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„Das ist schwer zu begreifen“

„Das ist schwer zu begreifen“

Ratlos und verärgert hat Sorin Radu auf die letztlich klare Niederlage im Kellerduell in Wirges reagiert. Vor dem Heimspiel gegen Elversberg II spricht der SVN-Trainer erstmals von „fehlender Qualität“ innerhalb der Mannschaft. Zudem gibt es personelle Veränderungen.

Manche Dinge lassen sich nur schwer in Worte fassen. Etwa die jüngste 0:4-Pleite des SVN Zweibrücken bei der Spielvereinigung Wirges. "Das war die bislang bitterste Niederlage, seit ich hier in Zweibrücken im Amt bin. Was da passiert ist, ist schwer zu begreifen", rätselt Zweibrückens Trainer Sorin Radu nach Gründen für die anhaltende Erfolglosigkeit seiner Mannschaft. Nach 60 Sekunden war der komplette Matchplan schon wieder über den Haufen geworfen. "Wir gehen hoch motiviert in die Partie und unser Innenverteidiger macht direkt einen Riesenfehler. Und dann treffen wir aus drei Metern das Tor nicht. Da wirst du auf der Bank verrückt." Nach dem frühen Schock bestimmte der SVN fast 70 Minuten lang das Spiel, erspielte sich mehrere gute Gelegenheiten zum Ausgleich, nur um 20 Minuten vor dem Ende durch einen 50-Meter-Schuss endgültig auf die Verliererstraße zu geraten. Danach "gingen die Köpfe wieder runter" und die SVN-Spieler ergaben sich fast kampflos in ihr Schicksal.

Dass es seiner Mannschaft an Oberliganiveau fehlt, kann auch Optimist Radu nicht mehr leugnen. "Wenn du siehst, dass der Gegner aus zwei Chancen zwei Tore macht und wir drei, vier Hundertprozentige verballern, sagt das einiges über die Qualität der Mannschaft aus." Allein mit Einsatz und Motivation werde man in dieser Klasse keine Punkte holen, wirkt Radu mehr und mehr frustriert.

Vor dem Heimspiel am Samstag, 14.30 Uhr, gegen die SV Elversberg II herrscht Katerstimmung rund ums Zweibrücker Westpfalzstadion. "Die Woche war schlimm. Wir haben ein, zwei Tage gebraucht, um das letzte Spiel zu verarbeiten", sagt Radu, der im Training "auch mal laut werden musste". Das Handtuch werfen, kommt für den 40-Jährigen definitiv nicht infrage: "Ich lebe jeden Tag sechs, sieben Stunden nur für den Fußball, informiere mich über jeden Gegner. Ich bin nicht hier, um einfach aufzugeben. Aber mir ist auch bewusst, dass am Ende nur Resultate zählen. Gegen Elversberg stehen wir in der Pflicht, Punkte zu holen."

Nicht länger zum Kader gehören Abdallah Massandouno und Mounhim El Gourari. Beide Spieler hätten in der Nähe von Metz eine neue Arbeit gefunden und sich beim SVN abgemeldet, bestätigt Radu. "Es ist schade, dass beide nicht mehr zum Training erscheinen können. Aber man muss das akzeptieren."

In der Abwehr gehen dem SVN-Trainer langsam die Alternativen aus. Hermon Tekele urlaubt in Eritrea und kehrt voraussichtlich Anfang Oktober zurück. Gegen Elversberg fehlen zudem die verletzten Andrei Christian Tomaru und Ryan Asare-Bediako. Mit einem Unentschieden kehrte der FSV Jägersburg am Freitagabend vor 220 Zuschauern im Aufsteiger-Duell beim SV Mehring zurück. Die erste gute Möglichkeit für die Jägersburger in dem offenen Spiel hatte Max Wettmann (20.). Vier Minuten später musste FSV-Torhüter Philip Luck gegen Sebastian Schmitt einen Rückstand verhindern. Besser lief es eine Minute später für Jägersburg mit dem 0:1 durch Steven Simon. Sechs Minuten vor der Halbzeit hätte Tim Schäfer erhöhen können, aber aus 15 Metern verzog er freistehend über das Tor. Eine Minute vor der Halbzeit fiel der Ausgleich durch Matija Jankulica. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff ging Mehring durch Jan Brandscheid in Führung. Jägersburg kämpfte aber tapfer weiter und wurde mit dem Ausgleich durch Daniel Dahls 20-Meter-Schuss in den Winkel belohnt (68.). Es blieb beim Unentschieden, obwohl der FSV in Unterzahl geriet: Steven Meier (72.) sah Gelb-Rot.