim TuS Rimschweiler für Dennis Gerlinger vielleicht nicht ganz so verlaufen, wie er es sich erhofft hatte. Nun hat der Trainer nach acht Spieltagen seine Konsequenzen daraus gezogen. Er hat seine Tätigkeit bei dem Fußball-B-Ligisten mit sofortiger Wirkung beendet, wie Trainerpartner Ahmed El Khadem-Neuhäuser gestern Abend erklärte. Dieser wird die Mannschaft nun übernehmen und hat im gleichen Zug sein Engagement um ein weiteres Jahr verlängert. Um ein Zeichen zu setzen und um das Projekt bei den Rimschweilern, das er mit Gerlinger zusammen zu Beginn der Runde angegangen ist, fortzuführen. Weiterhin mit dabei sei auch Co-Trainer Marco Schwarz, der zusammen mit dem ehemaligen Coach Julian Müller 2019/20 mit dem TuS den Aufstieg in die B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken geschafft hatte.

Als Grund für seinen Abgang habe der ehemalige Profi Gerlinger, der für den FK Pirmasens, den FC Homburg und Eintracht Trier insgesamt 97 Regionalliga-Spiele bestritten hat, dem Verein etwa genannt, dass er die Mannschaft nicht erreicht. Aus den ersten acht Partien hat der TuS neun Punkte verbucht, liegt auf Rang sechs der B-Klasse Gruppe A. Nach der fünften Niederlage, dem 2:4 gegen den SC Stambach, hat Dennis Gerlinger am Wochenende die Reißleine gezogen, wie der Rimschweiler Vorsitzende Hans-Peter Schmidt auf Nachfrage bestätigte. Vollkommen überraschend habe ihn diese Entscheidung an sich nicht erwischt. „Die Gerüchteküche brodelt ja – und dann ist auch meistens etwas dran“, sagt Schmidt, wollte aber nicht näher darauf eingehen.

In Fußballkreisen wird etwa spekuliert, dass der Offensivmann eine Option als Spieler bei Fußball-Bezirksligist SG Knopp-Wiesbach sein könnte, bei dem Sanel Nuhic vor kurzem das Traineramt übernommen hat. Unter diesem hatte Gerlinger von 2016 bis 2019 schon beim Landesligisten TSC Zweibrücken gespielt und war auch als dessen Co-Trainer tätig. Dennis Gerlinger selbst war gestern Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Für den TuS Rimschweiler ginge durch dessen Abgang „die Welt nicht unter“, betont Hans-Peter Schmidt und fügt an: „Für mich ist das Thema Dennis Gerlinger damit aber durch.“ Der 31-Jährige war Anfang Dezember 2020 als neuer Spielertrainer des B-Ligisten für die derzeit laufende Saison vorgestellt worden. Noch vor Weihnachten hatte er dann aber um Aufhebung seiner Zusage gebeten, um die Chance als Trainer bei einem höherklassigen Verein suchen zu können (wir berichteten). Nur kurze Zeit später folgte dann die Entschuldigung beim TuS Rimschweiler und die Frage nach der möglichen Rückkehr zur ursprünglichen Vereinbarung. Der Vereinsvorstand hatte die Entscheidung schließlich den Spielern überlassen. 20 von 20 Mann hatten sich dazu entschlossen, ihm eine zweite Chance zu geben.

Ohne Druck und voller Elan sei Gerlinger das Traineramt dann zu Beginn der Vorbereitung in diesem Sommer auch angegangen. „Dennis hat ein super Training gemacht, die Jungs waren davon begeistert. Aber vielleicht war es zu viel für sie“, sagt der TuS-Vorsitzende.

Vonseiten des Vorstands sei jedenfalls zu keinem Zeitpunkt Druck gemacht worden. „Ich habe zu lange Fußball gespielt, um zu denken, dass da elf Neue kommen, die dann gleich unter den ersten Fünf landen müssen. Die Mannschaft musste sich erstmal finden“, betont Hans-Peter Schmidt, der sich natürlich vorstellen kann, dass im Umfeld des Vereins, bei Anhängern die Erwartungshaltung nach den Verstärkungen gestiegen sei. „Aber nicht im Vorstand.“

Dennoch hofft der Vorsitzende, dass die Mannschaft sich nun von der aktuellen Entwicklung nicht aus der Ruhe bringen lässt. Und, dass sie nach dem Kreispokalmatch am Mittwochabend in Kleinsteinhausen dann am Sonntag, elf Uhr, beim einen Platz schlechter stehenden SV Contwig II einen Dreier im nächsten Ligaspiel einfährt. Auch ohne Dennis Gerlinger auf dem Feld.