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Basketball-Landesliga: VTZ unterliegt denkbar knapp in Oppenheim

Basketball Landesliga : Ein Knockout acht Sekunden vor Schluss

Die Landesliga-Basketballer der VT Zweibrücken gehen personell auf dem Zahnfleisch. Da tat die knappe Niederlage am Wochenende beim TV Oppenheim (72:73) doppelt weh. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres am Sonntag gegen Nieder Olm II will die VTZ trotz Rumpfkader wieder in die Erfolgsspur zurück.

„Verlieren tut immer weh“, stellt Denis Rendgen nüchtern fest. Einen Seufzer später muss der Spielertrainer des Basketball-Landesligisten VT Zweibrücken allerdings einräumen, dass die hauchdünne 72:73-Niederlage seiner Mannschaft am Sonntag beim TV Oppenheim noch ein bisschen schmerzvoller war als gewöhnlich.

Mit einem Rumpfkader angetreten hielt Rendgens Team bis kurz vor Schluss eine Zwei-Punkte-Führung. Doch als noch acht Sekunden auf der Uhr standen, brachte der Oppenheimer Ilja Ickert nicht nur einen Korbleger im Ziel unter. Weil der 2,05-Hüne dabei von einem Zweibrücker behindert worden sein soll, gab es auch noch einen Freiwurf. Ickert zeigte keine Nerven und traf zur TVO-Führung. Auf der Gegenseite nahm die VTZ noch einen letzten verzweifelten Wurf. Daneben. Die Niederlage war besiegelt. „Ich will nichts an den Schiedsrichtern festmachen. Aber ich glaube nicht, dass der Pfiff am Ende gegen uns notwendig war“, hadert Rendgen. Der 26-Jährige räumt allerdings ein, dass seinen Korbjägern im letzten Viertel „etwas die Luft ausgegangen“ sei. Das sei allerdings nicht verwunderlich, „wenn die halbe Mannschaft fehlt.“

Mit nur acht Akteuren war die VTZ in Oppenheim angetreten. Darunter Nachwuchsspieler Nils Selinger. Rendgen selbst stand nur fünf Minuten auf dem Parkett. Dann musste er mit Knieproblemen passen. Die Ausfälle von Nizar Barkaoui, Johann Klein, Johannes Petuchov, Philipp Schröder und Jan Piechocki wogen schwer.

Doch die übrigen Zweibrücker machten ihre Sache gut. Nach ausgeglichenem erstem Viertel (21:21) erarbeitete sich die VTZ bis zur Pause einen Vier-Punkte-Vorsprung (39:35). Vor dem Schlussviertel lagen die Gastgeber zwar wieder mit einem Zähler vorne (54:53). Aber kurz vor Schluss hatten die Zweibrücker, bei denen Tim Burkholder die meisten Punkte erzielte (25), die Nase wieder vorn. Doch das letzte Wort hatte Ilja Eckert. Der Oppenheimer hatte der VTZ schon vor seinem entscheidenden Freiwurf das Leben schwer gemacht, war mit 29 Punkten bester Schütze seines Teams. „Von außen haben wir ihn gar nicht schlecht verteidigt, aber im Spiel Mann gegen Mann hatte er aufgrund seiner Größe Vorteile. Da kann man nicht alles verhindern“, sagt Rendgen.

Nach der Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern II im November (85:86) war es bereits die zweite Partie, die die Zweibrücker mit nur einem Zähler Unterschied verloren. „Wir könnten als Aufsteiger sogar ganz oben stehen“, hadert der VTZ-Spielertrainer, dessen Mannschaft sich nun mit zwölf Punkten auf Platz vier wiederfindet.

Für Zweibrücken ist in dieser Saison nach wie vor alles drin – allerdings nach oben wie nach unten. Denn dass es in der Landesliga eng zugeht, grenzt an Untertreibung. Den Tabellenführer und den Vorletzten trennen lediglich vier Punkte. Gleich fünf Teams liegen mit zwölf Zählern in Lauerstellung hinter Kaiserslautern II. Damit die Zweibrücker angesichts dieser Ausgangslage weiter die Spitze im Blick behalten, müsse die VTZ in den entscheidenden Spielphasen „abgezockter“ agieren – und vor allem ihre Auswärtsschwäche ablegen, fordert Rendgen. Alle sechs Saisonsiege feierte die VTZ zu Hause. Da trifft es sich gut, dass am kommenden Sonntag um 18 Uhr gegen die DJK Nieder Olm II das erste Heimspiel des Jahres in der Sporthalle des Hofenfels-Gymnasiums ansteht.

Doch Rendgen warnt. Zum einen weil die Personalsituation weiter angespannt bleibt. Jan Piechocki plagt sich mit Problemen am Kreuzband und droht länger auszufallen. „Und meinem Knie hat die Halle in Oppenheim auch nicht gut getan“, sagt Rendgen zerknirscht. Zum anderen haben die Zweibrücker den ersten Vergleich mit dem Tabellendritten Nieder-Olm im Oktober mit 60:68 verloren. „Eine junge, talentierte Mannschaft“ sei der kommende Gegner, weiß Rendgen. Der 26-Jährige ergänzt: „Außerdem bekommen sie oft Unterstützung von ihrer ersten Mannschaft aus der Oberliga.“ Das war auch im Hinspiel der Fall. Damals hatte Oberliga-Leihgabe Fabio Pastore die VTZ mit 32 Punkten fast im Alleingang abgeschossen. „Der hat von außen wirklich alles getroffen. So einen Tag erwischt er nicht nochmal“, gibt sich Rendgen vor dem ersten Heimauftritt 2020 dennoch zuversichtlich. Das schmerzhafte Gefühl der Niederlage will er am Sonntag unbedingt vermeiden.