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Andreas Schanding feste Größe in der Saar-Leichtathletik

Leichtathletik : Eine feste Größe in der saarländischen Leichtathletik

Andreas Schanding ist erst 34 doch schon seit zehn Jahren Trainer. Verletzungen hatten die aktive Karriere des Leichtathletik-Talents schon früh beendet.

Vom Nachwuchstalent über den Leistungssportler zum erfahrenen und erfolgreichen Trainer. So beschreibt sich die sportliche Vita des 34-jährigen Gersheimers Andreas Schanding. Seit zehn Jahren betreut und trainiert der frühere saarländische Athlet beim TV Bliesdalheim innerhalb der Leichtathletik Gemeinschaft (LG) Bliestal eine Trainingsgruppe, zu denen mittlerweile mehrfache Saarlandmeister, Teilnehmer bei Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften gehören.

Schon als 24-jähriger musste Schanding selbst seine Karriere beenden. Nach mehreren Muskelfaserrissen im Oberschenkel, Erkrankung an Pfeifferschen Drüsenfieber und einer Achillessehnen-Operation war Schluss mit dem Leistungssport.

Dabei deutete bereits früh viel auf eine vielversprechende Sportlerkarriere hin: als Dreijähriger fand Schanding übers Eltern-Kind-Turnen beim TV Bliesdalheim zu seinem ersten und wie er sagt prägenden Trainer: Torsten Grieser. Er habe ihn gefordert und gefördert, seine sportliche Entwicklung geprägt, spricht Schanding vom damaligen saarländischen Kaderathleten Grieser. Mit 13 Jahren wurde auch er in den Kader des Saarländischen Leichtathletik-Bundes (SLB) berufen, betreut von der im Mai verstorbenen Trainerlegende Robert Meurer. Später kam noch Bundestrainer Ulrich Knapp am Stützpunkt Saarbrücken dazu. „Ich hatte als Jugendlicher das Glück, dass meine Eltern mich neben dem Heimtraining zwei bis dreimal pro Woche zur Sportschule nach Saarbücken fuhren“, so Schanding. Als Jugendlicher noch im Sprint und Weitsprung tätig, folgte als Junior die Spezialisierung auf die beiden Sprintstrecken 200 und 400 Meter.

Schanding spielte in seiner Jugend auch bei seinem Heimatverein SV Gersheim Fußball, unterbrach das Hobby jedoch wegen der Leichtathletik. Nach seinem verletzungsbedingten Karriere-Ende entdeckte er den Fußball wieder für sich.

Als damals 17-jähriger war es nur allzu logisch, dass Schanding sich dem Vorzeigeclub LC Rehlingen anschloss. Es folgten seine erfolgreichsten Jahre. Kurz nach dem Wechsel erlief er sich bei den Süddeutschen U23-Meisterschaften über die 200 Meter seine erste überregionale Medaille. „Mein Trainer ermunterte mich damals zum Starten, damit ich Erfahrung sammeln konnte. Wenn man dann bei der Siegerehrung plötzlich als Jugendlicher zwischen Kontrahenten steht, die drei bis vier Jahre älter sind und bereits mitten in ihrem Studium standen, war das schon ganz witzig“, erinnert sich Schanding.

Im darauffolgenden Jahr lief er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena über 200 Meter, die bis zuletzt seine Lieblingsdisziplin bleiben, in den Endlauf. Seine sportlich wertvollste Zeit erreichte er über 400 Meter: 48,9 Sekunden. Im Jahr seiner Bestleistungen begann dann jedoch auch die Verletzungsserie. Zuvor erreichte er mit der Mannschaft des LC Rehlingen zweimal den Deutschen Meistertitel und wurde zweimal Deutscher Vizemeister. Mit der 4 x 400-Meter-Staffel gewann er zwei Silbermedaillen bei Süddeutschen Meisterschaften. Landesmeister wurde er 33 Mal in verschiedenen Disziplinen.

Zwei Jahre später sorgten Schmerzen bei jeder Trainingseinheit für den Wechsel ins „Trainermetier“. 2010 übernahm er eine bis zu 15 Teilnehmer zählenden Gruppe, der heute noch die Kaderathletin Paula Breininger, Annika Grieser, die Tochter seines „Kinder- und Jugendtrainers“ sowie Raphael Motsch angehören. Dazu zählt auch der 14-jährige Wolfersheimer Robin Blumenauer, ein Talent, das sich auf einem guten Weg befindet.

Die Jugendlichen trainieren außer bei Schanding noch bei mehreren Trainern innerhalb der LG Bliestal in Blieskastel. Das Bliesdalheimer Mittwochstraining wird auch nach dem Vereinswechsel der Gruppe im Januar zum SV Saar 05 Saarbrücken weiterhin von Schanding und Sidney Tregellis geleitet.

„Heute wird mehr Wert auf Regeneration gelegt. Der Umfang wird verringert und die Intensität innerhalb einer Einheit wird erhöht,“ so Schanding auf die Frage, was sich gegenüber seiner Aktivenzeit im Trainerbereich geändert habe.

Auch anders strukturiertes Techniktraining und wichtige Koordinationsübungen gehören zum Pflichtprogramm in der Ausbildung junger Sportler. Schanding, diplomierter Verwaltungswirt im Landesdienst, freut sich über die Erfolge seiner Schützlinge.Wenn ich mal bei einem Training nicht dabei sein kann, weiß ich genau, dass sie es trotzdem mit hundert Prozent durchziehen, ist sich Schanding sicher.

Innerhalb der Leichtathletik würde jeder Interessierte eine Disziplin finden, die zu ihm passe. Wenn man sich die Kugelstoßer anschaut, denkt man ja auch nicht direkt an einen „Leicht“-athleten, so Schanding. Er rät Kindern und Jugendlichen Sport zu treiben. Dort würden viele Werte vermittelt, wie beispielsweise Selbstdisziplin und auch der Umgang und die Verarbeitung von Niederlagen.