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Anne Oberle gewinnt Turnier im Landgestüt Zweibrücken

Reitsport : Anne Oberle gewinnt ihr Heimspiel

Durch ihren Sieg beim Turnier im Landgestüt ist die Reiterin einer Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft nähergekommen.

Diesmal hat alles gepasst: Anne Oberle vom RFV Zweibrücken strahlte bis über beide Ohren, nachdem sie und ihr 18-jähriger Hannoveraner Wallach Crunchip den Start beim S-Springen im Zweibrücker Landgestüt in einen Heimsieg verwandelt hatten. Schnell ist das Paar ohnehin – und diesmal blieben im Gegensatz zu dem Springen des Saar-Pfälzischen Springreiterclubs vor zwei Wochen auch alle Stangen liegen. Sechster wurde „ganz gechilled“ Andreas Rubly, ebenfalls vom RFV Zweibrücken, der den international auf höchster Ebene erfolgreichen Gestütshengst Camargo sichtlich nicht auf Angriff ritt. So nahm er am Samstagabend im mittelschweren Springen als Einlaufprüfung sogar einen Fehler in Kauf.

Beim Abgehen des Parcours hatte Beate Schmitt, Springreiterin vom RFV Neunkirchen, das Stangenmikado noch als schwer empfunden. Als zweite der insgesamt 59 Starter legte sie mit der 13-jährigen Holsteiner Schimmelstute Candicci in 54,86 Sekunden eine schnelle Zeit vor. Eng die Wendungen, beherzt voraus, meisterte sie die zehn Hindernisse mit elf Sprüngen fehlerfrei. Dieses Kunststück gelang ihr auch mit ihren beiden weiteren Pferden, der elfjährigen Jougana und der zehnjährigen, ebenfalls in Holstein gezogenen Caro. Als einzige ritt sie ihre drei gestarteten Pferde in die Platzierung: Mit Jouhana gewann sie in der ersten der beiden Abteilungen Silber. Rang zwei und damit Gold in der zweiten Abteilung ging an die mehrfache rheinland-pfälzische Landesmeisterin und Teilnehmerin an der Deutschen Meisterschaft, Melanie Bischoff vom Pferdecentrum Miesau. Eher unspektakulär, pilotierte sie ihre zwölfjährige, in den Niederlanden gezogene Schimmelstute Drusilla, in der zweitschnellsten Zeit von 56,76 Sekunden ins Ziel. Ein Kunststück, das auf dem eher harmlos wirkenden Parcours nur gut einem Drittel der Reiter gelang.

Der Edeka-Sprung über den mit blauer Folie stilisierten Wassergraben und der nachfolgende Oxer animierten nicht jedes Pferd zu dem Satz über das 1,30 Meter hohe Hindernis. Lukas Scheidhauer vom RVF Limbach erreichte das Ziel auf der 15-jährigen Holsteiner Stute Quassina da Capo zwar ohne Abwurf, war jedoch zu langsam für eine Platzierung. Für Daniel Fischer, Reiter des Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen, war es der erste Start der Saison. Sein Pferd, der neunjährige Westfalen-Wallach Egon, landete mit nur einem Abwurf im Mittelfeld. Übler erging es Jelte Blaß. Die saarländische Kader-Reiterin der RSG Berghof-Einöd schied nach dreimaliger Verweigerung ihrer neunjährigen Schimmelstute Clinton‘s Hillary B sogar überraschend aus.

Da nach dem Testlauf vor zwei Wochen diesmal auf Grund der Corona-Lockerungen wieder Zuschauer zugelassen waren und es ein kleines gastronomisches Angebot gab, kam bei dem Kaiserwetter eine fast normale Turnierstimmung auf. „Sehr gut“, bewertete Turnierleiter Gerd Geyer dann auch die beiden Termine. In drei Wochen wird der Springreiterclub ein Jungpferdeturnier um das Landesspringpferde-Championat anbieten. Zwei weitere Turniere sind im September geplant. Dann soll in Balve auch die Deutsche Meisterschaft nachgeholt werden. Mit ihrem Sieg ist Anne Oberle einer Starterlaubnis dort näher gerückt.

Die zweite DM-Aspirantin des Rechentalerhofs, Marika Oberle, zeigte im L-Springen am Sonntag mit Locarno eine ordentliche Runde. Am nächsten Wochenende reitet sie bei der ersten Sichtung zur deutschen Jugendmeisterschaft in Fußgönheim. Die DJM in Riesenbeck ist für 18. bis 20. September geplant.