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Beim FCK geht’s auch sportlich wieder rund

1. FC Kaiserslautern : Jörg E. Wilhelm tritt von all seinen Ämtern beim FCK zurück

Bei dem Fußball-Drittligisten kehrt keine Ruhe ein. Die erste Mannschaft startet am Mittwoch ins Vorbereitungstraining.

Der öffentlich ausgetragene Streit zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, Jörg E. Wilhelm, und der Vereinsführung sowie weiteren Aufsichtsratsmitgliedern um Markus Merk erreichte gestern Nachmittag seinen Höhepunkt: Wie der FCK mitteilte, „ist Prof. Dr. Jörg E. Wilhelm mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA sowie seinen Mitgliedschaften im Beirat der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH und dem Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V. zurückgetreten.“ Zudem ist er als Mitglied aus dem Verein ausgetreten.

In den vergangenen Wochen und Monaten ist es innerhalb der Gremien der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA sowie des 1. FC Kaiserslautern e.V. zu Unstimmigkeiten hinsichtlich der Zukunftsplanungen gekommen. Bei dem Traditionsverein, der Mitte Juni Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt hat, war auch nach der Entscheidung für das Angebot der regionalen Investorengruppe keine Ruhe eingekehrt. Wilhelm sah die Offerte der Dubai-Gruppe als einziges echtes Angebot an und nicht nur eine „Absichtserklärung“. Gleich nach der Entscheidung für die regionalen Investoren twitterte Wilhelm, er habe „in 30 Jahren als Anwalt innerhalb einer Stunde noch nie so viele Lügen gehört“.

Der FCK hatte Wilhelm daraufhin anwaltlich dazu aufgefordert, öffentliche Äußerungen mit sofortiger Wirkung zu unterlassen. Außerdem wurde laut SWR für diese Woche eine Sitzung des Aufsichtsrats angesetzt, um Wilhelm aus allen Ämtern abzuberufen. Nun wählte dieser selbst den Zeitpunkt seines Abschieds.

„Es ist sehr schade, dass es uns trotz vieler bilateraler Gespräche und Aussprachen nicht gelungen ist, die Arbeit im Sinne des FCK bei teils konträren Ansichten konstruktiv und zielführend gemeinsam fortzuführen. Wir waren zu Beginn unserer Tätigkeit der Überzeugung und sind es immer noch, dass es richtig war, das Gremium mit verschiedenen Kompetenzen und Charakteren zu besetzen“, erklärt Rainer Keßler, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern e.V. Von der von Markus Merk nach den kräftezehrenden Wochen und Monaten für den Verein zuletzt erwünschten “Ruhe, Ruhe, Ruhe“ ist bislang nicht viel zu spüren auf dem Betzenberg.

Doch neben den Querelen im Hintergrund rückt bald auch das Sportliche bei den Roten Teufeln wieder mehr in den Fokus. Für die Mannschaft um Cheftrainer Boris Schommers wurde aufgrund der Corona-Pandemie der Terminkalender ordentlich durcheinandergewirbelt. Das führt dazu, dass der FCK im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Saison auch noch die verbleibenden Spiele des Verbandspokals 2019/20 absolvieren muss, um sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2020/21 zu qualifizieren. Nach einer nur vierwöchigen Sommerpause versammelt Schommers seine Spieler an diesem Mittwoch wieder zum Training auf dem Betzenberg. Mit dabei seien laut Sportdirektor Boris Notzon auch die von anderen Clubs heiß umworbenen Leistungsträger Christian Kühlwetter, Florian Pick und Carlo Sickinger. Die Einheiten der Roten Teufel finden weiterhin ohne Zuschauer statt.

Rund eine Woche nach dem Trainingsauftakt wartet dann das erste Pflichtprogramm: Am Samstag, 15. August, geht es im Verbandspokal-Halbfinale gegen den SV Morlautern. Bei einem Sieg müsste der FCK eine Woche später, am 22. August, im Finale gegen Alemannia Waldalgesheim ran. Einen Tag davor bestreitet die Schommers-Elf noch ein Testspiel gegen den Regionalligisten Bayern Alzenau. Ihr Trainingslager beziehen die Lautrer vom 24. August bis 1. September im südpfälzischen Herxheim-Hayna. Dort empfängt der FCK auch den Regionalligisten FC Homburg am Freitag, 28. August, zum Test. Am letzten Tag des Trainingslagers macht der FCK noch einen Abstecher nach Wiesbaden, wo am 1. September ein Tes gegen den Ligakonkurrenten Wehen Wiesbaden auf dem Plan steht.

Doppelrolle für Innenverteidiger André Hainault: Er hat einen neuen Einjahresvertrag beim 1. FC Kaiserslautern erhalten. Der 34-Jährige ist nach einer Mitteilung des Fußball-Drittligisten als Führungsspieler für die U21 sowie als „Stand-by-Profi“ bei der ersten Mannschaft eingeplant. Der frühere kanadische Nationalspieler ist seit zwei Jahren beim FCK. „André Hainault ist eine Persönlichkeit und identifiziert sich zu hundert Prozent mit dem FCK. Er ist in einem sehr guten körperlichen Zustand und wird daher jederzeit bei den Profis eingreifen können“, sagte Sportdirektor Boris Notzon. Hainault freue sich auf „die neuen Aufgaben und darauf, meine Erfahrung weiter zu geben“.