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Basketball-Landesliga: VT Zweibrücken verliert knapp in Rockenhausen

Basketball-Landesligist VT Zweibrücken : Nach Krimi zwischen Stolz und Verärgerung

Nach einem dramatischen Schlussviertel mussten sich die Landesliga-Basketballer der VT Zweibrücken im Topspiel bei den Fastbreakers Rockenhausen hauchdünn mit 86:87 geschlagen geben.

So auf und ab es in dem Topspiel ging, so ließ sich auch die Gefühlslage von Trainerin Gabi Chnapkov nach dem Abpfiff beschreiben. In einem wahren Basketball-Krimi mussten sich die Landesliga-Herren der VT Zweibrücken am Wochenende beim neuen Tabellenführer BBC Fast Breakers Rockenhausen hauchdünn mit 87:86 (23:15/9:22/18:36/36:14) geschlagen geben. Dabei wurden die Gäste für eine furiose Aufholjagd im letzten Viertel nicht belohnt.

Eigentlich waren die Zweibrücker, die krankheitsbedingt ohne Topscorer Milomir Mihailovic antreten mussten, noch ganz ordentlich in die Partie reingekommen. Nach dem ersten Abschnitt lagen sie mit 23:15 in Front. Dann kam der Knick. Im zweiten Durchgang erzielten die VTZ-Korbjäger nur magere neun Punkte, während sie dem Gegner 22 zuließen. Mit 32:37 lag der Gast zur Halbzeit hinten. „Da haben die taktischen Vorgaben nicht mehr so funktioniert“, liefert Chnapkova eine Erklärung für den Einbruch ihres Teams und fügt an: „Wir waren zwar auf alles gut vorbereitet, aber manchmal hat man auf dem Feld eine Idee und neigt dazu, die Pläne zu canceln und was anderes zu machen – und dann kommt das leider nicht immer einem selbst zu gute.“ Im dritten Viertel kam es noch schlimmer. Zwar packte die VTZ immerhin 18 Zähler auf ihr Punktekonto drauf – doch Rockenhausen sammelte 36. Mit einer deutlichen 73:50-Führung gingen die Hausherren so in den Schlussabschnitt.

In diesem aber wendete sich plötzlich wieder das Blatt. „Ich habe eine Auszeit genommen und mal ein ordentliches Wörtchen gesprochen“, erklärt die VTZ-Trainerin. „Rockenhausen ist ein etwas spezieller Gegner. Das ist fast eine reine amerikanische Mannschaft. Deren Basketball ist anders als der, den ich mit den Jungs spiele. Ich habe ihnen gesagt: Wenn wir uns nicht abschlachten lassen wollen, dann müssen wir jetzt eine Schippe drauflegen.“ Das habe die Mannschaft getan. In der Tim Burkholder mit 28 Zählern einmal mehr bester Schütze war. Mit einem Schnitt von 22,7 Punkten pro Spiel liegt der Zweibrücker in der Liste der Top-Werfer der Liga auf Rang zwei hinter dem Rockenhausener Rian Cripe, der auf durchschnittlich 25,5 Zähler kommt.

Durch die starke Aufholjagd der Zweibrücker im vierten Viertel „ist es ein Krimi geworden“. In dem das Chnapkova-Team Punkt um Punkt an die Fastbreakers heranrückte. Auch weil diese – nach dem fünften Foul von Spielertrainer Key-Juan Hardin sowie der Disqualifikation kurz zuvor von Etienne Manz wegen Meckerns – nur noch fünf Mann zur Verfügung hatten. Nach einer 26:7-Serie war die VTZ wieder dran. In den Schlusssekunden bekam Burkholder beim Stand von 84:87 noch einmal den Ball, hatte die Chance auf einen Distanzwurf – wurde aber gefoult. Von den drei Freiwürfen verwandelte er die ersten beiden sicher. Der dritte passte nicht. Mit einem einzigen Zähler Unterschied unterlag die VTZ.

Das Gefühlsleben der Trainerin schwankte nach dem Abpfiff zwischen Stolz über die Moral, die ihre Spieler im Schlussviertel an den Tag gelegt haben, und dem Hadern über die knapp verpassten Punkte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass mich die Niederlage zwar ärgert. Aber noch mehr hat mich gefreut, dass sie wieder aufgestanden sind und einfach gekämpft haben. Es ist wichtig das in die nächsten Partien mitzunehmen“, betont Chnapkova.

In den beiden letzten Heimspielen des Jahres geht es für die VTZ-Korbjäger, die nun hinter den punktgleichen Fastbreakers Zweiter sind, eher gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Auf Rang drei folgt mit ebenfalls zehn Zählern der Oberliga-Absteiger TV Kirchheimbolanden. Zum Jahresabschluss steht für die VTZ nun zunächst an diesem Sonntag, 18 Uhr, in der Hofenfels-Sporthalle das Duell gegen Schlusslicht BBV Landau an. Eine Woche darauf ist der derzeitige Tabellensiebte 1. FC Kaiserslautern II zu Gast in Zweibrücken. „Da müssen zwei Siege her“, macht Gabi Chnapkova klar, „sodass wir ruhig in die Weihnachtspause gehen können. Das steht für mich außer Frage.“ Die VTZ-Trainerin fordert von ihren Spielern, dass sie davor genauso hart trainieren und auf dem Feld genauso hart spielen wie bisher auch. In der Hoffnung, dass es gegen Landau am Sonntag mehr auf als ab geht.