Basketball-Oberligist VT Zweibrücken Von Funkstille, Seilzügen und fehlendem Lohn

Zweibrücken · Aufsteiger VT Zweibrücken verliert auch sein erstes Heimspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor „schöner“ Kulisse in der Ignaz-Roth-Halle mit 70:83 gegen den TV Illingen.

 Johannes Meenken (vorne) erzielte am Sonntag gegen den TV Illingen starke 16 Punkte für die VTZ-Basketballer. Dennoch ging der Sieg klar an die Gäste.

Johannes Meenken (vorne) erzielte am Sonntag gegen den TV Illingen starke 16 Punkte für die VTZ-Basketballer. Dennoch ging der Sieg klar an die Gäste.

Foto: Martin Wittenmeier

Dieses Heimdebüt in der Ignaz-Roth-Halle verlief so gar nicht nach dem Geschmack von Trainerin Gabriela Chnapkova. Zumindest, was das Ergebnis angeht. Die Basketballer der VT Zweibrücken mussten sich in ihrem zweiten Spiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor „einer so schönen“ Kulisse dem TV Illingen am Sonntag mit 70:83 (33:40) geschlagen geben.

„Die Halle ist groß, jeder hat Platz. Und es klingt viel cooler, wenn die Jungs auf die Trommeln schlagen. Die U18 hat da gut Stimmung gemacht, das war für alle schön“, freut sich Chnapkova über die Rahmenbedingungen der neuen Spielstätte. Weniger zufrieden war die 46-Jährige mit dem Auftritt ihres Teams vor den rund 90 Zuschauern. Nach dem starken Saisonauftakt beim MJC Trier, den die VTZ beim 78:80 in der Vorwoche am Rande einer Niederlage hatte, hofften die Zweibrücker, nun etwas Zählbares aus dem ersten Spiel in eigener Halle mitnehmen zu können. Doch die Fehlerquote war zu hoch. Illingen sei keinesfalls stärker gewesen als Trier. „Wir haben dieses Mal in entscheidenden Phasen allerdings die Punkte nicht gemacht. Illingen eben schon“, erklärt die VTZ-Trainerin, dass der Gegner einfach eine erfahrene Mannschaft ist. „Das hat uns letztendlich den Sieg gekostet.“

Denn defensiv sei ihre Mannschaft taktisch eigentlich gut aufgestellt gewesen. „Die Jungs haben das relativ gut umgesetzt“, erklärt Chnapkova. Doch hat es ihre Mannschaft geschafft, den Gegner nach Ablauf der Zeit „zum gezwungenen Wurf zu bringen“, habe sie es in Ballbesitz dann nicht gut gemacht. „Entweder wir haben nicht getroffen oder den Ball verloren. Das macht dann eben den Unterschied“, hadert sie.

Dabei waren die Hausherren zunächst ganz gut in die Partie reingekommen. Das erste Viertel ging mit 19:16 an die VTZ. Dann aber kam ein Knick ins Spiel. „Zwischen der 16. und 20. Minute war bei uns Funkstille. Da haben wir nicht gescored.“ So übernahm Illingen die Führung – und gab sie für den Rest der Partie nicht mehr aus der Hand. Ihre Mannschaft habe sich zwar immer wieder herangekämpft. Doch immer wieder ließen sie auch Chancen aus. Folglich zogen die Gäste wieder weg. Sinnbildlich: Dem sonst so treffsicheren John Klein gelang am Sonntag nicht ein einziger Treffer, auch Tim Burkholder (9 Punkte) und Milomir Mihailovic (3) blieben hinter ihrer gewohnt hohen Trefferquote zurück. „Es war vielleicht einfach nicht deren Tag“, sagt die VTZ-Trainerin, die aber auch betont, dass dafür andere Jungs „den Seilzug übernommen haben“. Etwa Luca Höchst, mit 22 Zählern Topscorer der Partie, sowie Johannes Meenken (16) oder Aykut Bozdemir (12). „Und das ist wirklich wichtig, dass die Spieler zeigen, dass sie auch scoren können.“

Insgesamt aber blieb die Offensive zu wackelig, um den TV Illingen nochmal ernsthaft in Gefahr zu bringen. „Nach der Halbzeit sind wir quasi nur noch hinterhergerannt“, erklärt Gabi Chnapkova, dass der Sieg letztlich verdient an die Gäste ging.

Will der Oberliga-Aufsteiger aus Zweibrücken nun möglichst schnell die ersten Zähler verbuchen, müsse er noch eine Schippe drauflegen. „Wir sind schon ein würdiger Gegner. Das hat man in den bisherigen Spielen gesehen“, betont die Trainerin. Natürlich kämen auch Clubs wie der ASC Mainz, über die „wir uns keine großen Gedanken machen müssen, die sind einfach stark. Für uns wohl zu stark“, spricht sie dabei von „eher entspannten“ Partien. Gegen die anderen Teams aber müsse ihre Mannschaft nun allerdings „Woche für Woche, von Spiel zu Spiel versuchen, Fehler abzubauen, in der Defensive und Offensive präziser zu spielen – und sich dann auch belohnen für die Mühe, die man leistet“, sagt die Slowakin. Ansonsten könnten solche Niederlagen wie die beim MJC Trier und jetzt gegen Illingen am Ende im Abstiegskampf richtig wehtun.

Die nächste Gelegenheit, ein anderes Gesicht zu zeigen und die ersten Punkte auf das Konto zu packen, bietet sich den VTZ-Korbjägern nun am Samstagabend, 20 Uhr, wenn sie beim TVG Baskets Trier gefordert sind.