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Coronavirus: Auch in Fußball-Regionalliga drohen Geisterspiele

Coronavirus-Auswirkung : Auch in der Regionalliga drohen Geisterspiele

Am Samstag geht’s für den FC Homburg nach Offenbach, danach folgt das Derby gegen Elversberg. Ob dann Zuschauer dabei sind, ist offen. Der Regionalverband verweist auf die Anweisungen der Gesundheitsämter.

Der Coronavirus ist das dominierende Thema. Auch in den Sport haben die Diskussionen um Veranstaltungsabsagen beziehungsweise Spielen vor leeren Rängen Einzug erhalten. Drohen nun auch in der Fußball-Regionalliga Südwest Geisterspiele? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gab wegen des Coronavirus’ die Empfehlung aus: „Veranstaltungen über 1000 Zuschauer unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen.“ Diese Anweisung könnte auch bei Partien der Fußball-Regionalliga Südwest zum Tragen kommen.

Sascha Döther, Geschäftsführer des Regionalligaverbandes Südwest erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Selbstverständlich schauen wir wegen des Coronavirus’ und seinen Folgen auch auf den Spielbetrieb in der Regionalliga Südwest. Wir gehen mit dem DFB konform, der die Entscheidung der Spieldurchführung von der ersten bis zur dritten Liga den Gesundheitsämtern an den jeweiligen Spielstätten überlässt.“ Man müsse nun die Entwicklung in den nächsten Tagen abwarten.

Auf der Geschäftsstelle von Kickers Offenbach häufen sich die Anfragen, ob die für am kommenden Samstag angesetzte Partie ihrer Mannschaft gegen den FC Homburg stattfinden wird. Mit über 3500 verkauften Dauerkarten und einem derzeitigen Zuschauerdurchschnitt von 5622 liegen die Besucherzahlen im Stadion am Bieberer Berg weit über den von Spahn genannten 1000 Zuschauern. „Zurzeit ist ein Zuschauerausschluss für dieses Spiel noch kein Thema“, erklärt ein Sprecher der Offenbacher Kickers am Montagmorgen. Doch auch der OFC halte stetig die Verbindung zum Gesundheitsamt der Stadt. „Wir müssen abwarten“ Die Entscheidung, die Partie ohne Zuschauer stattfinden zu lassen, könne jederzeit – „auch sehr kurzfristig“ – fallen, hieß es beim OFC.

So macht sich auch der FC Homburg Gedanken über mögliche Geisterspiele. Die Grün-Weiße erwarten zum nächsten Heimspiel am 23. März um 20.15 Uhr im Derby gegen die SV Elversberg mehr als 1000 Fußballfans. „Wir stehen im stetigen Austausch mit dem Gesundheitsamt Homburg und dem Ligaverband. Man wird sehen, wie weit und wann wir auf die Empfehlung von Behörden und Ämtern reagieren müssen“, erklärt Rafael Kowollik, Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender des FC Homburg. Bis zum Austragungstermin des Saarderbys seien es noch fast zwei Wochen. „Wir müssen auf die Entwicklung bezüglich der möglichen Zuschauerausschlüsse warten.“ Der FC Homburg mache man sich auch Gedanken über eine interne Video-Übertragung von Heimspielen, falls die Fans von den Rängen ausgeschlossen werden. Doch für die Begegnung gegen den Ligazweiten aus Elversberg müssen sich die Grün-Weißen übertragungstechnisch schon mal nicht sorgen. Das Derby wird wie zuletzt die Auswärtspartie des Luginger-Teams beim VfR Aalen ab 20.15 Uhr Live von Sport1 übertragen.

Und wie sehen Trainer und Spieler die möglichen Geisterspiele? „Wir müssen damit umgehen. Die Gesundheit und Sicherheit gehen vor“, betonte FCH-Coach Jürgen Luginger. Besondere hygienische Maßnahmen vor, während und nach dem Training gebe es zurzeit nicht. „Natürlich achten wir nun noch gezielter auf die ohnehin stattfindenden Maßnahmen und die entsprechenden Vorgaben.“ Angst vor Ansteckung innerhalb der Mannschaft gebe es nicht. Man nehme das Thema Coronavirus sehr ernst, ohne jedoch in Panik zu verfallen.