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Den Sportverein Kirrberg trifft die Corona-Krise mit voller Wucht

Sportvereine in Zeiten von Corona : „Es tut weh, unsere Anlage so zu sehen“

Den SV Kirrberg trifft die Corona-Krise mit voller Wucht. Rückzahlung eines Darlehens könnte zum Problem werden.

Die 370 Amateurfußballclubs im Saarland sind in einer Art Warteschleife gefangen. Wie geht die Saison weiter? Und wann? Und tut sie das überhaupt noch? Das sind auch die Fragen, die man sich beim Landesligisten SV Kirrberg mit seinen rund 450 Mitgliedern stellt.

Seit Mitte März läuft auch auf dem SVK-Gelände am Lerchenhübel aufgrund der Corona-Pandemie nichts mehr. Der schmucke Kunstrasenplatz ist genauso verwaist, wie das Sportheim. „Eine außergewöhnliche Situation für uns“, sagt Kurt Linke, der Vorsitzende. „Es fehlen uns die Zuschauereinnahmen und der Umsatz von Essen und Getränken bei Heimspielen“, verweist er auf massive finanzielle Einbußen. Erst im letzten Jahr hatte der Verein im Sportheim eine neue Decke, Theke, Heizung und Beleuchtung anbringen lassen. Kostenpunkt: Mehr als 3000 Euro. Im Herbst wollte der SVK weitere Baumaßnahmen im Außenbereich vornehmen. „Das können wir jetzt vergessen. Das Sportheim ist unsere Haupteinnahmequelle, macht rund 70 Prozent unserer Einnahmen aus. Und wir wissen nicht, wann es wieder öffnen darf.“

Doch nicht nur das geschlossene Sportheim bereitet dem Vorsitzenden Kopfzerbrechen. Auch anstehende Veranstaltungen drohen zu platzen – oder sind es schon. Das Sportfest am 1. Juli fällt genauso aus wie ein U15-Jugendturnier im August, zu dem namhafte Mannschaften wie der 1. FC Saarbrücken, der FC Homburg oder Rot-Weiß Essen zugesagt hatten.

„Es tut weh, unsere Anlage so leer zu sehen“, trauert Linke und deutet mit ein wenig Stolz auf den Sportplatz. 2015 wurde der Braschenplatz durch einen Kunstrasen ersetzt. Ein Darlehen in Höhe von 10 000 Euro wurde damals aufgenommen. „Die Rückzahlung war für uns nie ein Problem – aber jetzt . . .?“, fragt Linke. Die Raten von April bis Juni könne man aussetzen. Aber wie geht es danach weiter?

Linke hegt zudem die Befürchtung, dass auch der große Jahreshöhepunkt des SV Kirrberg am 5. September nicht stattfinden kann. An jenem Datum wollte der SVK sein 75-jähriges Bestehen feiern. Am 5. September 1945 wurde der Verein im Gasthaus „Zum Pulver“ aus der Taufe gehoben. Heute wird beim Homburger Stadtteilclub vor allem die Jugendarbeit großgeschrieben. „Wir haben alle Nachwuchsklassen besetzt“, sagte Linke, der berichtet, dass rund 100 Kinder und Jugendliche beim SVK aktiv gegen den Ball treten. In der C-, B- und A-Jugend pflegt der Verein eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarn SV Schwarzenbach. Dazu kommen zwei aktive Teams und eine AH-Mannschaft. 2012 stieg die erste Mannschaft in die Bezirksliga auf. Zwei Jahre später schaffte sie den Sprung in die Landesliga Ost. Nur knapp verpassten die Kirrberger 2017 den Aufstieg in die Verbandsliga. Linke ist mit „der sportlichen Entwicklung in allen Bereichen sehr zufrieden“. Umso trauriger, dass die Corona-Pandemie den Verein nun vor eine harte Belastungsprobe stellt –und diese Entwicklung bedroht. Mindestens so lange, bis der Fußball im Saarland aus seiner Warteschleife ausbrechen darf.