Bitteres Ende für Stefan Kuntz

Dieser Abgang überrascht wohl niemanden so wirklich. Bitter ist er für Stefan Kuntz dennoch. Nach Querelen bei der Hauptversammlung im Dezember, nach Jahren, in denen die gesteckten Ziele immer wieder verpasst wurden, wirft er nach acht Jahren als Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern nach der Saison hin.

Zu groß ist die Uneinigkeit zwischen dem neuen Aufsichtsrat und dem Vereinsboss. Zu laut die Kritik an seiner Person. Nicht ganz zu unrecht, betrachtet man die zurückliegenden drei Spielzeiten, in denen der Traditionsclub drei Mal den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga verpasste. Von der aktuellen, in der dieser Kampf aussichtslos scheint, einmal ganz abgesehen. Die Einkaufspolitik ließ in den vergangenen Jahren zudem zu wünschen übrig.

An Erfolg und Misserfolg müssen sich in diesem Geschäft irgendwann eben nicht nur die Trainer messen lassen. Viele von ihnen mussten gehen seit der Amtsübernahme von Kuntz: Milan Sasic, Marco Kurz , Franco Foda, Kosta Runjaic. Auch Sportdirektor Markus Schupp und nicht zuletzt der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach nahmen im vergangenen Jahr ihren Hut. In diesem also Kuntz. Der Platz macht für einen kompletten Neustart.

Trotz der Misserfolge und auch Fehler darf aber niemand vergessen, wie wichtig die Person Stefan Kuntz für den FCK war. Er übernahm den Verein 2008 mitten in einer schweren Krise. Half, dem Untergang mit einem Abstieg in Liga drei zu entkommen - dem Verein wieder Identität, ein Gesicht zu geben. In den ersten Jahren auch mit sportlichem Erfolg. 2010 stiegen die Roten Teufel wieder in die 1. Liga auf, wurden dort überraschend Siebter. Doch der zweijährige Ausflug in Liga eins endete im erneuten Abstieg 2012. Und die Zeit von Stefan Kuntz läuft nun - anders als erhofft nicht mit dem Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs, sondern in einer erneuten Krise seines Herzensvereins - ab. Sicher kein einfacher Schritt, die Verantwortung in diesen Zeiten in andere Hände zu übergeben. In welche, ist eine der großen Fragen, die bleibt. Vor allem aber, ob dieser Nachfolger es überhaupt besser machen kann.