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Achterbahn auf und neben der Bahn

Achterbahn auf und neben der Bahn

Beim 56. Pfingst-Motocross des MSC Niederwürzbach erlebten die Zuschauer am Montag in der Lettkaul ein beeindruckendes Spektakel. Nach dem Gastspiel der deutschen Cross-Elite lagen Freud und Leid im Fahrerlager eng beisammen. Auch aus saarländischer Sicht.

Zum Ende des Tages meint es der Wettergott am Pfingstmontag mit den Motocross-Fahrern in der Lettkaul bei Niederwürzbach nicht gerade gut. Immer heftiger bahnt sich der Regen vor mehr als 1000 Zuschauern im zweiten Lauf zur deutschen Meisterschaft in der Klasse MX2 den Weg nach unten. Die Fahrer ab 14 Jahren müssen bei ihrer atemberaubenden Achterbahnfahrt durch das Gelände jetzt noch mehr aufpassen als sonst. Ein kurzer Moment reicht aus - und schon ist es passiert. Wie bei Dominique Thury. Der 22-jährige Sachse kommt gerade den steilen Hang kurz vor dem Ziel hinunter gerauscht. Die lange Rechtskurve und die scharfe Linkskurve sind im Anschluss kein Problem. Doch nach dem meterlangen Sprung durchs Ziel geschieht es: Thury kommt falsch auf und kann den Sturz nicht verhindern. Erst nach Sekunden kriegt er seine Kawasaki wieder zum Laufen - die Führung ist hin, der Traum vom Doppelsieg passé. "Ich bin ein Stück zu weit links gelandet. Da ist es halt passiert. Aber schon in Ordnung, es hätte schlimmer sein können", sagt Thury, der sich trotz defekter Vorderbremse noch auf Rang sieben vorkämpfte.

Richtig übel lief es am Montag für Thurys Teamkollegen Arminas Jasikonis. Der 17-jährige Litauer, als Topfavorit und Führender im MX-Youngster-Cup angereist, stürzte im Training. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, doch dann "kam ein Fahrer von hinten und hat mich am Arm erwischt", schilderte Jasikonis sein Missgeschick. Ergebnis: Bruch des Handgelenks, fünf Wochen Pause.

Lauf zwei der Klasse MX2 entschied letztlich der Franzose Florent Richier für sich. "Es war sehr schwer, weil es nachher so stark geregnet hat. Mit dem Sieg bin ich natürlich glücklich", sagte Richier, der den Tschechen Filip Neugebauer auf Rang zwei verwies und als Dritter im ersten Lauf mit 45 Punkten auch die Tageswertung vor Neugebauer (44) und Thury (39) gewann.

Grund zur Freude gab es auch für Lokalmatador Lukas Kunz aus Marpingen. Der 14-Jährige übertraf das eigene Ziel klar, im starken DM-Fahrerfeld unter die ersten 15 zu kommen. "Fantastisch, wir sind überglücklich. Er hat das klasse gemacht", jubelte Vater Klaus Kunz, nachdem der Sohnemann als Siebter vom Rennen in der 85-Kubik-Klasse zurück ins Fahrerlager kam. Da wusste der Junior sein Resultat noch gar nicht: "Aber wenn ich den Papa lachen sehe, weiß ich immer, dass es ein gutes Rennen war", verriet Lukas. "Ich bin hochzufrieden. Damit hätte ich nicht gerechnet."

Ganz anders war die Gefühlslage bei Christopher Robert aus Püttlingen. "Ich bin so scheiße aus dem Gatter gekommen", rief er Teamkollege Kunz nach dem 85er-Rennen zu. Mehr ließ sich der 14-Jährige dann nicht mehr entlocken - zu tief saß nach Platz 13 der Frust.

Laurenz aus Leipzig zufrieden

Die Strecke in der Niederwürzbacher Lettkaul verlangte auch den jungen Fahrern alles ab. Fotos: Erich Schwarz

Für den Leipziger Laurenz Falke hatte sich die Reise ins Saarland dagegen gelohnt: "Ich war das erste Mal auf dieser Strecke. Mir hat's gut gefallen", sagte der 14-Jährige nach Platz zwei bei den 85ern hinter Topfavorit Jeremy Sydow. Als "nicht DM-würdig" bezeichnete dagegen Dominique Thury die Strecke, wohl auch aus Frust über seinen Sturz.

Den Zuschauern war das am Montag egal, ebenso wie das Wetter. Sie wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen - am Ende begrüßte der MSC Niederwürzbach bei der 56. Auflage des Pfingst-Motocross über 1000 Besucher.