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Corona verhindert das Jubiläum beim SV Bruchhof-Sanddorf

Vereinsjubiläum : Keine 100-Jahr-Feier beim SV Bruchhof-Sanddorf

Der Fußballverein aus dem Homburger Stadtteil hat viel erlebt. Am 14. Mai hätte er Jubiläum gefeiert. Corona verhindert das.

100 Jahre alt wird der SV Bruchhof-Sanddorf am 15. Mai in diesem Jahr. Ein stolzes Jubiläum für den Verein. Unter normalen Umständen hätte der SV die Korken knallen lassen. „Leider macht uns die Coronavirus-Pandemie einen gewaltigen Strich durch unsere Planungen“ sagt der Vorsitzende Björn Kunz.

Am 15. Mai, jenem Gründungstag des Vereins, hätte der SV Bruchhof seine Jubiläumsfeierlichkeiten mit einer Auftaktveranstaltung eingeleitet. Am 27. Juni hätten die Feierlichkeiten bei einer großen Abendveranstaltung ihren Höhepunkt gefunden. Darüberhinaus hatte der Verein zahlreiche Sportveranstaltungen, wie ein großes Jugendturnier und die Homburger Fußballstadtmeisterschaft im Juli organisiert. Alles fällt nun aus. „Wir hoffen alle, dass wir zumindest unser ‚Festkommers’ in diesem Jahr noch nachholen können“, sagt Kunz.

Derzeit plagen den Verein noch ganz andere Sorgen, als dass das Jubiläum nicht hinreichend gefeiert werden könnte. Wie vielen anderen Vereinen fehlen auch dem SV Bruchhof-Sanddorf Einnahmen aus dem geschlossenem Sportheim. „Das tut unserem Verein richtig weh, weil wir hier in Bruchhof-Sanddorf eine beliebte Gaststätte sind, in die auch außerhalb von Spiel- und Trainingsbetrieb viele Bürger einkehren.“

Probleme, die Friedrich Kühn, Wilhelm Blinn, Jakob Bohlander, Eugen Rippel, Rudolf Ecker und Eugen Wiehn nicht mehr miterleben. Diese fünf riefen den Verein am besagten 15. Mai 1920 auf einer Versammlung ins Leben. Damals noch als FC Bruchhof. Trotz der Rivalität der Stadtteile Bruchhof und Sanddorf schlossen sich damals viele junge Männer aus Sanddorf dem neuen Verein an. Doch die Rivalität zwischen den Stadtteilen blieb bestehen. Also gründeten die Sanddorfer einen eigenen Verein.

Im Juli 1931 erwarb dann der damalige Vorsitzende des FC Bruchhof, Jakob Groß, für 200 Reichsmark das Grundstück zum Bau des Sportplatzes „Am kleinen Kehrberg“. In den Folgejahren verließen viele Spieler den Verein. Einige wurden etwa zu Soldaten in Nazideutschland, das sich damals militarisierte. Weil es dem FC Sanddorf genau so erging, wurden sich die beiden Vereine 1936 einig, sich zusammen schließen zu wollen und fortan gemeinsam als SV-Bruchhof-Sanddorf auf dem neuen Sportplatz zu spielen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stieg die erste Mannschaft bald in die Bezirksklasse auf. Dort konnte sich der Verein nicht behaupten. Sportlich ging es in den 50er-Jahren talwärts bis in die unterste Kreisliga, also fasste der Verein den Beschluss die Jugendarbeit zu intensivieren. Ein wichtiges Jahr in der 100-jährigen Vereinsgeschichte war 1965. Der SV Bruchhof-Sanddorf zog damals um auf den „Unteren Kehrberg“, wo der Verein noch heute spielt. Der Umzug beflügelte den Verein, denn kurz darauf heimste der SVB wieder Erfolge ein: Im Juni 1969 stieg Bruchhof-Sanddorf als Meister von der C- in die B-Klasse auf. Es ging weiter aufwärts im Verein. Auch junge Fauen wollten dem runden Leder nachjagen und daher wurde 1970 eine Frauenfußball-Abteilung gegründet. 1971 wurde das Sportheim gebaut.

Der nächste sportliche Höhepunkt folgte elf Jahre später. Zum zweiten Mal ging es für den SVB in die Bezirksliga, wo sich der Verein immerhin zwei Jahre hielt. In all den Jahren mussten die Kicker viel Staub schlucken. Besonders an heißen Tagen. Denn während die Nachbarvereine schon längst Rasen- und Kunstrasenplätze nutzten, kickte der SV Bruchhof-Sanddorf auf einem Hartplatz mit roter Asche. 2015 hatte das ein Ende. Seitdem spielt auch der SVB auf grünem Kunstrasen. „Wir können Stolz auf unsere Anlage sein, für die wir von vielen Gastvereinen Lob bekommen“, sagt Björn Kunz.

Im Jahr des Jubiläums unterhält der 250-Mitgliederstarke Verein zwei Aktive Mannschaften: Die „Erste“ spielt in der Kreisliga A Bliestal und ist in der unterbrochenen Saison Tabellenvierter. Im Verein gibt es außerdem eine Altherren-Mannschaft, eine Frauenmannschaft und eine starke Jugendabteilung. Björn Kunz ist besonders glücklich darüber, dass von der G- bis zur A-Jugend alle Altersklassen besetzt sind, teilweise in Kooperationen mit anderen Vereinen.

In dieser Zeit blickt der Vorsitzende lieber in die Vergangenheit des Vereins als in die Zukunft, in der die wichtigen Einnahmen aus dem Vereinsheim fehlen. Die Raten aus dem Kredit für den Kunstrasenplatz seien glücklicherweise zur Zeit ausgesetzt. An die gedachte und auch notwendige Investition für eine neue Flutlichtanlage und die Sanierung des Daches des Sportheims könne man angesichts der aktuellen Situation nicht denken. Kunz hofft, dass man im Herbst vielleicht wieder zum Normalbetrieb auf dem Gelände der „Arena Kehrberg“ zurückkehren könnte. Vielleicht auch mit einer kleinen 100-Jahr-Feier.